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Schweizer verteidigt Titel in Wimbledon: Jetzt will Federer den Olypmpiasieg

zuletzt aktualisiert: 05.07.2004 - 12:32

London (rpo). Beim Champions-Dinner im noblen Londoner Savoy Hotel wurden die Wimbledon-Sieger Roger Federer und Maria Scharapowa vom Klub-Vorsitzenden Tim Phillips als "König" und "Prinzessin" gefeiert. Der "König" hat nun neue Ziele vor Augen und will in Athen seine Erfolgsserie ausbauen.

Federer gehört dem wohl nobelsten Tennisverein der Welt seit seinem Triumph 2003 an und kannte deshalb die Rituale: "Beim Champions Dinner wird nicht getanzt." Das hätte auch merkwürdig ausgesehen. Die ebenfalls rund 1,84 Meter große 17 Jahre alte Russin überragte in ihrem hellen Sommerkleid mit kurzem Rock und Stöckelschuhen den Schweizer im Smoking um einiges.

Zweite Regenpause rettete Federer

Der 22-jährige Federer feierte mit Freundin Mirka Vavrinec, Mutter Lynette und Freunden beim Hauptgang Waliser Lamm in Kräuterkruste und edlem Chardonnay ausgelassen. Schließlich hatte er bereits sein zweites großes Ziel in diesem Jahr erreicht. Nummer eins der Welt wollte er werden, das ist ihm am 2. Februar nach dem Triumph bei den Australian Open gelungen. Seinen Titel in Wimbledon wollte er verteidigen, das hat er am Sonntag mit dem hart erkämpften 4:6, 7:5, 7:6 (7:3), 6:4 gegen den stark aufspielenden Amerikaner Andy Roddick geschafft. Nun blickt er nach Athen. "Es ist ein Traum, mein Land zu vetreten", sagte Federer: "In Sydney habe ich eine Olympiamedaille knapp verpasst, das will ich jetzt besser machen."

900.000 Euro rund hat er am Sonntag verdient und damit die Schallmauer von zehn Millionen Dollar Preisgeld durchbrochen. Dennoch ist der junge Mann aus dem Landkreis Basel der wahrscheinlich normalste Superstar der Welt geblieben. Entsprechend nervös war er vor seinem zweiten Wimbledon-Finale: "Ich hatte eiskalte Hände." Gegen den druckvoll aufspielenden Roddick lief dann auch erst wenig zusammen. "Mich hat die zweite Regenpause gerettet", gab Federer zu.

24 Siege in Folge auf Rasen

Mit 2:3 und einem Break lag er im dritten Satz zurück, als die Partie für 42 Minuten unterbrochen werden musste. "Ich habe aus der Umkleidekabine meinen Physiotherapeuten Pavel Kovac angerufen und dann beschlossen, mein Spiel auf Serve und Volley umzustellen", erzählte Federer. Danach lief es besser, dennoch blieb es ein Match auf Messers Schneide. Roddick hatte im vierten Satz insgesamt sechs Breakpunkte, die er zum Teil leichtfertig vergab, und kassierte danach das Break zum 3:4. "Ich hatte Glück, es ging um wenige Punkte, und die habe ich gemacht", meinte Federer.

Nach dem Matchball brach er vor Erleichterung in Tränen aus. "Der Druck war in diesem Jahr noch größer", sagte er: "Aber jetzt ist es ein unglaubliches Gefühl, zum zweiten Mal in Folge meinen Namen auf dem Siegerbord eingraviert zu sehen." Eine erfolgreiche Titelverteidigung war zuletzt dem sechsmaligen Champion Pete Sampras 2000 gelungen, dessen Rekord von 23 Siegen in Folge auf Rasen Federer nebenbei um einen verbesserte. "Mein Spiel ist noch lange nicht perfekt", kündigte der beste Tennisspieler der Welt dennoch an: "Ich kann und will mich noch in vielen Bereichen verbessern."

Suche nach einem neuen Toptrainer hat begonnen

Deshalb sucht er auch wieder einen Coach. Im Dezember hatte er sich überraschend von Peter Lundgren getrennt, der ihn an die Weltspitze geführt hatte: "Ich wollte mal für mich selbst verantwortlich sein, das hat mir sehr viel gebracht." Aber ein Dauerzustand soll das nicht werden: "Ich suche den richtigen Mann." Das muss natürlich ein Toptrainer sein. Immer vernehmbarer werden inzwischen die Gerüchte, dass es sich um den Australier Darren Cahill handeln soll, der zurzeit noch mit Andre Agassi arbeitet. Der 34 Jahre alte Amerikaner wird aber aller Voraussicht nach seine großartige Laufbahn bei den US Open im September beenden.

Roger Federer auf dem Centre Court.  Foto: RPO
Roger Federer auf dem Centre Court. Foto: RPO
Foto
Die diesjährigen Wimbledonssieger: Roger Federer und Maria Scharapowa. Foto: RPO

 
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