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Lleyton Hewitt ausgeschieden: Melbourne: Australia Day wurde zum Tag der Schweizer

zuletzt aktualisiert: 26.01.2004 - 15:04

Melbourne (rpo). Die Schweizer Tennisspieler Roger Federer und Patty Schnyder waren am Australia Day ín Melbourne erfolgreich. Mit Lokalmatador Mark Philippoussis und Lleyton Hewitt verabschiedeten sich die letzten Einheimischen von den Australian Open.

Wimbledonsieger Roger Federer beendete zum Entsetzen von 15.000 Fans in der Rod-Laver-Arena die Hoffnungen auf den ersten Heimsieg bei den Australian Open seit 28 Jahren, als er in Lleyton Hewitt den letzten Einheimischen mit 4:6, 6:3, 6:0, 6:4 aus dem Wettbewerb warf. Zuvor hatte sich bereits Lokalmatador Mark Philippoussis mit Tränen in den Augen am Nationalfeiertag verabschiedet, während bei den Damen Patty Schnyder mit dem Viertelfinal-Einzug die grandiose Vorstellung der Eidgenossen krönte.

"Ein schöner Tag für die Schweiz. Das war wieder eine Schlacht mit Lleyton, und ich habe sie ausgerechnet am Australia Day gewonnen. Ich bin sehr, sehr glücklich über die Revanche für den Daviscup", sagte Federer nach dem erst dritten Sieg im elften Duell gegen den Australier.

Im September hatte er im Daviscup-Halbfinale an gleicher Stelle mit 2:0-Sätzen und 5:3 gegen Hewitt geführt und doch noch verloren, diesmal machte es der Weltranglistenzweite besser. Nach schlechtem Start brachte ausgerechnet eine falsche Fußfehler-Entscheidung gegen den Australier beim Spielball zum 3:2 im zweiten Satz die Wende. "Das hat mich aus dem Rhythmus gebracht, aber Roger war einfach zu gut für mich", meinte der nach 14 Siegen in Serie erstmals wieder geschlagene Hewitt fair.

Stopps, Lobs, Passierbälle - Federer zeigte großes Tennis und ließ sich auch nicht aus dem Konzept bringen, als Ende des dritten Satzes das 15-minütige Feuerwerk zum Australia Day begann. Nach 138 Minuten stand der Sieg fest, und die bislang einzige Schweizer Australien-Siegerin Martina Hingis klatschte auf der Tribüne begeistert in die Hände.

Federers nächster Gegner ist der Argentinier David Nalbandian (6:4, 6:2, 6:1 gegen seinen Landsmann Guillermo Canas), gegen den der Verehrer von Boris Becker nur eines von sechs Duellen gewonnen hat: "Da steht die nächste Revanche an. Aber jetzt will ich das Turnier gewinnen." Nalbandian hat bislang noch keinen Satz in Melbourne abgegeben.

Volleys vom Feinsten

Vor Hewitt war Philippoussis vom marokkanischen Tenniskünstler Hicham Arazi 6:2, 6:2, 6:4 entzaubert worden. Die Nummer 51 der Welt brachte die 200-Stundenkilometer-Aufschläge des fast zwei Köpfe größeren Favoriten fast immer zurück und zeigte Volleys vom Feinsten.

"Sorry Australien", erklärte der 30-Jährige nach seinem vierten Einzug in ein Grand-Slam-Viertelfinale gegen den Spanier Juan Carlos Ferrero: "Jetzt will ich mehr, ein Außenseiter wie Schüttler war hier im Vorjahr ja auch im Finale."

Wie Hewitt war Philippoussis auch am Extradruck am "Australia Day" gescheitert. Am 216. Jahrestag der Landung von Kapitän Arthur Philip in Sydney wurde die Nationalhymne gesungen, am Himmel ließ ein Hubschrauber eine 1400 Quadratmeter große Australienflagge schweben, und die Stadt war bei der großen Parade auf den Beinen. Alles hatte sich auf zwei Siege der Tennishelden eingestellt, doch es gab zwei Niederlagen - und die Schweizer jubelten.

"Kann hier noch sehr weit kommen"

Patty Schnyder sorgte mit dem ersten Viertelfinal-Einzug in ein Grand-Slam-Turnier seit 1998 dafür, dass das Land der Kuhglocken zum zweiten Mal in Melbourne in beiden Einzel-Wettbewerben unter den Top acht vertreten sind. "So eine Chance bei einem Grand-Slam-Turnier kommt nicht so schnell wieder. Ich bin eine sehr gute Spielerin und kann hier noch sehr weit kommen", meinte die seit kurzem mit ihrem Bodyguard verheiratete Schnyder selbstbewusst.

6:2, 6:4 gewann sie dank ihres variablen Spiels gegen die Französin Nathalie Dechy, ihre Viertelfinalgegnerin Lisa Raymond (6: 2, 6:0 gegen die 16-Jährige Tatiana Golovin/Frankreich) hat sie in allen vier bisherigen Duellen bezwungen. Die Belgierin Kim Clijsters sorgte mit dem 6:3, 6:3 gegen Silvia Farina-Elia wenigstens für einen halben australischen Sieg - sie ist mit Lleyton Hewitt verlobt.


