Kühnen, Rittner und Eberhard: Neues Dreierpack für den DTB
zuletzt aktualisiert: 25.10.2004 - 15:55Neuss (rpo). Der Deutsche Tennis Bund strebt nach besseren Zeiten und das mit einem neuen Dreierpack. Ab dem 1. Januar 2005 soll Barbara Rittner im Damen Fed-Cup-Team für Aufschwung sorgen, während ihr Vorgänger Klaus Eberhard in die Position des Sportdirektors wechselt. Patrick Kühnen setzt seine Arbeit für zwei weitere Jahre fort und will als Teamchef mit den deutschen Herren wieder nach ganz oben.
Rittner und Kühnen versprechen sich viel von der künftigen Dreier-Konstellation mit Sportdirektor Klaus Eberhard, mit dem Kühnen "eine enge Freundschaft" und Rittner ein "ausgesprochen gutes Verhältnis" verbindet. "Für mich ist das eine perfekte Optimierung im leistungssportlichen Bereich", sagt Kühnen, der wie auch Rittner künftig noch mehr in die Nachwuchsarbeit einbezogen wird: "So habe ich es mir gewünscht: Kurze Dienstwege und optimale Zusammenarbeit."
Bei Eberhard laufen künftig alle Fäden vom Jugend- bis zum Profibereich zusammen, Rittner und Kühnen sollen ihn bei seiner Arbeit beraten und unterstützen. "Ich bin sicher, dass er mit seiner großen Erfahrung das Zeug dazu hat, diese anspruchsvolle Position auszufüllen und die sportliche Zukunft des DTB erfolgreich zu gestalten", glaubt DTB-Präsident Georg von Waldenfels. "Es ist ein echter Neuanfang mit besten Voraussetzungen", meint Rittner, die sich derzeit im Leistungszentrum des DTB in Hannover auf ihre Trainerprüfung im Januar vorbereitet.
Rittners Vertrag gilt für maximal 20 Wochen pro Jahr
Barbara Rittner, die schon seit einiger Zeit als erste Anwärterin auf das Amt galt und ihre Karriere als Spielerin mit Beginn der neuen Aufgabe definitiv beenden wird, will die Bezeichung Teamchefin "nicht nur vor mir hertragen, sondern wirklich etwas bewegen". Ihr Vertrag gilt für maximal 20 Wochen pro Jahr und umfasst Einsätze im Fed Cup sowie bei den French Open und Wimbledon. Reisen der Teamchefin zu den Australian Open in Melbourne und den US Open in New York sind vertraglich zunächst nicht vorgesehen und in der Gesamtdotierung von angeblich 35.000 Euro pro Jahr auch nicht enthalten.
Gänzlich unbelastet tritt Barbara Rittner ihr neues Amt nicht an. Probleme mit Youngster Anna-Lena Grönefeld, die als das größte Talent im deutschen Damentennis gilt, wollen möglichst schnell gelöst werden. Grönefelds Trainer Rafael Font de Mora, mit dem die 20-jährige in den USA zusammenarbeitet, teilte dem DTB schriftlich mit, dass sein Schützling unter einer Teamchefin Barbara Rittner auf keinen Fall Fed Cup für Deutschland spielen werde. Angebliche Äußerungen Rittners über das Verhältnis zwischen Font de Mora und Grönefeld hatten die Stimmung vergiftet.
"Ich will, dass die beste Mannschaft spielt"
Rittner dementiert vehement: "Ich habe nie etwas Derartiges gesagt, mich interessiert ausschließlich die Tennisspielerin Grönefeld, die eine Leistungsträgerin werden soll und kann. Ihr Privatleben geht mich nichts an." So schnell wie möglich soll es Gespräche auch mit Anca Barna und Marlene Weingärtner geben: "Ich will, dass die beste Mannschaft spielt. Nicht nur einmal, sondern immer." Fürwahr kein leichter Job.
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