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Sieg für die Mutter: Henin-Hardenne gewinnt French-Open

zuletzt aktualisiert: 07.06.2003 - 16:31

Paris (rpo). Die Siegerin der French-Open heißt Justine Henin-Hardenne. Es war das erste rein belgische Endspiel bei einem Tennis-Grand-Slam-Turnier.

Sie hat mit ihrem Sieg ihrer Freundin Kim Clijsters das schönste Geburtstagsgeschenk verwehrt. Die Wallonin gewann am Samstag, einen Tag vor Clijsters' 20. Geburtstag, das Damenfinale der French Open in Paris mit 6:0, 6:4 in 67 Minuten. Sie ist die erste Nicht-Amerikanerin seit Mary Pierce 2000 in Paris, die wieder die Sieger-Trophäe bei einem der vier Grand-Slam-Turniere in Empfang nehmen durfte.

"Das ist ein großer Moment. Ich habe heute für meine Mama gespielt", sagte Justine Henin-Hardenne, deren Mutter 1994 an Krebs gestorben war. Die Sympathie von 16 000 Zuschauern, darunter die belgische Königsfamilie und tausende Fans aus der Heimat, flog Henin-Hardenne zu, als sie den "Coupe Suzanne Lenglen" in Empfang nahm. Die 21-Jährige rückt in der kommenden Woche auf Rang drei der Weltrangliste vor. Henin-Hardenne nimmt 819 000 Euro Preisgeld aus Paris mit, für die aus dem flämischen Bree stammende Clijsters blieb die Hälfte als gut dotiertes Trostpflaster.

Freude in der Enttäuschung

"Ich bin enttäuscht, aber froh für Justine, dass sie gewonnen hat", sagte Kim Clijsters, die eine faire Verliererin war. "Ich habe fast mein bestes Tennis gespielt, aber Justine hat mir heute nichts geschenkt." In sieben von zehn Vergleichen gegen ihre Freundin hatte Clijsters zuvor gewonnen. Diesmal spielten ihr wie so oft ihre Nerven einen Streich. Das Endspiel der French Open vor zwei Jahren hatte sie gegen Jennifer Capriati verloren, obwohl sie vier Mal nur noch zwei Punkte vom Matchgewinn entfernt war. Bei den Australian Open im Januar führte sie gegen die spätere Siegerin Serena Williams im dritten Satz schon mit 5:1 und verlor doch.

Diesmal war sie von Beginn an auf der Verliererstraße. Henin-Hardenne spielte in ihrem zweiten Grand-Slam-Endspiel nach dem Wimbledon-Finale 2001 wie schon bei ihrem Halbfinal-Coup gegen Serena Williams: entschlossen, emotionslos, technisch unübertroffen. Clijsters, die mit der Japanerin Ai Sugiyama auch im Doppelfinale steht, wirkte bei 30 Grad Hitze geistig und körperlich müde. Im ersten Satz servierte sie schlecht, kam viel zu selten ans Netz und nutzte ihre Breakchancen nicht. 26 Minuten, in denen sie nicht ein Spiel gewann, dürften ihr wie eine Demütigung vorgekommen sein.

Diesmal ging alles ganz schnell

Bislang hatte Clijsters bei Grand-Slam-Turnieren noch nie gegen Henin-Hardenne verloren, weder in Paris 2001 noch bei den Australian Open im vergangenen Jahr. Doch diesmal ging alles ganz schnell. Lleyton Hewitt hielt es im zweiten Satz auf der Tribüne nicht mehr auf seinem Sitz. "Come on", rief er seiner Freundin zu, um sie wachzurütteln. Es nützte nicht viel. Zwar schaffte Clijsters noch ihr einziges Break zum 4:4, doch Henin-Hardenne gelang sofort das Rebreak, danach schlug sie zum Matchgewinn auf und nutzte gleich ihre erste Chance. Der erste Weg nach ihrem Triumph führte sie zu ihrem Mann auf die Tribüne.

"Das ist ein großer Moment. Ich habe heute für meine Mama gespielt", sagte Justine Henin-Hardenne.  Foto: RPO
"Das ist ein großer Moment. Ich habe heute für meine Mama gespielt", sagte Justine Henin-Hardenne. Foto: RPO

 
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