92. Australian Open (11,4 Millionen Euro), 6./7. Spieltag:

Herreneinzel, 3. Runde:

Roger Federer (Schweiz/Nr. 2) -
Todd Reid (Australien) 6:3, 6:0, 6:1,

Juan Carlos Ferrero (Spanien/Nr. 3) -
Joachim Johansson (Schweden) 6:1, 7:6 (7:4), 6:7 (5:7), 6:4,

David Nalbandian (Argentinien/Nr. 8) -
Wayne Ferreira (Südafrika/Nr. 31) 6:2, 6:4, 7:5,

Mark Philippousis (Australien/Nr. 10) -
Mario Ancic (Kroatien) 6:4, 7:6 (7:2), 6:2,

Guillermo Canas (Argentinien) -
Tim Henman (England/Nr. 11) 6:7 (5:7), 5:7, 7:6 (7:3), 7:5, 9:7,

Andrei Pavel (Rumänien) -
Jiri Novak (Tschechien/Nr. 14) 4:6, 3:6, 7:5, 7:6 (7:3), 6:4,

Lleyton Hewitt (Australien/Nr. 15) -
Rafael Nadal (Spanien) 7:6 (7:2), 7:6 (7:5), 6:2

Achtelfinale:

Andy Roddick (USA/Nr. 1) -
Sjeng Schalken (Niederlande/Nr. 16) 6:1, 6:2, 6:3,

Andre Agassi (USA/TV/Nr. 4) -
Paradorn Srichaphan (Thailand/Nr. 13) 7:6 (7:3), 6:3, 6:4,

Sebastien Grosjean (Frankreich/Nr. 9) -
Robby Ginepri (USA/Nr. 32) 6:4, 3:6, 6:4, 6:1,

 Marat Safin (Russland) -
James Blake (USA) 7:6 (7:3), 6:3, 6:7 (6:8), 6:3

Damit im Viertelfinale:

Andy Roddick - Marat Safin,
Andre Agassi - Sebastien Grosjean,
Sieger aus Hicham Arazi/Mark Philippoussis - Sieger aus Andrei Pavel/Juan Carlos Ferrero,
Sieger aus David Nalbandian/Guillermo Canas - Sieger aus Lleyton Hewitt/Roger Federer


Dameneinzel, 3. Runde:

Kim Clijsters (Belgien/Nr. 2) -
Dinara Safina (Russland) 6:2, 6:1,

Lisa Raymond (USA/Nr. 25) -
Venus Williams (USA/Nr. 3) 6:4, 7:6 (7:5),

Anastasia Myskina (Russland/Nr. 6) -
Maria Sharapova (Russland/Nr. 28) 6:4, 1:6, 6:2,

Chanda Rubin (USA/Nr. 9) -
Elena Likhovtseva (Russland) 6:3, 6:2,

Patty Schnyder (Schweiz/Nr. 22) -
Paola Suarez (Argentinien/Nr. 12) 7:5, 6:3,

Silvia Farina Elia (Italien/Nr. 20 -
Amy Frazier (USA) 4: 6, 6:1, 7:5,

Tatiana Golovin (Frankreich) -
Lina Krasnoroutskaja (Russland/Nr. 23) 6:2, 7:6 (7:4),

Nathalie Dechy (Frankreich/Nr. 29) -
Saori Obata (Japan) 7:5, 6:1

Achtelfinale:

Justine Henin-Hardenne (Belgien/Nr. 1) -
Mara Santangelo (Italien) 6:1, 7:6 (7:5),

Amelie Mauresmo (Frankreich/Nr. 4) -
Alicia Molik (Australien) 7:5, 7:5,

Lindsay Davenport (USA/Nr. 5) -
Wera Zwonarewa (Russland/Nr. 11) 6:1, 6:3,

Fabiola Zuluaga (Kolumbien/Nr. 32) -
Aniko Kapros (Ungarn) 6:4, 6:2

Damit im Viertelfinale:

Justine Henin-Hardenne - Lindsay Davenport,
Amelie Mauresmo - Fabiola Zuluaga,
Siegerin aus Nathalie Dechy/Patty Schnyder - Siegerin aus Tatiana Golovin/Lisa Raymond,
Siegerin aus Anastasia Miskina/Chanda Rubin - Siegerin aus Silvia Farina Eli/Kim Clijsters


Herrendoppel, 2. Runde u.a.:

Juan Ignacio Chela/Oscar Hernandez (Argentinien/Spanien) -
Michael Kohlmann/Julian Knowle (Oberhausen/Österreich) 6:,4 4:6, 7:5

3. Runde u.a: Gaston Etlis/Martin Rodriguez (Argentinien/Nr. 9) -
Karsten Braasch/Sargis Sargsian (Hagen/Armenien) 7:5, 6:2


Damendoppel, 2. Runde u.a.:

Linday Davenport/Corina Morariu (USA) -
Martina Navratilova/Lisa Raymond (USA/Nr. 2) 6:3, 6:0


 
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