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German Open: Kiefer siegreich - Haas gibt auf

zuletzt aktualisiert: 16.05.2006 - 20:22

Hamburg (rpo). Die German Open in Hamburg verlaufen in diesem Jahr nicht nach Plan: Einen Tag nach der Absage von Rafael Nadal und Roger Federer musste das nächste Zugpferd absagen. Lokalmatador Tommy Haas wurde in seinem Match gegen den Schweden Robin Söderling vom Heuschnupfen gestoppt. Beim Stand von 2:6, 1:2 gab er auf und musste sich dafür sogar laute Buhrufe des frustrierten Publikums gefallen lassen.

Nicholas Kiefer erreicht die zweite Runde der German Open.  Foto: AFP, AFP
Nicholas Kiefer erreicht die zweite Runde der German Open. Foto: AFP, AFP

Der 28-Jährige stellt nun sogar seine Teilnahme am ARAG World Team Cup in der kommenden Woche in Düsseldorf in Frage: "Im Moment sieht es eher schlecht aus." Er will sich am Mittwoch intensiv untersuchen lassen, um die Ursache der Probleme herauszufinden. "Allergieprobleme habe ich um diese Jahreszeit immer, aber so schlimm war es noch nie", sagte Haas: "Ich habe kaum Luft bekommen und hatte geradezu eine kleine Panikattacke deswegen." Seit seiner Lebensmittelvergiftung in Indian Wells vor zwei Monaten fühlt er sich schlapp: "Ich bin körperlich nicht in bester Verfassung. Ich muss das jetzt wohl richtig ernst nehmen."

Mit dem Abgang des in der Hansestadt geborenen Lokalmatadors hat sich eine weitere Hoffnung von Turnierdirektor Walter Knapper zerschlagen, der auf ein erfolgreiches Abschneiden der Deutschen spekuliert hatte. Die Erfolge von Rainer Schüttler und Nicolas Kiefer am Nachmittag waren da nur ein schwacher Trost.

Inhalationsspray brachte keine Linderung

"Haas hatte Atembeschwerden, und Beschwerden mit der Bindehaut", sagten die Turnierärzte Dr. Peter Wind und Professor Bernd Kabelka, die den 28-Jährigen bereits während des Spiels behandelt hatten. Aber auch ein Inhalationsspray brachte keine Linderung, und die Bälle sah Haas nur wie durch Milchglas. Die Beschwerden waren am Vormittag bereits aufgetreten. "Allergische Reaktionen hatte er schon immer mal", sagte Kabelka, "aber so einen Anfall habe ich noch nicht erlebt."

Schüttler hat dagegen von Roger Federers Absage profitiert und seine unverhoffte Chance in Hamburg genutzt. Der Korbacher, der eigentlich in der ersten Runde bei den German Open gegen den Titelverteidiger vor einer fast unlösbaren Aufgabe gestanden hätte, setzte sich mit 4:6, 6:3, 6:2 gegen Lucky Loser Lukas Dlouhy aus Tschechien durch. Er folgte damit Kiefer in die zweite Runde des mit 2,082 Millionen Euro dotierten Turniers in der Hansestadt.

Auch Nummer 69 war zufrieden. Im Trikot seines Lieblingsklubs Hannover 96 mit seiner eigenen Rückennummer war zuvor Kiefer erfolgreich gewesen. Der an neun gesetzte Niedersachse bezwang Jürgen Melzer aus Österreich nach einer vorwiegend kämpferisch überzeugenden Leistung mit 6:2, 3:6, 6:3. "Es waren Höhen und Tiefen dabei, aber ich bin immer dran geblieben und habe nie aufgeben", sagte er: "Ich weiß ja, dass Sand nicht mein bester Belag ist."

Der 28-Jährige blieb auch im sechsten Spiel gegen den Linkshänder aus Wien erfolgreich und trifft nun auf den Weißrussen Max Mirnyi. Schüttler, der zuvor bei elf Turnierteilnahmen in diesem Jahr siebenmal zum Auftakt gescheitert war, muss gegen den ehemaligen Weltranglisten-Ersten Juan Carlos Ferrero aus Spanien antreten. Björn Phau (Stuttgart) tritt im ersten Match ab 11.00 Uhr gegen Radek Stepanek (Tschechien) an.

