Tennis: Hopman-Cup: Tommy Haas muss aufgeben
zuletzt aktualisiert: 06.01.2005 - 16:00Perth (rpo). Deutschland hat beim Hopman-Cup in Perth, der Mixed-WM für Tennisprofis, die erste Finalteilnahme seit 1995 verpasst. Tommy Haas musste in der Begegnung gegen French-Open-Finalist Guillermo Coria beim Stand von 7:5, 2:3 aufgeben.
"Pechvogel" Tommy Haas droht damit eine weitere Tennis-Zwangspause. Der Hamburger musste im Gruppenfinale beim 17. Hopman-Cup gegen Argentinien im Duell gegen French-Open-Finalist Guillermo Coria wegen einer Adduktorenverletzung aufgeben und bangt nun sogar um seine Teilnahme an den Australien Open (17. bis 30. Januar) in Melbourne. "Es ist zum Verweifeln. Ich habe toll gespielt, es war fantastische Woche. Auch gegen Coria lief es perfekt", sagte der 26-Jährige dem Sport-Informations-Dienst (sid).
Nachdem Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn) zuvor gegen Gisela Dulko 3:6, 6:2 und 6:1 gewonnen und mit ihrem ersten Sieg bei der Mixed-Weltmeisterschaft die Weichen auf Sieg gestellt hatte, schien Haas auch gegen Argentinier nicht in Gefahr. Der Deutsche gewann den ersten Satz 7:5, ehe anfangs des zweiten Durchgangs das neuerliche Unheil seinen Lauf nahm. "Ich habe bei zwei Sprints richtig Gas gegeben. Schon beim ersten Mal habe ich es gespürt", berichtete Haas.
Nach einer kurzen Behandlung ging er wieder auf den Platz, doch "die Schmerzen wurden links immer schlimmer. Ich wollte die Australien Open nicht unnötig aufs Spiel setzen", fuhr Tommy Haas fort. Nun stehen ihm bange Stunden bevor. Am Freitag will er sich einer Kernspintomografie und einer Ultraschalluntersuchung unterziehen. "Ich hoffe, dass es kein Adduktorenriss ist, dann sähe es für Melbourne nicht rosig aus. Wenn es kein Riss sein sollte, bin ich zuversichtlich", so Haas. Auf jeden Fall hat seinen geplanten Start in den kommenden Woche beim ATP-Turnier in Sydney abgesagt.
Leid tut es ihm vor allem um seine Partnerin Anna-Lena Grönefeld. "Wir hätten eine echte Chance gehabt", sagte Haas, der auch den dritten deutschen Sieg beim Hopman-Cup nach Januar 1993 (Michael Stich/Steffi Graf) und Dezember 1994 (Boris Becker/Anke Huber) für möglich hielt. Nicht zuletzt wegen seiner gelungenen Auftritte.
Nachdem Haas 1998 bei seinem bislang einzigen Hopman-Cup-Auftritt in allen drei Einzeln und auch an der Seite von Anke Huber im Doppel sieglos geblieben war, glückte ihm dieses Mal mit einem Erfolg gegen den russichen Top-10-Spieler Marat Safin ein toller Auftakt. Auch im zweiten Spiel gegen den Italiener Davide Sanguinetti ließ er nichts anbrennen. Mit Anna-Lena Grönefeld holte er sich auch beide Doppel und hatte damit den ersten Finaleinzug seit 1995 (Becker/Huber) vor Augen.
Tommy Haas war erst am 9. Februar vergangenen Jahres nach 467 Tagen Pause wegen einer Schulterverletzung, die zweimal operiert werden musste, in den ATP-Zirkus zurückgekehrt. Er gewann dann in Los Angeles und Houston zwei Turniere, und stand bei den US Open im Viertelfinale. Das Jahr hatte er im Champions Race auf Position 16 beendet, ihm war damit das Tennis-Comeback des Jahres geglückt.
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