ATP-Tour: Kohlschreiber sorgt gegen Hewitt für Sensation
zuletzt aktualisiert: 05.01.2006 - 14:11Adelaide (rpo). Sensation in Adelaide: Philipp Kohlschreiber hat im Achtelfinale des ATP-Turniers in Australien für eine große Überraschung gesorgt und den an Nummer eins gesetzten Lokalmatadoren Lleyton Hewitt ausgeschaltet. Kohlschrieber siegte in einem hart umkämpften Match 6:3, 0:6, 7:5 und trifft in der Runde der letzten Acht auf den Tschechen Thomas Berdych.
Bereits im Halbfinale des Turniers in Doha/Katar steht Tommy Haas. Der 27-jährige gebürtige Hamburger besiegte den Russen Michail Juschni mit 6:4, 6:3 und spielt möglicherweise am Freitag gegen den an Nummer eins gesetzten Titelverteidiger Roger Federer. Der Schweizer, der das Jahr 2005 mit einer Final-Niederlage gegen den Argentinier David Nalbandian beim Masters Cup in Schanghai beendet hatte, traf im Halbfinale auf Marcos Baghdatis aus Zypern.
Rainer Schüttler dagegen ist im indischen Chennai ausgeschieden. Der an Nummer sechs gesetzte Korbacher verlor im Achtelfinale 2:6, 4:6 gegen den Belgier Kristof Vliegen. Vor Schüttler waren Tomas Behrend (Alsdorf) und Michael Berrer (Stuttgart) bereits in der ersten Runde ausgeschieden.
Damit ist von den ursprünglich vier gestarteten Deutschen nur noch der in der Münchner TennisBase Oberhaching trainierende Darmstädter Björn Phau im Turnier vertreten. Der 26-Jährige trifft im Viertelfinale am Freitag auf den an Nummer drei gesetzten Spanier Carlos Moya.
Zufrieden, aber keineswegs überschwänglich analysierte Kohlschreiber seinen großen Erfolg gegen Hewitt. "Ich habe einen guten ersten Satz gespielt, konnte ihn gleich zu Beginn breaken und bin auch nach meinem kleinen Durchhänger im zweiten Satz drangeblieben", sagte der Franke, der ein weiteres frühes Break im dritten Durchgang schließlich zum Matchgewinn über die Zeit brachte.
Als Schlüssel zum Erfolg nennt Kohlschreiber seine physische und mentale Fitness. "Ich bin sehr gut vorbereitet, bin läuferisch und körperlich stärker geworden und mache weniger Fehler im Kopf", erklärte er. Zudem habe er sich angewöhnt, nicht nur auf die eigenen Stärken sondern auch auf die Schwächen des Gegners zu achten und diese gnadenlos auszunutzen: "Vor allem mache ich nicht mehr so viel unnötige Mätzchen wir früher, das zahlt sich aus."
Eine persönliche Zielsetzung für die Australian Open in Melbourne, wo er im Vorjahr als bester Deutscher im Achtelfinale an Andy Roddick (USA) scheiterte, will Kohlschreiber erst nach der Auslosung am 14. Januar formulieren. "Bis dahin kann noch viel passieren, jetzt will ich erstmal hier in Adelaide so weit wie möglich kommen." Dass ihm dabei Tomas Berdych als ein weiterer schwerer Brocken im Weg steht, schreckt ihn nicht: "Das wird ein enges und spannendes Match."
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