Zum ersten Mal: Kroatien gewinnt den Daviscup
zuletzt aktualisiert: 04.12.2005 - 17:47Bratislava (rpo). Mario Ancic hat ganz Kroatien in einen Freudentaumel versetzt. Der 21-Jährige sorgte beim Daviscup-Finale in Bratislava gegen Gastgeber Slowakei mit einem 7:6, 6:3, 6:4-Sieg über Michal Mertinak für den entscheidenden Punkt zum 3:2 und führte sein Land damit im 93. Finale zum ersten Triumph in dem traditionsreichen Teamwettbewerb.
Zuvor hatte Kroatiens Nummer eins Ivan Ljubicic in einem spannenden Spitzeneinzel gegen Dominik Hrbaty eine 6:4, 3:6, 4:6, 6: 3, 4:6-Niederlage kassiert und damit die vorzeitige Entscheidung verpasst. Mario Ancic machte es anschließend um so besser und fuhr nach 2:50 Stunden den entscheidenden Sieg ein.
Kroatiens Kapitän Niki Pilic gelang nach den Erfolgen mit dem deutschen Team 1988, 1989 und 1993 unterdessen als erstem Trainer überhaupt der Titelgewinn mit zwei verschiedenen Nationen. Mitjubeln durfte am Sonntag auch Kroatiens Volksheld Goran Ivanisevic. Der Wimbledonsieger von 2001, der seine Karriere eigentlich schon beendet hat, war von Pilic noch einmal als vierter Spieler ins Team berufen worden und hatte quasi als Maskottchen auf der Bank seinen Anteil am kroatischen Erfolg.
Die neuen Helden der jungen Nation sind aber Ancic und Ljubicic. Der 26-jährige Ljubicic hatte im Auftakteinzel am Freitag gegen Karol Kucera für die Führung der Gäste gesorgt. Nach der Niederlage von Ancic gegen Hrbaty gewann das Duo auch das Doppel gegen Mertinak/Hrbaty.
Am Sonntag war dann Ancic der entscheidende Mann und Ljubicic dürfte auch locker verschmerzen können, dass er mit seiner ersten Niederlage im zwölften Daviscup-Match in diesem Jahr den Rekord von John McEnroe aus dem Jahr 1982 verpasste. Der US-Amerikaner war vor 13 Jahren mit einer 12:0-Bilanz in Einzel und Doppel ungeschlagen geblieben.
Für einen negativen Beigeschmack beim Debütanten-Finale hatten schon vor dem ersten Aufschlag Dopinggerüchte um den Slowaken Karol Beck gesorgt. Beck war von Teamchef Miroslav Mecir eigentlich als zweiter Einzelspieler vorgesehen, wurde aber wenige Stunden vor dem Auftakteinzel gegen Ljubicic zurückgezogen.
Offiziell leidet Beck unter Knieproblemen, der 23-Jährige steht allerdings seit einiger Zeit im Mittelpunkt von Dopinggerüchten. Er soll beim Halbfinalerfolg der Slowaken über Argentinien Ende September positiv getestet worden sein. Beck streitet das ab.
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