Federer wurde freundlich behandelt

Bereits in der ersten Runde kam am Dienstag das Aus für Florian Mayer. Der Bayreuther unterlag im ersten Match des zweiten Tages dem Slowaken Dominik Hrbaty mit 4:6, 2:6. "Von ihm hatte ich gehofft, dass er vielleicht gewinnen kann", meinte Knapper. Simon Greul scheiterte als fünter der acht gestarteten Deutschen am Abend sang- und klanglos mit 2:6, 1:6 gegen den Argentinier Jose Acasuso.

Federer hatte sich am Nachmittag immerhin bei den rund 8000 Zuschauern auf dem Centre Court präsentiert und wurde freundlich behandelt. "Das Verletzungsrisiko nach den harten Spielen in Rom war zu groß", erklärte der Titelverteidiger. Kollege Kiefer hatte auch Verständnis für die Absage: "Jeder kann selbst entscheiden, wo er spielt, und man braucht auch mal Pausen."

Das "Fußballtrikot" mit seinem Namenszug auf dem Rücken präsentierte er erstmals in Hamburg. Im ersten Satz spielte der Halbfinalist der Australian Open mit dem roten Heimtrikot. Im zweiten und dritten Durchgang trat er mit dem grünen Auswärtstrikot auf. Und ähnlich schwankend wie die Leistung seines Fußballklubs in der Liga war auch sein Spiel. Am Ende aber überstand er eine Schwächephase zum Ende des zweiten Satzes und kämpfte sich wieder in die Partie. Bei 1:1 im entscheidenden Satz wehrte er zwei Breakbälle des Österreichers ab und schaffte seinerseits anschließend das Break zur vorentscheidenden 3:1-Führung.

Mayer konnte gegen den erfahrenen Slowaken eine 4:2-Führung im ersten Satz nicht nutzen und kassierte im Duell mit dem 25. der Weltrangliste bereits seine dritte Niederlage im dritten Spiel. "Im ersten Satz war es Pech und Unvermögen, dass ich den nicht gewonnen habe", meinte der Daviscup-Spieler: "Nach meinem Break wurde Hrbaty immer besser. Bis dahin habe ich selbst kaum Fehler gemacht."


ATP-Turnier in Hamburg (2,082 Millionen Euro):

1. Runde: Nicolas Kiefer (Hannover/Nr. 9) - Jürgen Melzer (Österreich) 6:2, 3:6, 6:3
Robin Söderling (Schweden) - Tommy Haas (Sarasota/USA) 6:2, 2:1 - Aufgabe Haas
Rainer Schüttler (Korbach) - Lukas Dlouhy (Tschechien) 4:6, 6:3, 6:2
Dominik Hrbaty (Slowakei) - Florian Mayer (Bayreuth) 6:4, 6:2
Nikolaj Dawydenko (Russland/Nr. 4) - Nicolas Massu (Chile) 6:3, 6:4
Gaston Gaudio (Argentinien/Nr. 6) - Alberto Martin (Spanien) 6:2, 3:6, 6:4
Fernando Gonzalez (Chile/Nr. 7) - Dimitri Tursunow (Russland) 6:4, 6:3
Andy Murray (Großbritannien) - Gael Monfils (Frankreich) 6:4, 6:1
Luis Horna (Peru) - Max Mirnji (Weißrussland) 7:6 (7:5), 7:5
Andreas Seppi (Italien) - Stanislas Wawrinka (Schweiz) 2:6, 7:6 (7: 1)
6:1, Juan Monaco (Argentinien) - Xavier Malisse (Belgien) 6:3, 2:0,Aufgabe Malisse
Gilles Simon (Frankreich) - Greg Rusedski (Großbritannien) 6:1, 6:1
Filippo Volandri (Italien) - Boris Pashanski (Serbien-Montenegro) 6:2, 6:2

Quelle: sid

 
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