Erst Sturm, dann Flaute: Kieler Woche mit Startproblemen
zuletzt aktualisiert: 22.06.2003 - 18:36Kiel (rpo). Wetterkapriolen haben einen reibungslosen Start der 109. Kiler Woche verhindert. Erst konnten die Boote wegen Sturms nicht auslaufen, dann kam die Flaute. Wegen des fehlenden Windes kam es am Sonntag zu Startaufschüben und -absagen.
Konnten die Boote in den 15 internationalen Klassen am Samstag wegen stürmischer Böen bis Stärke acht gar nicht erst auslaufen, so gab es am Sonntag wegen Flaute Startverschiebungen und Rennausfälle. "Das ist ein komplizierter Beginn. Aber wir haben ja noch Zeit", sagte Regatta-Chef Dieter Rümmeli. "Wenn wir Glück haben, kommen wir noch auf eine stattliche Anzahl von Wettfahrten." Allerdings sind auch für Dienstag wieder nur laue Lüftchen vorausgesagt worden.
Am stärksten vom Wind begünstigt waren die 420er auf der Bahn Hotel, die bereits sechs Wettfahrten auf dem Konto haben. In Führung liegen die Spanier Jose Medina Ruiz/Oman Barreiros mit 13 Punkten. Beste deutsche Crew sind die Berliner Max Dzembritzki/Fabian Baumgarten auf Platz fünf (21).
In den anderen internationalen Klassen auf den Dreiecksbahnen sind die Veranstalter im Verzug. Das gilt auch für den Kieler-Woche- Rekordsieger Gerd Eiermann aus Duisburg. Der 49-Jährige hat in den Klassen H-Boot und Kielzugvogel bereits 15 Mal die Regatten auf der Kieler Förde gewonnen. Sein Start als Vierter nach zwei Wettfahrten der "Zugvögel" dämpfte die Hoffnung auf den 16. Erfolg. Eiermanns größter Rivale bei der seit Jahren anhaltenden Rekordjagd setzte sich dagegen besser in Szene. Bei den 505ern liegt Wolfgang Hunger (Strande) punktgleich mit Class Lehmann (Hamburg) in Führung. Für den Ex-Weltmeister in der olympischen 470er-Klasse stehen 13 Kieler- Woche-Siege zu Buche.
Tags zuvor hatten einige Crews zerfetzte Segel und gebrochene Masten zu beklagen. Von 180 gestarteten Yachten bei der traditionellen Aalregatta von Kiel nach Eckernförde kamen nur 134 ins Ziel. Der Sturm peitschte die Ostseewellen zeitweise zwei Meter auf und verlangte den Seglern höchste Semmannkunst ab.
An der weltgrößten Segelveranstaltung, die bis zum nächsten Sonntag dauert, nehmen rund 6000 Segler in 2200 Booten aus 50 Ländern teil. Die elf olympischen Klassen starten am Mittwoch. 24 Medaillengewinner von Sydney 2000 sowie sechs Welt- und fünf Europameister haben ihre Startzusage erteilt. "Im vorolympischen Jahr ist das Interesse an der Kieler Woche natürlich besonders groß", sagte Regattachef Rümmeli.
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