25-Jähriger verliert wieder in der ersten Runde: Kiefer setzt Talfahrt auch in Houston fort
zuletzt aktualisiert: 22.04.2003 - 09:51Houston (rpo). Auch beim Tennisturnier in Houston hat Nicolas Kiefer seine Talfahrt nicht gestoppt. Er ist wieder in der ersten Runde rausgeflogen.
Der 25-Jährige aus Hannover verlor in der ersten Runde gegen den international nicht sonderlich renommierten Ungarn Attila Savolt 3:6, 2:6. Der Frankfurter Alexander Waske zeigte beim 4:6, 4:6 gegen den an Nummer drei gesetzten James Blake (USA) wesentlich mehr Gegenwehr. Damit ist kein deutscher Spieler mehr in Houston dabei.
Nicolas Kiefer läuft allmählich die Zeit davon, auch wenn er selbst das noch nicht so recht wahrhaben will. "Das Gute ist, dass es für mich nur noch nach oben gehen kann, denn weiter runter geht ja fast nicht mehr", sagte er dem sid. Geht schon, denn sollte er im Juni in Halle/Westfalen als Vorjahresfinalist ebenfalls früh scheitern, würde er aus den Top 100 der Entry List rutschen und wäre für kein großes Turnier mehr direkt qualifiziert.
Dennoch weigert sich Nicolas Kiefer beharrlich, der sportlichen Realität ins Auge zu blicken: "Ich kann doch nicht dauernd daran denken, was früher war, das tut Oliver Kahn schließlich auch nicht. Es wird schon wieder, ich bin ja noch jung. " Angesichts der Tatsache, dass bereits 16-Jährige wie der Franzose Richard Gasquet oder der Spanier Rafael Nadal auf der Tour für Furore sorgen, aber auch schon recht alt.
Sieben Matches hat Nicolas Kiefer nach seiner dreimonatigen Verletzungspause in diesem Jahr erst bestritten, davon gewann er lediglich zwei: Beim Masters-Turnier in Indian Wells gegen den Kroaten Mario Ancic und beim Challenger in der vergangenen Woche auf den Bermudas gegen den Australier Andrew Ilie. Auf diese Weise bekommt Kiefer nicht das, was er selbst als das Wichtigste bezeichnet: "Egal, ob bei einem Future, einem Satellite oder in Wimbledon: Ich brauche Matchpraxis, ich muss spielen, spielen, spielen."
Dass sein Trainer möglicherweise ein Problem sein könnte, bestreitet Kiefer beharrlich. Dem 28-jährigen Algerier Farid Bentaous, mit dem Kiefer seit Weihnachten 2001 zusammenarbeitet, fehlen die internationale Erfahrung und das nötige Ansehen auf der Tour. Zudem verweigern ihm die USA nach wie vor das nötige Einreisevisum, so dass Kiefer auf den US-Turnieren stets auf sich gestellt ist. Dennoch will er an Bentaous festhalten: "Wenn ich in Europa bin, trainiere ich ja auch oft bei Bob Brett in Paris. Es liegt sicher nicht am Trainer, ich muss nur den Kopf oben behalten. Es wird schon weitergehen."
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