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Clijsters unterliegt ihrer belgischen Landsfrau: Henin-Hardenne gewinnt Australian Open

zuletzt aktualisiert: 31.01.2004 - 12:18

Melbourne (rpo). Das rein belgische Frauen-Finale der Australian Open hat Justine Henin-Hardenne für sich entschieden. Kim Clijsters konnte in einem spannenden Endspiel nur im zweiten Satz dagegen halten.

Die kleine Justine Henin-Hardenne warf den Schläger hoch in die Luft und schlug ungläubig die Hände vors Gesicht. Dann eilte sie zum Netz, wo sie von ihrer wieder mal geschlagenen Landsfrau Kim Clijsters mit zwei Küsschen fair zum dritten Grand-Slam-Sieg binnen acht Monaten beglückwünscht wurde. Nach den French Open und US Open gab es in Melbourne das dritte rein belgische Finale, und wieder entschied es die nervenstärkere Henin-Hardenne mit 6:3, 4:6, 6:3 für sich. Als Zugabe verteidigte die 21 Jahre junge Frau mit dem ernsten Gesicht die Nummer 1 der Welt und kassierte 720.000 Euro.

"Dieser Sieg ist so schön wie der erste. Das war so ein emotionaler Moment, ich war so schrecklich nervös, weil all die Zuschauer auf Kims Seite waren. Ich kann kaum glauben, dass ich jetzt drei Grand-Slam-Titel gewonnen habe", sagte die Siegerin und warf ihrem Ehemann Pierre-Yves Kusshände zu: "Jetzt ist definitiv mein Ziel, alle vier Grand Slams zu gewinnen."

Nur noch Wimbledon fehlt ihr in der Sammlung, nachdem sie sich auch unter dem strahlend blauen Himmel von Melbourne als unschlagbar erwiesen hatte. "Ich habe keine Angst mehr vor den anderen, ich habe nur manchmal Angst vor mir selbst. Manchmal bin ich nicht selbstbewusst genug", meinte die 1,67 Meter kleine Frau danach.

Klare Fehlentscheidung

So brauchte die anfangs klar dominierende Henin-Hardenne im Duell gegen die Weltranglistenzweite auch eine klare Fehlentscheidung der französischen Schiedsrichterin Sandra de Jenken, die einen Linienball von Clijsters im Gegensatz zum Linienrichter im Aus gesehen hatte und damit Henin-Hardenne das Break zum 5:3 im Entscheidungssatz schenkte. "Natürlich ist das enttäuschend, aber jeder Mensch macht Fehler und ich kann sowieso nichts mehr machen", erklärte die Verliererin danach.

Nachdem sie schon einen 2:4-Rückstand im zweiten Satz umgebog, hatte sie sich auch im Finalsatz unter dem frenetischen Jubel der australischen Zuschauer von 0:4 auf 3:4 herangekämpft, doch am Ende reichte es auch in ihrem vierten Grand-Slam-Finale nicht zum ersten Sieg. "Natürlich bin ich traurig, aber ich habe kein psychologisches Problem in Finals gegen Justine. Ich habe diesmal besser gespielt als in den anderen Endspielen", meinte die im Spiel wieder mal zu zittrige Clijsters tapfer.

Ihr Verlobter, der australische Tennisstar Lleyton Hewitt, hatte auf der Tribüne feuchte Augen, aber seine Kim tröstete ihn schnell. "Ich bin stolz, dass ich bald einen Australier heiraten darf", sagte Clijsters und die australischen Fans klatschten ihrem "adoptierten" belgischen Liebling begeistert zu. Für Australien will die sympathische junge Frau aber nicht spielen: "Ich werde weiter für Belgien spielen. Aber ich plane nicht, eine besonders lange Karriere zu haben, weil ich eines nicht zu fernen Tages eine Familie mit Kindern haben will."

