Revanche gegen Brewster in Köln: Klitschko-Trainer kündigt K.o. an
zuletzt aktualisiert: 02.07.2007 - 19:47Köln (RPO). Die Protagonisten verzichteten auf große Worte, da übernahm der Weltmeister-Coach das Ballyhoo. "Es wird einen K.o. geben, der Kampf nicht über die siebte Runde hinausgehen. Und Wladimir bleibt Weltmeister", sagte Star-Trainer Emanuel Steward vor der Revanche zwischen Schwergewichts-Champion Wladimir Klitschko und Herausforderer Lamon Brewster am Samstagabend in der Kölnarena voller Überzeugung.
Wie schon beim ersten offiziellen Auftritt in der Domstadt Ende April zeigten die beiden Kontrahenten am Montag im Hyatt Hotel großen Respekt voreinander. "Ich freue mich riesig auf den Kampf, auf den ich drei Jahre gewartet habe", sagte der IBF-Weltmeister aller Klassen aus Ukraine. Klitschko will die Scharte vom 10. April 2004 auswetzten, als er im Fight um die WBO-Krone in Las Vegas in Runde sieben von Brewster gestoppt wurde.
"Ich danke Wladimir für die zweite Chance. Er zeigt damit große Courage. Er nimmt einen Kampf, den er nicht hätte nehmen müssen", meinte der in Los Angeles lebende Fighter, der sich nach über achtwöchiger Vorbereitung mit Kopftuch und Vollbart präsentierte. Zur Prognose vom Emanuel Steward meinte der 33-Jährige lapidar: "Ich glaube an Gott. Und nur Gott kann voraussagen, was passiert."
Für beide Kämpfer hatte das erste Duell offenbar genug Zündstoff. Der promovierte Sportwissenschaftler Klitschko will die schmerzliche Niederlage vergessen machen, sein Image in den USA und seinen mit 48 Siegen bei drei Niederlagen ohnehin beachtlichen Kampfrekord weiter aufpolieren.
"Er ist in der Blüte seiner Laufbahn", erklärte auch der erfahrene Coach Steward, der über zwei Dutzend Champions trainierte und in der Ecke von Thomas "Hitman" Hearns in den achtziger Jahren epische Duelle mit Sugar Ray Leonard, Roberto Duran und Marvelous Marvin Hagler miterlebte.
K.o.-Tropfen?
Und Brewster beschwerte sich jüngst erneut darüber, dass ihm die Anerkennung für seinen Sieg versagt bliebe. Die Vorwürfe, Wladimir Klitschko habe wegen K.o.-Tropfen oder ähnlichem verloren, schmerzen ihn offensichtlich immer noch. "Weder ich noch einer aus meinem Lager haben Wladimir vergiftet. Ich war an diesem Abend einfach der bessere Mann", sagte Brewster.
Dem aus Indianapolis stammenden Boxer, der 33 von 36 Kämpfen gewann und 29 Knockouts verbuchte, drohte 2006 wegen einer Netzhautablösung am linken Auge das Karriereende, doch vor einem Jahr erhielt er von den Medizinern grünes Licht.
Aus Sicht von Steward stehen am Samstagabend die derzeit besten Schwergewichtler im Ring. "Brewster ist ein klassischer Kämpfer mit Knockout-Power in beiden Fäusten und eine Attraktion im Ring. Wladimir kann seinem Gegner mit einem einzigen Schlag die Lichter ausknipsen. Hier stehen die beiden besten Puncher im Schwergewicht im Ring", sagte der Coach, der am Samstag seinen 63. Geburtstag feiert.
Stewards Kollege Buddy McGirt, selbst ein Weltklasse-Boxer und früherer Champion in Halbwelter und Weltergewicht, ergänzte: "Dieser Kampf ist gut für das Boxen, denn solche Events hat man nicht so oft."
Entsprechend groß ist das Interesse. 18.000 der 19.500 Eintrittskarten sind bereits vergriffen. Neben RTL berichtet der US-Pay-TV-Sender HBO live und auch noch zeitversetzt. Zudem sind weitere 100 Länder zugeschaltet.
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