WM in Tokio: Japanerin Ando Eiskunstlauf-Weltmeisterin
zuletzt aktualisiert: 24.03.2007 - 13:59Tokio (RPO). Miki Ando hat dem Siegeszug der japanischen Eiskunstläuferinnen bei der WM in Tokio das Sahnehäubchen aufgesetzt. Die 19-Jährige gewann die Konkurrenz der Damen vor ihrer Teamkollegin Mao Asada sowie der nach dem Kurzprogramm noch führenden Yu-Na Kim aus Südkorea. Japans "Eisgeishas" haben damit Geschichte geschrieben.
Durch Miki Ando (195,09) und Mao Asada (194,45) kam das fernöstliche Kaiserreich zum seinem ersten WM-Doppelsieg der Kufen-Historie, mit Rang fünf komplettierte Yukari Nakano den Triumph Nippons.
Ermöglicht wurde die Erfolgsstory der Gastgeberinnen allerdings durch die schwache Tagesform von Yu-Na Kim. Die 16 Jahre alte WM-Debütantin aus Südkorea, die im Kurzprogramm mit 71,95 Punkten einen inoffiziellen Weltrekord aufgestellt hatte, konnte nach zwei Stürzen ihre führende Position nicht behaupten und musste am Ende froh sein, mit 186,14 Zählern Bronze gewonnen zu haben.
Vor 6800 enthusiastischen Zuschauern im restlos ausverkauften Metropolitan Gymnasium reichte Ando in der letzten WM-Entscheidung die zweitbeste Kürleistung zum Gesamtsieg. Bei den letztjährigen Olympischen Spielen lediglich 15., hatte die 19 Jahre alte Studentin aus Nagoya ihre Nerven diesmal besser im Griff und zog noch an ihrer Rivalin aus Korea vorbei. Von Weinkrämpfen geschüttelt, gab sie schon zwei Minuten nach Wettkampfende ihr erstes TV-Liveinterview.
Absturz für Kostner
Einen jähen Absturz erlebte hingegen Carolina Kostner. Die aus Südtirol stammende, für Italien startende und in Oberstdorf lebende Europameisterin fiel nach einer Kür mit vielen technischen Schwächen vom dritten auf den sechsten Platz zurück und fuhr achselzuckend und mit einem enttäuschten Gesichtsausdruck vom Eis. Ohne Medaille blieb als Vierte auch Titelverteidigerin Kimmie Meissner aus den USA.
Für die deutsche Meisterin Kristin Wieczorek war die Damen-Konkurrenz schon am Freitag nach dem Kurzprogramm beendet. Die WM-Debütantin aus Chemnitz war nach einer schwachen Leistung nicht über den 29. Platz hinausgekommen. Nur die besten 24 Läuferinnen qualifizierten sich für das Kürfinale.
2008 in Göteborg
"Es war klar, dass Kristin mit wenig Wettkampferfahrung nach Japan kommen würde. Man muss aber auch feststellen, dass sie ihre Trainingsleistungen nicht umsetzen konnte", kritisierte Udo Dönsdorf, Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union (DEU), das Abschneiden der 20-Jährigen, die derzeit eine Ausbildung zur Physiotherapeutin absolviert.
Die einzige deutsche Medaille hatten bereits am Mittwoch die Europameister Aljona Savchenko und Robin Szolkowy aus Chemnitz gewonnen, die in der Paarlauf-Konkurrenz Rang drei belegten. Respektabler Zwölfter bei den Herren wurde der sechsmalige deutsche Meister Stefan Lindemann (Erfurt).
Die Welttitelkämpfe 2008 werden in der schwedischen Hafenstadt Göteborg ausgetragen.
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