French Open in Paris: Nur noch Grönefeld vertreten
zuletzt aktualisiert: 03.06.2006 - 22:02Paris (rpo). Bei den French Open ist aus dem deutschen Lager nur noch Anna-Lena Grönefeld im Wettbewerb. Gegen die Russin Maria Kirilenko zeigte die deutsche Nummer eins eine konzentrierte Leistung und zog nach einem sicheren 6:2 7:6-Zweisatzsieg ins Achtelfinale ein. Tommy Haas verlor nach einer enttäuschenden Vorstellung gegen den serbischen Shooting-Star Novak Djokovic 5:7 1:6 und 6:7.
Anna-Lena Grönefeld reckte die Arme in die Höhe, strahlte über das ganze Gesicht und schrieb danach ein Autogramm nach dem anderen: Im Achtelfinale hat Grönefeld an ihrem 21. Geburtstag am Sonntag gegen die Argentinierin Gisela Dulko die große Chance auf mehr.
"Das wäre ein super Geschenk für mich. Ich glaube, ich habe eine große Gelegenheit, ins Viertelfinale zu kommen", meinte Grönefeld und kündigte für den Fall eines Erfolges "ein schönes Essen in Paris" an. Siebenmal war Grönefeld zuvor bei Grand Slams nie über die dritte Runde hinausgekommen. Ausgerechnet in Paris, wo sie 2003 als Siegerin des Junioren-Turniers schon einmal ganz oben stand, schaffte sie nun den Durchbruch.
"Ich bin stolz, dass ich das erstmal geschafft habe. Ich wollte endlich über die dritte Runde hinauskommen, das war mein großes Ziel", erklärte Grönefeld, die vor allem im ersten Satz gegen Kirilenko stark aufgespielt hatte. Sollte ihr auch der Coup gegen die an Nummer 32 gesetzte Dulko gelingen, winkt als Belohnung ein Match gegen Titelverteidigerin Justine Henin-Hardenne (Belgien) oder deren Vorgängerin Anastasia Myskina (Russland).
Kiefer bereits verschwunden
Auf dem voll besetzten Court Nummer 2 hatte Grönefeld 2005 in der dritten Runde noch gegen Francesca Schiavone (Italien) verloren. Diesmal ließ sie sich auch durch den wechselhaften zweiten Satz mit insgesamt sechs Breaks nicht aus der Ruhe bringen und machte mit starken Nerven die Revanche für die Finalniederlage gegen Kirilenko in Peking 2005 perfekt. Auch die Schmerzen nach dem Bandencrash aus der ersten Doppelrunde waren da gar nicht mehr so schlimm.
Nicolas Kiefer hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits aus Paris verabschiedet. Er war am Morgen nach seiner bitteren Aufgabe wegen eines dicken Handgelenks gegen den Tschechen Tomas Berdych in das Flugzeug Richtung Heimat gestiegen. Ob für ihn die Rasensaison mit dem Höhepunkt Wimbledon in Gefahr ist, war da noch unklar. "Ich lasse erstmal eine Kernspintomographie machen. Dann werde ich es genauer wissen", meinte Kiefer.
Der 28-Jährige war in seinem Marathon-Match in der zweiten Runde gegen den Franzosen Marc Gicquel auf die Hände gefallen und konnte deshalb gegen Berdych praktisch keine beidhändige Rückhand spielen. "Ich hab s mit einer Schmerzmittel-Kur morgens, mittags und abends versucht. Aber es hat nichts gebracht", sagte "Kiwi".
Der eigene Körper machte ihm in Paris nicht zum ersten Mal einen Strich durch die Rechnung. 2005 konnte er zu seinem Achtelfinalmatch gegen den Argentinier Guillermo Canas wegen Problemen an Nacken und Rücken gar nicht erst antreten.
