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Daviscup: Haas und Waske ausgeschieden

zuletzt aktualisiert: 12.02.2006 - 14:44

Halle/Westfalen (rpo). Frankreich ist für das deutsche Daviscupteam zur unüberwindbaren Hürde geworden. Tommy Haas und Alexander Waske scheiterten im Doppel im westfälischen Halle mit 7:6 (8:6), 3:6, 4:6, 1:6 an Michael Llodra und Arnaud Clement. Damit muss in die Relegation.

Gegner im Achtelfinale: Alexander Waske und Tommy Haas.  Foto: ddp, ddp
Gegner im Achtelfinale: Alexander Waske und Tommy Haas. Foto: ddp, ddp

Am Sonntagabend zerstreuten sie sich wieder in alle Windrichtungen. Das Team, das keines war, ist im Erstrundenmatch gegen Frankreich brutal gescheitert, das zarte Pflänzlein Hoffnung für das deutsche Tennis wurde im westfälischen Halle wieder platt getreten. "Das ist eine Katastrophe", befand Walter Knapper, der Turnierdirektor des Masters-Turniers am Hamburger Rothenbaum. Schon nach dem Doppel am Samstag stand es 0: 3, die abschließenden Einzelerfolge am Sonntag zum 2:3-Endergebnis waren nur noch für die Statistik wichtig.

Rainer Schüttler vertrat im ersten Match gegen Arnaud Clement Nicolas Kiefer, der wegen seiner Knöchelverletzung nicht spielte, und gewann mit 6:4, 6:3. Anschließend bezwang Tommy Haas Michael Llodra mit 6:3, 6:3. Die französischen Spitzenspieler Richard Gasquet und Sebastien Grosjean mochten nicht mehr, sie alle hatten bis in die frühen Morgenstunden den Triumph gefeiert.

Im deutschen Teamhotel flogen dagegen Samstagnacht die Fetzen, als "Kiwi" auf Anraten seines Arztes den Ausstieg für Sonntag ankündigte. Kühnen hatte nämlich zuvor öffentlich bereits Haas für das abschließende Einzel "freigegeben" und war nun sauer auf den Niedersachsen. Von Teamgeist keine Spur, die Zweckgemeinschaft Daviscup war gescheitert. Die beiden deutschen Spitzenspieler sind charakterlich einfach zu unterschiedlich, zwei Individualsportler auf dem Egotrip durch die Tenniswelt. Nach dem Wechsel von Trainer Thomas Hogstedt von Kiefer zu Haas Anfang des Jahres ist das Verhältnis wieder sehr angespannt.

Knappes Ding

Die letzte Hoffnung auf ein Happyend nach den knapp verlorenen Auftakteinzeln am Freitag war am Samstag der Auftritt von Doppelspezialist Alexander Waske an der Seite von Haas gegen Arnaud Clement und Michael Llodra. Doch trotz des gewonnenen ersten Satzes musste das zuvor dreimal siegreiche deutsche Duo bei der 7:6 (8:6), 3:6, 4:6, 1:6-Niederlage die Überlegenheit der Franzosen anerkennen. Insbesondere Waske bekam an diesem Nachmittag seine begrenzten Möglichkeiten aufgezeigt. "Es ist ein Scheißgefühl verloren zu haben, es war ein Heimspiel, in dem wir uns so viel vorgenommen haben", sagte Haas.

Statt wie erhofft im April zum Viertelfinale nach Russland zu reisen, steht nun vom 22. bis 24. September ein Relegationsspiel um den Klassenerhalt in der Weltgruppe gegen einen noch unbekannten Gegner an. "Das ist bitter, das tut sehr weh", sagte Kühnen, derauf eine Feier zu seinem 40. Geburtstag am Samstag verzichtete. "Wir haben nicht erreicht, was wir uns vorgestellt haben. Das enttäuscht uns", sagte auch DTB-Präsident Georg von Waldenfels, "wir konzentrieren uns jetzt auf die Relegation, wir wollen in der Weltgruppe bleiben."

Die Einzel am Freitag brachten Tennis auf höchstem Niveau, mit etwas Glück hätten die Spiele auch anders ausgehen können. "Wir haben die Big Points nicht für uns entscheiden können", sagte Haas. Doch wenn ein ausgeglichenes Match auf der Kippe steht, entscheiden Nuancen, muss alles stimmen. Frankreichs Team um Kapitän Guy Forget hat in den Tagen von Halle ein intensives Mannschaftsgefühl vermittelt, das man bei den Deutschen vergeblich suchte. "Patrik Kühnen macht einen guten Job", sagte Forget, "aber es ist immer schwierig, wenn es in einem Team einen internen Konkurrenzkampf gibt. Bei uns spielt jeder für den anderen, die Spieler sind wie Brüder."

Haas und Kiefer aber schaffen es einfach nicht, sich aneinander zu begeistern. Rainer Schüttler ist als Ersatzspieler mit Weltranglisten-Position 99 nur noch geduldet. Als Kommunikator für den Teamspirit musste deshalb immer Waske dienen, der laut Kühnen, "unheimlich wichtig für den Zusammenhalt" ist. Doch der 30 Jahre alte Frankfurter hatte in Halle genug mit seiner schwankenden Form zu tun, um auch noch die mannschaftsinternen Konflikte lösen zu können.

"Wir gehen alle auf die 30 zu oder sind es bereits", weiß Haas, "uns bleibt nicht mehr viel Zeit." Den Traum vom Cup will er öffentlich noch nicht aufgeben, weil er weiß, wie wichtig der Mannschaftserfolg für den Ruf und die Vermarktbarkeit ist. Er wird deshalb wohl im September wieder zur Verfügung stehen, genauso wie Kiefer, denn Alternativen gibt es trotz aller Probleme für Kühnen nicht, auch wenn Haas hofft: "Vielleicht kommt ja mal ein Junger hoch."

Quelle: sidbackup

 
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