US-Amerikaner Roddick siegt im Londoner Queen's Club: Halle: Federer spielt mit Finalgegner Katz und Maus
zuletzt aktualisiert: 13.06.2004 - 17:18Halle (rpo). Wer sonst? Roger Federer hat das Finale im Rasenturnier von Halle gewonnen. Nach der einseitigen Partie gegen den US-Amerikaner Mardy Fish dürfte die Favoritenrolle für Wimbledon klar vergeben sein.
König Roger beherrschte den Rasen von Halle und die deutschen Tennisasse blieben mit gemischten Gefühlen zurück. 6:0, 6:3 gewann der Schweizer Wimbledonsieger Roger Federer das Finale gegen US-Boy Mardy Fish und schraubte mit der erfolgreichen Titelverteidigung seine Erfolgsserie im Grünen auf 17 Siege in Folge. Nach dem fünften Turniergewinn 2004 gilt der Vorjahressieger auch beim Saisonhöhepunkt in Wimbledon (21. Juni bis 4. Juli) als klarer Favorit.
Davon sind Rainer Schüttler (Korbach), Tommy Haas (Hamburg) und Nicolas Kiefer (Hannover) zwar weit entfernt, aber vor allem der 28 Jahre alte Schüttler machte in Ostwestfalen Hoffnung auf mehr. Zum ersten Mal in seiner Karriere erreichte er in Halle ein Halbfinale auf Rasen und verlor erst nach großem Kampf 4:6, 6:4, 6: 7 (4:7) gegen Fish.
Schüttler solide
"Am wichtigsten war für mich, dass ich hier die ganze Woche über sehr solide aufgeschlagen habe. Das will ich unbedingt bis Wimbledon konservieren", sagte Schüttler. Auch sein Trainer Dirk Hordorff reiste zufrieden aus Halle ab: "Rainer hat gute Matches gespielt und war sehr knapp am Finale dran. Das stimmt mich zuversichtlich für die Zukunft."
In Halle zeigte sein Schützling die nach seinem Super-Jahr 2003 zuletzt vermisste Aggressivität, und auch das Selbstvertrauen ist trotz der insgesamt zehn Auftaktniederlagen 2004 wieder gestiegen. Auch Tommy Haas geht ungeachtet seiner Viertelfinalniederlage gegen den Tschechen Jiri Novak "sehr positiv und mit viel Selbstvertrauen" an die nächsten Aufgaben. In dieser Woche trainiert der 26-Jährige mit Daviscup-Teamchef Patrik Kühnen in München. Nach der Hochzeit seiner Schwester Sabine am kommenden Samstag trifft er sich dann am Sonntag mit seinem Coach David Ayme in Wimbledon.
Kiefer tief enttäuscht
Ausgerechnet Nicolas Kiefer fiel in Halle aus der Rolle. In den vergangenen beiden Jahren hatte der 26-Jährige das Finale erreicht und damit neue deutsche Rasenhoffnungen geweckt. Diesmal verabschiedete er sich nach seiner Viertelfinalniederlage gegen Schüttler tief enttäuscht von seinem "Heimturnier", sagte kurzerhand seine Turnierteilnahme in Nottingham in dieser Woche ab, um "die Birne für Wimbledon frei zu kriegen".
Große Lust auf das Projekt Titelverteidigung bei den All England Championships in Wimbledon hat derweil Roger Federer. Der 22-Jährige marschierte in Halle ohne Satzverlust durch das Turnier und festigte damit seine Spitzenpoitionen in sämtlichen ATP-Ranglisten. Der aufschlagstarke Fish hatte im Finale keine Chance gegen den besten Tennisspieler der Welt.
Ganze 23 Minuten dauerte der erste Satz, nach insgesamt 57 Minuten hatte Federer den Siegerscheck über 112.000 Euro eingefahren und nebenbei eine kleine Demonstration in Sachen Rasentennis abgegeben. "Ich bin schon überrascht, dass es so weitergeht mit meiner Siegesserie auf Rasen", sagte Federer gewohnt bescheiden.
Mit dem Auto war er aus Basel nach Halle gekommen: "Das ist ja nicht so weit." Dass er möglicherweise bereits um 18.00 Uhr daheim sein wollte, um den EM-Auftakt der Schweizer Fußballer gegen Kroatien im eigenen Wohnzimmer zu erleben, kommentierte Federer augenzwinkernd mit den Worten: "Dann müssen wir aber hier jetzt sofort alles abbrechen."
Roddick siegt im Queen's Club
Im Londoner Queen's Club gewann Andy Roddick (USA) mit 7:6 (9: 7), 6:4 gegen Sebastien Grosjean und führt damit die Liste derjenigen Spieler an, die Federer in Wimbledon ernsthaft fordern können. Bei seinem Halbfinalsieg am Samstag gegen Paradorn Srichaphan (Thailand) hatte Roddick mit 246,2 km/h seinen eigenen Aufschlag-Weltrekord erneut verbessert.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







