0:2 gegen Niederlande: Hockey-Damen verlieren Champions Trophy-Finale
zuletzt aktualisiert: 15.11.2004 - 12:10Rosario/Hamburg (rpo). Finale verloren, aber Weltklasse bestätigt: Die deutschen Hockeydamen haben bei der Champions Trophy im argentinischen Rosario ihre Rückkehr in die Weltspitze eindrucksvoll untermauert und bewiesen, dass der Olympiasieg von Athen keine Eintagsfliege war.
Erst im Finale kassierte die "runderneuerte" Mannschaft von Bundestrainer Markus Weise mit dem 0:2 gegen Europameister Niederlande die erste Niederlage.
"Dass wir hier ungeschlagen ins Endspiel gekommen sind, ist mit Sicherheit eine erstklassige Leistung", meinte der Mannheimer Erfolgscoach: "Die Mannschaft hat sich hervorragend verkauft." Im Finale, dem sechsten Match in neun Tagen, hing das stark verjüngte Team dann allerdings etwas durch. Kim Lammers (24.) und Naomi van As (40.) trafen für die "Oranjes", denen damit zumindest eine kleine Revanche für die überraschende Niederlage im Olympiafinale gelang.
Nur noch sieben "Golden Girls"
Nur noch sieben "Golden Girls" hatte Weise 72 Tage nach dem Wunder von Athen mit nach Argentinien nehmen können. Rücktritte und berufliche Belastungen erzwangen den Neuaufbau. So standen allein fünf Debütantinnen in der Mannschaft, die sich nur durch einen Kurzlehrgang in Berlin und drei Testspiele gegen England auf das Turnier der sechs weltbesten Mannschaften vorbereiten konnten.
Das olympische Erfolgserlebnis färbte aber offensichtlich auch auf die Neuen ab. Unterstützt von den verbliebenen Leistungsträgerinnen wie Kapitän Marion Rodewald, Mittelfeldregisseurin Fanny Rinne, Rekordnationalspielerin Nadine Ernsting-Krienke und Stürmerin Natascha Keller fand sich in Rosario wieder eine Einheit, die für die Zukunft Einiges verspricht. Keine der Debütanten war schließlich älter als 24 Jahre.
Neulinge überzeugen
Insbesondere die Neulinge Martina Heinlein (Alster Hamburg) und Inga Matthes (Braunschweig) konnten ebenso überzeugen wie Torfrau Yvonne Frank. "Wenn mir vor der Trophy jemand gesagt hätte, dass wir ungeschlagen in Endspiel kommen, hätte ich ihn für verrückt erklärt", sagte Weise, für den das Turnier eine "Standortbestimmung im Hinblick auf die EM im nächsten Jahr" sein sollte.
"Die Talente müssen jetzt richtig Gas geben und zielorientiert arbeiten und dürfen nicht glauben, dass sie schon etwas erreicht haben", fordert Weise: "Man hat im Endspiel gemerkt, dass einigen der jüngeren Spielerinnen noch etwas die Durchschlagskraft fehlte."
Seinen Vertrag mit dem Deutschen Hockey-Bund wird er nach der Rückkehr aus Südamerika um vier Jahre bis Ende 2008 verlängern. Der Blick geht natürlich bereits Richtung Peking, wo wieder Olympiagold auf dem Spiel steht. "Ein Olympiazyklus ist zu Ende, jetzt beginnt ein neuer", meint der Bundestrainer - er hätte schlechter beginnen können.
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