Champion im Schwergewicht: Jones Jr. boxt sich in Geschichtsbücher
zuletzt aktualisiert: 02.03.2003 - 11:55Las Vegas (rpo). Roy Jones Jr. hat sich in der Nacht zum Sonntag in die Geschichtsbücher geboxt. Der US-Boy vollbrachte als zweiter Faustkämpfer nach dem Engländer Bob Fitzsimmons das Kunststück, sich mit Weltmeister-Ehren vom Mittel- bis zum Schwergewicht zu schmücken.
Der 87,5 Kilogramm wiegende Profi entthronte im Thomas & Mack Center von Las Vegas seinen 15 Kilogramm schwereren Landsmann und Titelverteidiger der World Boxing Association (WBA), John Ruiz, über zwölf Runden einstimmig nach Punkten. Jones Jr. ist auch Halbschwergewichts-Champion der WBA, IBF und WBC. Fitzsimmons hatte sich 1897 die WM im Schwergewicht erboxt.
Bei seinem Ausflug ins Schwergewicht bestätigte Jones Jr. vor 15 300 Zuschauern eindrucksvoll, dass er zu Recht als bester "Pound- for-Pound-Boxer" gilt. Er war als 9:5-Favorit in den Kampf David gegen Goliath gegangen und bestimmte das Duell durch seine Schnelligkeit und Schlagvariabilität. Der zu zögerlich agierende Ruiz, für den es die dritte Titelverteidigung war, fand kein Rezept, seinen Gegner mit gefürchteten Punches unter Druck zu setzen und entscheidend zu treffen. Jones Jr. spekuliert jetzt mit einem Titelvereinigungskampf im Schwergewicht gegen IBF-Champion Chris Byrd.
Jones Jr. hatte sich 1993 den WM-Titel im Mittelgewicht erboxt und sammelte danach WM-Schärpen im Supermittel- sowie Halbschwergewicht. Er ist auch der zweite Halbschwergewichtler nach seinem Landsmann Michael Spinks 1985, der sich in der Königsklasse die WM-Krone sicherte. Zu Fitzsimmons-Zeiten gab es dieses Limit noch nicht.
Der 48. Sieg in 49 Profikämpfen bescherte Jones Jr. eine Börse von zehn Millionen Dollar. Außerdem werden ihm 60 Prozent der Einnahmen aus der Pay-Per-View-Übertragung überwiesen. Ruiz (38 Siege/5 Niederlagen/1 Unentschieden) musste sich mit 40 Prozent aus dem Geschäft mit dem Bezahlfernsehen begnügen.
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