WTA-Turnier in Rom: Hingis holt ersten Turniersieg nach Comeback
zuletzt aktualisiert: 21.05.2006 - 17:48Rom (rpo). Nun ist Martina Hingis endgültig auf die Tennis-Bühne zurückgekehrt. Vier Jahre und vier Monate nach ihrem letzten Sieg auf der Tour hat die Schweizerin ihren ersten Triumph nach dem Comeback Anfang des Jahres gelandet. Im Finale des WTA-Turniers in Rom siegte die ehemalige Weltranglistenerste 6:2, 7:5 gegen die Russin Dinara Safina.
Durch den 41. Sieg ihrer Karriere spielte sich die 25-Jährige auch in die Favoritenrolle für die am kommenden Sonntag beginnenden French Open. Paris ist das einzige Grand-Slam-Turnier, das Hingis noch in ihrer Titelsammlung fehlt. Insgesamt hat sie 14 Erfolge (5 Einzel/9 Doppel) bei den größten Turnieren zu Buche stehen.
Seit Ende 2002 hatte Hingis wegen chronischer Knöchelprobleme kein Turnier mehr bestritten, ehe sie Ende 2005 in Pattaya erstmals wieder zum Schläger griff und mit Beginn dieses Jahres endgültig ihr Comeback startete. Im elften Turnier seit ihrer Rückkehr stand sie am Sonntagnachmittag in Rom nun erstmals wieder ganz oben. Zuletzt hatte Hingis im Februar 2002 in Tokio ein WTA-Turnier gewonnen. In der italienischen Hauptstadt triumphierte sie zum zweiten Mal nach 1998.
Seitdem steht längst eine andere Generation von Spielerinnen auf dem Platz. Hingis, die am 31. März 1997 im Alter von 16 Jahren und sechs Monaten als jüngste Spielerin erstmals an die Spitze der Weltrangliste geklettert war, bezeichnet sich selbst als eine aus der alten Zeit. Die frühere Verbissenheit ist bei der technisch überragenden Rechtshänderin offenbar längst der puren Freude am Tennis gewichen. Die Fans in aller Welt begrüßen sie auf ihrer Comeback-Tour mit herzlichem Applaus.
Und selbst in Paris freuen sich die Zuschauer auf die Hingis-Rückkehr. Dabei war sie in der Stadt der Liebe lange nicht gerade Publikumsliebling. Nach ihrer denkwürdigen Finalniederlage gegen Steffi Graf 1999 pfiffen die Franzosen sie gnadenlos aus, nun werden sie sie als eine der Attraktionen des Turniers freundlichst empfangen.
Auch formal rückt Hingis, die schon vor Rom den 21. Platz der Weltrangliste inne hatte, immer dichter an die Besten der Welt heran. Die Rückkehr in die Top 10 scheint nur eine Frage der Zeit. Dort kennt Hingis sich so gut aus, wie keine andere aktive Spielerin auf der Tour. Insgesamt 209 Wochen war "Miss Swiss" die Nummer eins, nur Steffi Graf (377), Martina Navratilova (331) und Chris Evert (262) standen länger ganz vorne.
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