Australian Open: Lospech für Deutsche Tennis-Elite
zuletzt aktualisiert: 13.01.2006 - 10:23Melbourne (rpo). Die Losfee hat es nicht gut gemeint mit den deutschen Teilnehmern der Australian Open. Tommy Haas muss sich in der ersten Runde mit dem an Nummer 14 gesetzten Franzosen Richard Gasquet auseinandersetzen und absolviert dabei bereits die Generalprobe für das Daviscupmatch im Februar. Beide haben noch nie gegeneinander gespielt. "Es gibt sicher angenehmere Gegner, aber man muss es halt nehmen, wie es kommt."
Nicolas Kiefer, der zurzeit im ATP-Computer beste deutsche Profi, wurde gegen den Thai Paradorn Srichaphan gelost. Der 26-Jährige hatte seine beste Saison 2003, als er das Jahr als Weltranglisten-Elfter abschloss. Insbesondere auf Hartplätzen kann der 43. der Weltrangliste jedem Kontrahenten gefährlich werden. Kiefer laboriert zudem seit Freitag an einer Verletzung im linken Knöchel, die er im Vorbereitungsturnier Kooyong Classics in Melbourne in der Partie gegen den Amerikaner Andy Roddick erlitt
"Es ist ja bekannt, dass ich etwas abergläubisch bin", teilte Kiefer auf seiner Homepage (www.nicolaskiefer.de) mit: "Mein Spiel gegen Andy Roddick in Kooyong. Ich führe 1:0, er schlägt auf, ich knicke um - aus der Traum!" Der Fuß schwoll sofort an. "Ich habe Schmerzen beim Laufen", berichtete Kiefer, der im Fall einer rechtzeitigen Genesung gegen seinen guten Freund Srichaphan antreten müsste. Schlimmeres befürchtete der 28-Jährige zunächst nicht: "Es scheint nichts gerissen zu sein. Ich hoffe, dass ich es bis zum Beginn der Australian Open hinbekomme, denn ich fühle mich in einer sehr guten Form."
Der Bayreuther Florian Mayer hat den Südkoreaner Lee Hyung-taik als Gegner. Bei einem möglichen Erfolg würde schon in der zweiten Runde voraussichtlich der Weltranglisten-Erste und Topfavorit Roger Federer auf den 22 Jahre alten Deutschen warten. Federer wäre dann im Achtelfinale möglicher Gegner von Tommy Haas.
Schwierig wird auch die Aufgabe für Sandplatzspezialist Tomas Behrend (Alsdorf), der auf den spanischen Linkshänder Feliciano Lopez trifft. Rainer Schüttler (Korbach) und Alexander Waske (Frankfurt) müssen gegen Qualifikanten spielen. Björn Phau (München) bekommt es mit dem Argentinier Carlos Berlocq zu tun, der bislang nur auf Sandplatzturnieren der Challenger-Serie aufgefallen ist, Philipp Kohlschreiber (Bamberg) spielt gegen den Tschechen Lukas Dlouhy.
Grönefeld wohl erst in Runde drei gefordert
Unterschiedliches Losglück hatten die vier deutschen Damen im Hauptfeld des mit rund 14,5 Millionen US-Dollar dotierten Turniers. Die an 22 gesetzte Topspielerin Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn) hat die Spanierin Laura Pous Tio als eine lösbare Aufgabe bekommen. Ihre namhafteste Gegnerin könnte in der dritten Runde die Italienerin Francesca Schiavone werden, bevor dann allerdings im Achtelfinale möglicherweise die an zwei gesetzte Belgierin Kim Clijsters wartet. Martina Müller (Hannover) spielt gegen eine Qualifikantin.
Knüppeldick kommt es dagegen für die Fed-Cup-Spielerinnen Sandra Klösel (München) und Julia Schruff (Augsburg), die beide gegen russische Spitzenspielerinnen antreten müssen. Klösel trifft auf die an vier gesetzte Maria Scharapowa und kann gegen die Wimbledonsiegerin von 2004 wenigstens von einem Match auf einem der großen Plätze träumen. Schruff ist gegen die an neun gesetzte Jelena Dementjewa ebenfalls krasse Außenseiterin.
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