Golf-Star ist erst 25: Kaymer im Eiltempo an die Weltspitze
zuletzt aktualisiert: 16.08.2010 - 14:36Köln (RPO). Das Tempo, in dem Martin Kaymer seinen Vorstoß in die Weltspitze des Golfsports vorantreibt, merkt man ihm wirklich nicht an. Der 25-Jährige wirkt stets ruhig und gelassen. Hektik scheint dem Rheinländer ebenso fremd wie emotionale Ausbrüche. Kaymer ist keiner, der wie der Spanier Sergio Garcia die Galerie mit Gesten und Mimiken auf dem Platz mitreißt. Kaymer ist der, der die Fans mit seinem Spiel begeistert.
Dass sich der gebürtige Düsseldorfer seit Sonntag Major-Gewinner nennen darf, kommt für die Kenner der Szene alles andere als überraschend. Denn kontinuierlich wie derzeit kein anderer setzt er seit dem Einstieg ins Profilager 2005 seinen Aufstieg fort.
2006 stieg Martin Kaymer unter der Führung seines Trainers Günther Kessler binnen kürzester Zeit von der drittklassigen EPD-Tour in die Europa-Tour auf. Nach seinem Lehrjahr 2007 feierte er 2008 seine ersten beiden Tour-Siege in der "ersten Liga". Es folgen zwei weitere 2009 sowie der fünfte zu Beginn des laufenden Jahres. In der Weltrangliste wird er seit Monaten um Platz zehn herum geführt, nun ist er die Nummer fünf.
Kaymers unbändige Nervenstärke
Bei seinem Triumph in Kohler/Wisconsin zeigte Martin Kaymer, was ihn von den meisten anderen Spielern weltweit unterscheidet. Er lässt sich in entscheidenden Phasen nicht aus der Ruhe bringen, besitzt eine enorme Konzentrationsfähigkeit gepaart mit allen Anlagen, die das Spiel eines Weltklassegolfers benötigt. An dieser Nervenstärke sind schon viele Stars auf ihrem Weg zum Major-Sieg gescheitert. Colin Montgomerie, Sergio Garcia oder ein Lee Westwood sind nur drei Namen.
Diese Gabe der Selbstkontrolle kann man nicht lernen, man muss sie haben. Martin Kaymer hat sie. Auch die Fähigkeit, im richtigen Moment die richtige Entscheidung zu treffen. Die erste traf er 1999, als sich der Hobby-Kicker aus der Jugend von Fortuna Düsseldorf für Golf entschied.
Der nächste Schritt war der in die Eigenständigkeit, er mietete eine Wohnung in Phoenix/Arizona. "Meine Selbstständigkeit ist mir neben meinem Beruf das Wichtigste. Abhängigkeiten sind nicht mein Ding. Ich habe gelernt, mit mir allein klarzukommen", sagte Kaymer.
Kaymer braucht aber auch den familiären Rückhalt von Vater Horst und Bruder Philip. "Das ist für mich ganz wichtig. Die Familie hat mich immer bei allem unterstützt", sagte Kaymer, der 2008 den Tod seiner Mutter Rina zu verkraften hatte. Als er dann als erster Deutscher die BMW International Open in München gewann, widmete er ihr den Triumph.
Kaymer hat in der Kürze der Zeit bereits bewiesen, dass ihn wohl nichts von seinem eingeschlagenen Weg abbringen kann. Wie sagte doch schon Deutschlands Golfidol Bernhard Langer: "Martin hat eine gute Technik und einen alten Kopf auf jungen Schultern. Er hat das richtige Rüstzeug. Ich traue ihm alles zu. Er kann eines Tages ein ganz Großer im Golfsport werden." Seit Sonntag ist es Martin Kaymer schon.
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