Schutzsperre gegen Wladimir brachte das Fass zum Überlaufen: Klitschkos schicken Promoter Kohl die Kündigung
zuletzt aktualisiert: 17.05.2004 - 14:45Hamburg (rpo). Das Tischtuch zwischen Boxpromoter Klaus Peter Kohl und den Schwergewichtlern Vitali und Wladimir Klitschko scheint endgültig zerschnitten. Die Ukrainer haben Kohl gekündigt, nachdem sie bereits wegen Unstimmigkeiten über die Dauer der vertraglichen Bindung gegen Kohl vor Gericht gezogen sind.
"Den Brief haben wir bereits vor einigen Tagen bekommen. Allerdings ist das juristisch derzeit nicht von Belang, da wir uns ja immer noch in einem schwebenden Verfahren befinden", sagte Christoph Rybarczyk von Kohls Boxstall Universum am Montag.
Hintergrund ist unter anderem eine Schutzsperre gegen Wladimir Klitschko, die der Bund Deutscher Berufsboxer (BDB) nach der Niederlage des 28-Jährigen im WM-Kampf am 10. April gegen Lamon Brewster (USA) verhängt hat. Diese gilt bis zum 10. Oktober und würde damit die Pläne des Ex-Weltmeisters, schon im September ein Comeback zu geben, zunichte machen.
Klitschkos fühlen sich von Kohl vernachlässigt
Demnach sehen die Klitschkos ihre Interessen von Kohl offenbar nicht ausreichend vertreten. Der wiederum sieht die Anwälte seiner beiden Schützlinge als Antreiber hinter dem Streit. "Die beiden sind offenbar schlecht beraten." Zuletzt hatte es so ausgesehen, als ob der Rechtsstreit "Klitschkos gegen Kohl" einvernehmlich beigelegt werden könnte.
Das Hamburger Landgericht hatte Mitte April festgestellt, dass die vertragliche Bindung, nicht wie von den Klitschkos behauptet, am 30. April endet. In den Promoterverträgen steht eine Klausel, nach der sich die Laufzeit der Kontrakte um die Dauer von Verletzungen verlängert. Nach Aufassung von Kohl endet der Vertrag mit Witali Klitschko deshalb erst am 30. Mai 2005, der mit Wladimir Klitschko bedingt durch die Schutzsperre am 22. Februar 2005. Ein Urteil des Hamburger Landgerichts wird erst nach Beendigung der Beweisaufnahme ergehen.
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