Mental viel besser geworden

Daran denkt Justine Henin-Hardenne derzeit noch nicht. Zwar liebt die ernste Frau, die als Teenagerin ihre Mutter durch Krebs verlor, ihren Mann ("Er bringt mich immer zum Lachen") sehr, aber Tennis wird auf absehbare Zeit der Mittelpunkt in ihrem Leben bleiben. "Ich habe physisch sehr hart an mir gearbeitet, um hierhin zu kommen. Ich bin mental viel besser geworden, dieses Finale hätte ich vor zwölf Monaten noch verloren. Aber jetzt muss ich mich noch einmal steigern", erklärte Henin-Hardenne. Schließlich werden irgendwann die beiden körperlich dominanten Williams-Schwestern wiedererstarkt auf die Tour zurückkehren. John McEnroe, der gern mit Justine Mixed spielen würde, hat jedoch keine Angst um die kleine große Belgierin: "Justine ist ein großer Champion."

Nach dem Sieg von Henin-Hardenne verteidigten die Franzosen Michael Llodra und Fabrice Santoro ihren Doppel-Titel bei den Australian Open erfolgreich. Das Duo setzte sich im Finale mit 7:6 (7:4), 6:3 gegen die topgesetzten Zwillinge Bob und Mike Bryan (USA) durch. Anschließend begeisterte das Siegerduo die Fans, als es bis auf die Unterhosen sämtliche Kleidungsstücke ins Publikum warf und halbnackt Autogramme gab.


Tennis, 92. Australian Open in Melbourne
(11,4 Millionen Euro), 13. Spieltag:

Dameneinzel, Finale:

Justine Henin-Hardenne (Belgien/Nr. 1) -
Kim Clijsters (Belgien/Nr. 2) 6:3, 4:6, 6:3


Herrendoppel, Finale:

Michael Llodra/Fabrice Santoro (Frankreich/Nr. 5) -
Bob Bryan/Mike Bryan (USA/Nr. 1) 7:6 (7:4), 6:3


Junioreneinzel, Halbfinale:

Gael Monfils (Frankreich/Nr. 8) -
Karan Rastogi (Indien/Nr. 4) 6:2, 6:2,

Josselyn Ouanna (Frankreich/Nr. 7) -
Novak Djokovic (Serbien und Montenegro) 6:4, 6: 4

Damit im Finale:

Gaels Monfils -
Jossely Ouanna


Juniorinneneinzel, Halbfinale:

Nicole Vaidisova (Tschechien/Nr. 3) -
Jarmila Gajdosova (Slowakei/Nr. 1) 7:5, 6:3,

Shahar Peer (Israel/Nr. 13) -
Timea Bacsinszky (Schweiz/Nr. 14) 7:6 (9:7), 7:5

Damit im Finale:

Nicole Vaidisova -
Shahar Peer


Juniorendoppel, Halbfinale:

Brendan Evans/Scott Oudesma (USA/Nr. 1) -
Novak Djokovic/Scoville Jenkins (Serbien und Montenegro/USA) 6:3, 7:5,

David Galic/David Jeflea (Australien) -
Gael Monfils/Josselyn Ouanna (Frankreich/Nr. 2) walkover,

Damit im Finale:

Brendan Evans/Scott Oudesma -
Novak Djokoviv/Scoville Jenkins


Juniorinnendoppel, Halbfinale:

Nicole Vaidisova/Veronika Chvojkova (Tschechien/Nr. 1) -
Jarmila Gajdosova/Shahar Peer (Slowakei/Israel/Nr. 14) 6:2, 6:4,

Sun Sheng-Nan/Chan Yung Jan (China/Taiwan/Nr. 2) -
Marina Erakovic/Jekaterina Kosminskaja (Neuseeland/Russland/Nr. 3) 7:6 (7:2), 6:2,

Damit im Finale:

Nicole Vaidisova/veronika Chvojkova -
Sun Sheng-Nan/Chan Yung Jan

Fotos
Foto: RPO
Foto: RPO

 
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