Pappas fordert Sebrle: Kein WM-Doppelstart für beleidigten Greene
zuletzt aktualisiert: 23.06.2003 - 13:44Palo Alto (rpo). Die WM-Qualifikaton der US-amerikanischen Leichtathelten hat für Sprint-Superstar Maurice Greene nicht gewünschten Verlauf genommen. Weil er über 200 Meter aufgab muss er auf einen WM-Doppelstart verzichten - und ist zutiefst beleidigt.
Die Sprinter stahlen bei der WM-Qualifikation allen die Schau. Bei den Männern sorgten Maurice Greene mit seiner Aufgabe über 200 m und Weltrekordler Tim Montgomery mit seinem Beinahe-Sturz über 100 m für Aufsehen. Dagegen glänzte bei den Frauen Kelli White mit ihrem Doppelsieg über beide Sprint-Distanzen und hervorragenden 22,21 Sekunden über 200 m zum Abschluss der US- Trials am Sonntag (Ortszeit). Insgesamt konnten aber nur wenige US- Athleten an den drei Tagen Hochkarätiges bieten.
"Ich wollte das Double unbedingt", sagte White. Sie könnte nun bei den Weltmeisterschaften in Paris (23. bis 31. August) in die Rolle von Superstar Marion Jones schlüpfen, die in diesen Tagen ihr erstes Baby erwartet. Die beiden weiteren WM-Fahrkarten gingen an Torri Edwards (22,45) und das 18-jährige Talent Allyson Felix (22,59).
Keinen Grund zur Freude hatte ihr Sprint-Kollege Maurice Greene, der mit der zweitschlechtesten Halbfinalzeit (20,44 Sek.) gerade noch das 200-m-Finale erreichte. Als der 28-jährige Kalifornier für den Endkampf nur Bahn 1 zugewiesen bekam, verzichtete er mit der Begründung einer Knieverletzung beleidigt auf den Auftritt.
"Maurice hat als Titelverteidiger über 100 Meter eine Wild Card für die WM. Es war deshalb besser, es hier sein zu lassen", meinte sein Trainer John Smith. Dass die Verletzung Greene nicht daran hindert, am 1. Juli schon wieder in Lausanne zu sprinten, begründete Smith so: "Geradeaus laufen kann er. Nur in der Kurve hat er Probleme." Das WM-Ticket holten sich Darvis Patton (20,15), John Capel (20,17) und J.J. Johnson (20,22).
Über 100 m Hürden führte erneut kein Weg an der 36 Jahre alten Gail Devers vorbei, die mit 12,61 Sek. siegte und an der Seine auch über 100 m antreten wird. Über 800 m setzte sich die gleichaltrige Jearl Miles-Clark in 1:58,84 Minuten durch. Das Rennen der Männer über die zwei Stadionrunden gewann Hallen-Weltmeister David Krummacker in 1:45,53.
Zu den besten amerikanischen Zehnkämpfer stieg Tom Pappas auf, der mit 8784 Punkten eine persönliche Bestleistung aufstellte. "Ich will dieses Ergebnis mit nach Paris nehmen, um bei der WM zu gewinnen", formulierte Pappas seine Kampfansage an Weltrekordler Roman Sebrle (Tschechien).
Keine Höchstleistungen gab es in den technischen Disziplinen. Nur 5,70 Meter musste Jeff Hartwig überqueren, um im Stabhochsprung Platz eins zu erreichen. Mit guten 17,59 m sicherte sich Kenta Bell den Erfolg im Dreisprung und war damit vier Zentimeter besser als Walter Davis. Im Hochsprung der Frauen ging der US-Titel an Amy Acuff, die allerding nur 1,95 m schaffte.
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