Überraschung im Daviscup: Mit Schüttler und Behrend gegen den Abstieg
zuletzt aktualisiert: 18.09.2003 - 15:27Sundern (rpo). Im Daviscup-Abstiegsduell gegen Weißrussland soll neben Rainer Schüttler Debütant Tomas Behrend von Freitag bis Sonntag in Sundern den Kampf mit Max Mirnyi und Wladimir Woltschkow aufnehmen.
Mit einer handfesten Überraschung hat Kapitän Patrik Kühnen den Countdown für die Daviscup-Abstiegspartie gegen Weißrussland eröffnet. Neben Rainer Schüttler wird Tomas Behrend von Freitag bis Sonntag in Sundern den Kampf mit Max Mirnyi und Wladimir Woltschkow aufnehmen. "Alle haben hier bei null angefangen und hatten die selben Chancen. Tomas hat den besten Eindruck gemacht und sich den Einsatz hart erarbeitet", sagte Kühnen. Nicht berücksichtigt wurden Lars Burgsmüller und Alexander Waske - für Nicolas Kiefer blieb das Trostpflaster Doppel-Einsatz am Samstag (15.00 Uhr) an der Seite von Schüttler.
"Auch die anderen haben gut trainiert, aber ich war eben das Quäntchen besser", sagte Debütant Behrend an der Stätte seines größten Erfolges. Mit Blau-Weiß Sundern gewann der 28-Jährige vor einem Monat die deutsche Meisterschaft. Im Abschlusstraining am Mittwoch hatte der in Brasilien geborene Aachener "eine Schippe drauf gelegt" - sowohl gegen Topspieler Schüttler als auch Kiefer, der im Champions Race als Nummer 58 am zweitbesten postiert ist.
Der 1,93 m große Weltranglisten-107. muss am Freitag (11.00 Uhr/ARD) gegen die weißrussische Nummer eins, Max Mirnyi, gleich Farbe bekennen. Anschließend schlägt Schüttler gegen Wladimir Woltschkow auf, gegen den er noch nie gespielt hat. "Es wird ein verdammt hartes Wochenende", dämpfte der Sechste des Champions Race übergroße Hoffnungen auf einen leichten Sieg. Auf die Euphoriebremse tritt auch der verletzte Thomas Haas, der wie schon in Argentinien als Maskottchen dabei ist und zur Auslosung im sommerlichen Sauerland gemeinsam mit dem Team in kurzer Hose und Trainingsjacke erschien.
Vor seinem ersten Daviscupeinsatz hat "Nachrücker" Behrend natürlich Respekt. "Letzte Nacht habe ich schon unruhig geschlafen", verriet er. Dabei hat er vor gut zwei Monaten den einzigen Vergleich mit Mirnyi in zwei glatten Sätzen gewonnen. "Das war vielleicht mein bislang bestes Match", meinte Behrend. "Ich bin stolz, für Deutschland spielen zu dürfen."
Kiefer: Muss es nehmen wie es ist
Auch Nicolas Kiefer gab sich betont bescheiden. "Ich muss es nehmen, wie es ist." Den prophezeiten Ärger werde es nicht geben. "Patrik hat sich so entschieden, und ich werde das akzeptieren", sagte der Holzmindener, dem mit Schüttler im Doppel gegen Mirnyi/Woltschkow nur eine Außenseiterrolle eingeräumt wird. "Aber wir harmonieren gut, auch wenn wir vor zwei, drei Jahren das letzte Mal gemeinsam ein Turnier gespielt haben", meinten beide unisono.
Den zum Verbleib in der Weltgruppe notwendigen dritten Punkt muss die deutsche Mannschaft wohl am Sonntag in den beiden abschließenden Einzeln holen. Schüttler trifft um 11.00 Uhr im Spitzenspiel zunächst auf Mirnyi, gegen den er von fünf Vergleichen vier gewonnen hat - allerdings keinen auf Sand wie in Sundern. Danach setzen Behrend und Woltschkow den Schlusspunkt unter das für den Krisen geschüttelten Deutschen Tennis Bund (DTB) Richtung weisende Match.
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