Schwimm-EM steht bevor: Helge Meeuw: Schwimmer mit Köpfchen
VON STEFANIE SANDMEIER - zuletzt aktualisiert: 26.07.2006 - 10:24Düsseldorf (RP). Helge Meeuw mischt derzeit die Schwimmszene auf. Nach seinen fünf Siegen bei den Deutschen Meisterschaften möchte der 21-Jährige auch bei der Europameisterschaft nach Medaillen greifen.
Mit Waschbrettbauch und muskelbepacktem Oberkörper präsentierte sich Helge Meeuw im Juni bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin. Binnen sechs Tagen räumte er über 50, 100 und 200 Meter Rücken sowie 100 und 200 Meter Schmetterling gleich fünf Titel ab. Zudem stellte der 21-Jährige zwei Europarekorde auf und schwang sich zur größten deutschen Hoffnung bei den heute beginnenden Schwimm-Europameisterschaften in Budapest auf.
Meeuw hat den Durchbruch im Schwimmsport geschafft und damit nahtlos an seine Erfolge als Junior angeknüpft. Dort gewann er 2001 und 2002 den Europameistertitel mit der 4 x 100 Meter Lagen-Staffel und wurde 2002 zum Nachwuchssportler des Jahres gewählt. Sein Talent kommt nicht von ungefähr. Dem Mann mit dem Wuschelkopf wurden die grazile Art, sich im Wasser fortzubewegen und die Liebe zum kühlen Nass quasi in die Wiege gelegt. Vater Folkert Meeuw war selbst mehrfacher Europameister, gewann 15 deutsche Titelkämpfe und stellte 18 deutsche Rekorde auf. Mutter Jutta Meeuw - bekannt als Jutta Weber - war unter anderem Bronzemedaillengewinnerin über 4 x 100 Freistil bei den Olympischen Spielen in München 1972, 13-Mal Deutsche Meisterin und erzielte 18 deutsche Rekorde. Zudem war sie die erste Schwimmerin der Bundesrepublik, die die 100m-Freistil unter 60 Sekunden schwamm.
Aber Talent ist nicht alles. Dass der 21-Jährige auch den nötigen Biss hat, um diesen Sport erfolgreich zu betreiben, beweist sein Trainingspensum, das er derzeit herunterschrubbt. 1400 Kilometer schwamm Meeuw innerhalb eines Jahres - eine Steigerung um 300 Kilometer. Und er absolvierte erstmals ein systematisches Krafttraining und wiegt drei Kilogramm weniger als noch vor einem Jahr. Drei Kilogramm, die sich in Schnelligkeit und Spritzigkeit bemerkbar machen. Bei der EM möchte Meeuw an seine Erfolge anknüpfen und die Leistungen von Berlin bestätigen. Allerdings wird der Schwimmer in Budapest mit besonderen Rahmenbedingungen zu kämpfen haben, denn die EM wird im Freien stattfinden. Dennoch will der Deutsche in den nächsten Tagen ein ähnliches Mammutprogramm wie in Berlin bestreiten und über 50, 100 und 200 Meter Rücken und auch über die 200 Meter Schmetterling an den Start gehen. Die Konkurrenz wird dann allerdings eine andere sein. „Laszlo Cseh ist sicher der größte Widersacher, zumal er auch den Heimvorteil genießen kann. Aber Helge ist gesund durch die Vorbereitung gekommen und hat gute Medaillenchancen. Ob es für Titel reichen wird, muss man sehen“, sagt Meeuws Trainer Stefan Döbler.
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