French Open: Kiefer in Paris im Achtelfinale
zuletzt aktualisiert: 29.05.2005 - 22:20Paris (rpo). Nicolas Kiefer hat bei den French Open in Paris erstmals das Achtelfinale erreicht. Der Mannschafts-Weltmeister aus Hannover bezwang im Nachsitzen den Russen Igor Andrejew 6:4, 7:6 (9:7), 3:6, 6:4.
Gerade mal sechs Minuten dauerte Teil zwei des deutsch-russischen Duells, dann reckte Nicolas Kiefer die Arme in die Höhe und feierte mit einem strahlenden Lächeln den Einzug ins Achtelfinale der French Open. Zwei Tage und insgesamt 3:53 Stunden Spielzeit hatte der von Nackenschmerzen gepeinigte Niedersachse gebraucht, dann stand der Erfolg über Igor Andrejew fest. Nächster Gegner am Montag ist der Argentinier Guillermo Canas.
"Die Nacht war eine Katastrophe. Ich habe mir so viele Gedanken gemacht und bin fast verrückt geworden", erzählte Kiefer nach nur sechs Stunden Schlaf. Denn bis Mitternacht war er noch am Nacken behandelt worden. Kiefer: "Das waren brutale Schmerzen. Da ist irgendwas blockiert, irgendwas mit den Nerven. Schon während des Matches habe ich so viele Schmerztabletten genommen, das kann nur schädlich sein."
Auch am Sonntag kehrte er vollgepumpt mit Tabletten auf den Platz zurück, schaffte dann aber das Wunschszenario, das er sich in der kurzen Nacht zuvor ausgemalt hatte: Sein Aufschlagspiel bei 4:4 im vierten Satz gewann Kiefer schnell zu Null. Dann hatte er bei Aufschlag Andrejew zwei Matchbälle, und als der 21-Jährige gleich den ersten im Netz versenkt hatte, war die Fortsetzung nach neun gespielten Punkten zu Ende, ehe sie richtig begonnen hatte.
Kühnen überzeugt
Daviscup-Teamchef Patrik Kühnen hatte den Sieg seines Schützlings ohnehin eingeplant. "Nicolas gewinnt das Ding. Er war schon am Samstag klar der bessere Spieler", meinte der frühere Doppelspezialist am Sonntagmorgen.
"Kiwi" schaffte damit im neunten Anlauf erstmals den Sprung ins Achtelfinale auf dem eigentlich ungeliebten Sand von Roland Garros und hält die deutsche Fahne nach dem Aus des hilflosen Tommy Haas (Sarasota/USA) und der tieftraurigen Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn) am Samstag in der zweiten Turnierwoche alleine hoch.
"Es macht mich schon stolz, dass ich der letzte Deutsche bin. Ich hatte hier am Anfang einfach nur drauf losgespielt. Jetzt werde ich Schmerztabletten nehmen, so lange es geht", sagte der 27-Jährige und fügte hinzu: "Schließlich bin ich so froh, dass ich endlich wieder das Feuer habe, das ich brauche, um erfolgreich zu sein."
Die Nackenprobleme hatten ihn bereits beim Arag World Team Cup in Düsseldorf zur Pause gezwungen, in Paris kamen sie Mitte des ersten Satzes gegen Andrejew zurück. "Vor allem beim Aufschlag tat es richtig weh. Ich konnte mich nie richtig strecken", berichtete Kiefer.
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