Leder und Kraft Top-Favoriten: Ironman: Maskottchen für die Hitzeschlacht
zuletzt aktualisiert: 15.10.2003 - 12:24Kailua-Kona/Frankfurt (rpo). 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 km Rad, 42,195 km Laufen - der Ironman auf Hawai ist ein körperlicher Kampf und zudem meist eine Hitzeschlacht. Zwei Deutsche gehen dabei an den Start, die sich mit dem richtigen Maskottchen ein Platz an der Sonne erkämpfen könnten.
Der Höllentrip durch das Paradies soll für Deutschlands Triathleten zum zweiten Mal nach 1997 auf dem Thron enden. Lothar Leder und Nina Kraft gehören am Samstag (7.00 Uhr Ortszeit/19.00 Uhr MESZ) bei der Mutter aller Ironman auf Hawaii zu den Topfavoriten. Insgesamt 1600 Athleten aus 50 Ländern kämpfen beim berühmtesten Dreikampf der Welt zum 27. Mal um die Triathlon-Krone und 100.000 Euro Siegprämie.
Geld zählt für den "Eisenmann" nicht
"Das Geld hat für mich keine Bedeutung. Ein Sieg auf Hawaii ist alles, was zählt", sagte Leder. Zum zwölften Mal greift der 32-Jährige in Kailua-Kona an der Westküste von Big Island nach den Sternen. Im Gegensatz zum Vorjahr, als der "Eisenmann" seinen vielen Wettkämpfen Tribut zollte und nicht über einen Mittelfeldplatz hinaus gekommen war, hat Leder diesmal seine Vorbereitung auf Hawaii zugeschnitten und setzt zudem auf Kraft durch seine Familie.
"Wir haben diesmal unsere Tochter Mia als Maskottchen mit dabei. Sie hat zum ersten Mal in Roth zugeschaut und uns dort soviel Glück gebracht. Da haben wir beide gewonnen", erklärte Ehefrau Nicole, die bei den Frauen einen Platz unter den Top 10 anvisiert.
Obwohl Lothar Leder in diesem Jahr seine beiden Ironman in Japan und Roth gewann, stapelt der Darmstädter, der 1996 in Roth als erster Triathlet die magische Schallmauer von acht Stunden durchbrach und auf Hawaii bereits zweimal als Dritter auf dem Treppchen stand, tief. "Ich soll Favorit sein - da lach ich mich tot", meinte Leder. Doch seine Ehefrau verriet vielsagend: "Lothar rechnet sich schon einiges aus und ist ganz schön nervös."
Mehrere Deutsche werden vorne erwartet
Neben Leder haben in Thomas Hellriegel (Bruchsal), Ex-Duathlon-Weltmeister Norman Stadler (Wertheim), Frankfurt-Sieger Stefan Holzner (Bad Reichenhall), Alt-Meister Jürgen Zäck (Koblenz) oder dem Vorjahressiebten Markus Forster (Hipoltstein) zudem mehrere Deutsche Chancen auf eine vordere Platzierung. "Fünf Deutsche unter den Top 10 sind möglich. Wir sind noch immer eine Macht und rollen mit einer richtigen Armada an", glaubt Hellriegel, 1997 Sieger beim historischen deutschen Dreifach-Triumph.
Zu schlagen gilt es aber vor allem den US-Amerikaner Tim de Boom, der über die Distanz von 3,8 km Schwimmen im Pazifischen Ozean, 180 km Rad fahren sowie 42,195 km Laufen durch die glühenden Lavafelder den dritten Sieg in Folge anstrebt.
Bei den Frauen könnte "Power-Frau" Nina Kraft die Dominanz von Ironman-Ikone Natascha Badmann aus der Schweiz brechen und nach einem dritten und einem zweiten Platz in den vergangenen zwei Jahren für den ersten Triumph einer deutschen Triathletin auf Hawaii sorgen. "Ich hatte in der Vorbereitung keine Probleme, das bereitet mir fast schon Bauchschmerzen. Natascha ist aber ganz klar das Maß aller Dinge. Sie hat hier 2002 immerhin den Hattrick geschafft. Über einen Sieg zu spekulieren, wäre deshalb vermessen", sagte die gelernte Bauzeichnerin aus Braunschweig.
Für die Teilnehmer gilt es nicht zuletzt, sich auf die berüchtigten Witterungsbedingungen einzustellen. Die Meteorologen haben für Samstag bereits Temperaturen über 40 Grad angekündigt. Wo frisch verheiratete Paare ihre Flitterwochen verbringen, erwarten die Triathleten Hitze, eine Luftfeuchtigkeit von rund 90 Prozent und die berüchtigten Mumuku-Winde mit bis zu 80 km/h. "Man muss Masochist sein, um hier zu starten", sagt Hellriegel. Auch Leder kennt die Strapazen: "Bei meiner ersten Teilnahme hat der Magen rebelliert, ich habe mich übergeben und bin umgekippt."
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