French Open: Kiefer gewinnt Tennis-Krimi
zuletzt aktualisiert: 31.05.2006 - 20:42Paris (rpo). In einem wahren Tennis-Krimi hat der deutsche Daviscupspieler Nicolas Kiefer die dritte Runde der French Open in Paris erreicht. Die deutsche Nummer eins setzte sich in einem spannenden Match nach mehr als sieben Stunden 6:0, 6:1, 5:7, 3:6, 11:9 gegen den Franzosen Marc Gicquel durch, der erst mit einer Wildcard ins Hauptfeld des zweiten Grand-Slam-Turniers des Jahres gekommen war.
Nach dem Kraftakt mit drei Regenunterbrechungen kommt es für Kiefer, der nach 2:0-Satzführung bereits wie der sichere Sieger aussah und erst seinen sechsten Matchball verwandelte, nun zur Revanche gegen den Tschechen Tomas Berdych. Der hatte ihn in der Vorwoche beim Arag World Team Cup in Düsseldorf noch bezwungen und zog jetzt in Paris mit einem lockeren 6:3, 6:1, 6:1 über Filippo Volandri in die nächste Runde ein. Auch die Statistik spricht für Berdych. Denn bereits beim Daviscup 2005 in Liberec hatte der 20-Jährige gegen Kiefer die Oberhand behalten.
Weil der Regen am vierten Spieltag endgültig auch das kühle Paris im Griff hatte, musste Philipp Kohlschreiber lange auf sein Match gegen den früheren Paris-Sieger Juan Carlos Ferrero (Spanien) warten. Beim 2:6, 4:6, 2:6 hatte der Bamberger dann allerdings keine Siegchance. Martina Müller (Hannover) durfte erst nach dem Kiefer-Sieg auf Court Nummer zwei gegen Francesca Schiavone (Italien/Nr. 9) antreten.
Seinen Job schnell erledigt hatte dagegen der Weltranglistenerste Roger Federer. Der Schweizer setzte sich 6:1, 6:4, 6:3 gegen Alejandro Falla (Kolumbien) durch. Die Hoffnungen der Gastgeber erfüllte die Weltranglistenerste Amelie Mauresmo, die gegen Wera Dutschewina (Russland) 6:1, 7:6 (7:5) gewann.
Kiefer erwischte auf dem Court Nummer 2 auch ohne sein Glückstrikot im Stile seines Lieblings-Fußballvereins Hannover 96 ("Die Hemden sind bei Grand Slams nicht erlaubt") einen Traumstart. Ganz ruhig und konzentriert schritt er zwischen den Ballwechseln über den Platz und hatte nach 57 Minuten die ersten beiden Sätze eingefahren.
Mit dem Regen im dritten Durchgang verlor er dann aber den Faden, haderte immer wieder mit sich selbst und brachte Gicquel besser ins Spiel. Trotz einer Aufholjagd nach 1:5-Rückstand ging der dritte Satz noch mit 5:7 verloren und die Partie war plötzlich völlig offen. Etwa eine Stunde lang mussten Kiefer und Gicquel dann im vierten Satz noch einmal in die Umkleidekabine, und auch im hoch spannenden Entscheidungssatz sorgten die Niederschläge für eine Unterbrechung.
Erst für Donnerstag sind die Partien der übrigen vier Deutschen in Paris angsetzt. Der kränkelnde Tommy Haas (Pollen-Allergie) wird dann nach seinem Erstrundensieg über Rainer Schüttler durch Alexander Waske schon wieder von einem Daviscup-Kollegen gefordert. "Ich werde rausgehen, Spaß haben und ohne Ende kämpfen. Ich habe ja nichts zu verlieren", kündigte Waske an.
French Open in Paris (14,3 Millionen Euro), 4. Tag:
Herreneinzel, 2. Runde:
Nicolas Kiefer (Hannover/Nr. 13) - Marc Gicquel (Frankreich) 6:0, 6:1, 5:7, 3:6, 11:9, Juan Carlos Ferrero (Spanien/Nr. 24) - Philipp Kohlschreiber (Bamberg) 6:2, 6:4, 6:2, Roger Federer (Schweiz/Nr. 1) - Alejandro Falla (Kolumbien) 6:1, 6:4, 6:3, Nikolaj Dawydenko (Russland/Nr. 6) - Flavio Saretta (Brasilien) 6: 2, 4:1-Aufgabe Saretta, Tomas Berdych (Tschechien/Nr. 20) - Filippo Volandri (Italien) 6:3, 6:1, 6:1, Carlos Moya (Spanien/Nr. 30) - Michail Juschni (Russland) 6:3, 6:4, 6:2
Dameneinzel, 1. Runde:
Alize Cornet (Frankreich) - Virginia Ruano Pascual (Spanien) 6:4, 4:6, 6:1
2. Runde:
Maria Scharapowa (Russland/Nr. 4) - Iveta Benesova (Tschechien) 6:4, 6:1, Dinara Safina (Russland/Nr. 14) - Hana Sromova (Tschechien) 6:0, 6:2, Nicola Vaidisova (Tschechien/Nr. 16) - Tiantian Sun (China) 6:1, 6:3, Flavia Pennetta (Italien/Nr. 17) - Kirsten Flipkens (Belgien) 6:1, 6:0, Aravane Rezai (Frankreich) - Ai Sugiyama (Japan/Nr. 22) 4:6, 6:4, 6:3, Katarina Srebotnik (Slowenien/Nr. 24) - Ashley Harkleroad (USA) 6:3, 6:2, Jelena Jankovic (Serbien-Montenegro) - Marion Bartoli (Frankreich/Nr. 25) 2:67, 6:4, 6:1, Na Li (China) - Anna Tschakwetadse (Russland/Nr. 27) 7:5, 6:3
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