Daviscup: Deutsches Team zufrieden: Künen: "Echtes Schüttler-Wetter"
zuletzt aktualisiert: 03.02.2003 - 16:10Buenos Aires (rpo). Das deutsche Davis-Cup-Team ist mit den herrschenden Bedingungen in Argentinien zufrieden. Temperaturen um 41 Grad und 87 Prozent Luftfeuchtigkeit sind ganz nach dem Geschmack von Rainer Schüttler.
"Das ist echtes Schüttler-Wetter", stellte Teamchef Patrik Kühnen am Montag fest, als die Temperaturen in der argentinischen Metropole bis auf 41 Grad Celsius anstiegen. 87 Prozent Luftfeuchtigkeit garantieren zudem echtes Treibhaus-Klima, Bedingungen, in denen Deutschlands Nummer eins besonders gut den Schläger schwingt. "Ich spiele gerne bei solchen Bedingungen", versichert Schüttler: "Ich bin fit, mir macht das nichts."
Aber nicht nur das Wetter sondern auch der Platz und die Bälle sind so ganz nach dem Geschmack der deutschen Spieler. "Wegen der hohen Temperaturen ist der Sandplatz knochentrocken und damit sehr hart", sagt Kühnen: "Selbst wenn es in Strömen gießt, ist nach kürzester Zeit alles wieder trocken." Auch mit dem offiziellen Ball ist der Teamchef zufrieden: "Der fliegt schön und wird auf dem harten Boden noch mal ein paar Umdrehungen schneller." Zum ersten Mal trainierte die deutsche Mannschaft am Montag im Stadion auf dem River-Plate-Gelände, das ungefähr 8000 Besuchern Platz bieten soll, vier Tage vor den beiden ersten Einzeln am Freitag (ab 15.00 Uhr MEZ) aber nicht mal zur Hälfte ausverkauft ist.
Trotz aller Vorteile sind die Gäste aus dem winterlichen Deutschland, die aus ihrem Trainingslager in Bradenton/Florida am Samstag nach Buenos Aires kamen und zunächst zwei Tage lang im noblen Country Club des früheren argentinischen Weltklassespielers Guillermo Vilas trainierten, nach wie vor krasser Außenseiter.
Rainer Schüttler und Lars Burgsmüller, beide in der Bundesliga für Blau-Weiß Sundern gemeldet, bestreiten die Einzel gegen Wimbledon-Finalist David Nalbandian und den für den verletzten Guillermo Canas ins Team gerückten Juan Ignacio Chela. Im Doppel sollen David Prinosil (Amberg) und Michael Kohlmann (Hagen) gegen Gaston Gaudio und Lucas Arnold antreten.
Das Doppel ist die große Unbekannte in der deutschen Mannschaft. Zwar sind Prinosil und Kohlmann auf der Doppel-Rangliste der ATP die besten Deutschen, doch an ihren bis dato einzigen Daviscup-Auftritt haben beide eher schlechte Erinnerungen. Bei der Erstrunden-Niederlage 2002 in Kroatien verloren Kohlmann/Prinosil in drei Sätzen und hinterließen dabei keinen sonderlich guten Eindruck. "Das ist vorbei, vergessen", sagt Kohlmann: "Wir sind damals sehr schlecht geredet worden, aber man darf nicht vergessen, dass wir nur drei Tage Zeit zum Einspielen hatten, weil ich erst ganz kurzfristig für Tommy Haas in die Mannschaft gekommen bin."
Dieses Mal hatten sie fast zwei Wochen Zeit, in der Bollettieri-Akademie in Florida probten Prinosil und Kohlmann akribisch den Ernstfall. "Es geht gut voran", sagt Kühnen, der nichts von einer Doppel-Variante mit Schüttler wissen will: "David und Kohle sind unser Doppel, es gibt absolut keinen Grund, daran etwas zu ändern." Selbst die Tatsache, dass eigentlich beide normalerweise auf der Vorteil-Seite spielen, soll kein Problem darstellen: "Michael wird hier auf die Einstand-Seite gehen, er hat das schon oft gemacht, wenn er mit Katze Braasch Doppel spielt. Alles kein Thema." Bei so viel Harmonie kann Argentinien ruhig kommen.
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