Nadal gewinnt
Geburtstagskind Rafael Nadal hat seine Siegesserie bei den French Open nach großem Kampf fortgesetzt. Der spanische Titelverteidiger gewann sein Drittrundenmatch gegen den Franzosen Paul-Henri Mathieu an seinem 20. Geburtstag nach 4:53 Spielzeit mit 5:7, 6:4, 6:4, 6:4 und erhöhte seinen Siegrekord damit auf 56. Erfolge auf Sand in Serie.
Auf dem voll besetzten Centre Court von Roland Garros dauerte allein der erste Satz eineinhalb Stunden. Der an Nummer 29 gesetzte Mathieu bot Nadal eine hochklassige Partie und riss seine Landsleute zu Jubelstürmen hin. Nadal muss nun gegen den früheren Weltranglistenersten Lleyton Hewitt (Australien) antreten.
STATISTIK:
76. French Open in Paris (14,3 Millionen Euro), 7. Tag:
Herreneinzel, 3. Runde:
Novak Djokovic (Serbien und Montenegro) - Tommy Haas (Sarasota-USA/Nr. 23) 7:5, 6:1, 7:6 (7:4)
Rafael Nadal (Spanien/TV/Nr. 2) - Paul-Henri Mathieu (Frankreich/Nr. 29) 5:7, 6:4, 6:4, 6:4
Julien Benneteau (Frankreich) - Radek Stepanek (Tschechien/Nr. 11) 5:7, 7:5, 7:6 (10: 8), 6:3
Lleyton Hewitt (Australien/Nr. 14) - Dominik Hrbaty (Slowakei/Nr. 22) 7:6 (7:5), 6:2, 6:2
Ruben Ramirez Hidalgo (Spanien) - David Ferrer (Spanien/Nr. 15) 7:6 (7:4), 7:5, 6:4
Alberto Martin (Spanien) - Olivier Rochus (Belgien/Nr. 27) 7:5, 4: 6, 6:7 (5:7), 6:1, 6:4
Wegen Dunkelheit abgebrochen:
Ivan Ljubicic (Kroatien/Nr. 4) - Juan Monaco (Argentinien) 4:6, 5:7, 6:3, 6:4, 4:2
James Blake (USA/Nr. 8) - Gael Monfils (Frankreich)/Nr. 25) 2:6, 7:6 (7:2)
Damit im Achtelfinale:
Roger Federer (Schweiz/Nr. 1) - Tomas Berdych (Tschechien/Nr. 20), Hewitt - Nadal, David Nalbandian (Argentinien/Nr. 3) - Martin Vasallo Arguello (Argentinien), Nikolai Dawydenko (Russland/Nr. 6) - Gaston Gaudio (Argentinien/Nr. 10), Tommy Robredo (USA/Nr. 7) - Mario Ancic (Kroatien/Nr. 12), Martin - Benneteau, Ramirez Hidalgo - Ljubicic oder Monaco, Djokovic - Blake oder Monfils
Herrendoppel, 2. Runde:
Björn Phau/Alexander Peya (Darmstadt/Österreich) - Petr Pala/Robin Vik (Tschechien) 6:3, 7:6 (7:3)
Dameneinzel, 3. Runde:
Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn/Nr. 13) - Maria Kirilenko (Russland/Nr. 20) 6:2, 7:6 (7:2)
Kim Clijsters (Belgien/Nr. 2) - Anabel Medina Garrigues (Spanien) 6:3, 6:4
Justine Henin-Hardenne (Belgien/TV/Nr. 5) - Tathiana Garbin (Italien) 6:4, 6:0
Shahar Peer (Israel/Nr. 31) - Jelene Dementiewa (Russland/Nr. 6) 6:4, 7:5
Anastasja Myskina (Russland/Nr. 10) - Ana Ivanovic (Serbien-Montenegro) 6:2, 6:3
Martina Hingis (Schweiz/Nr. 12) - Ivana Lisjak (Kroatien) 6:1, 6:1
Daniela Hantuchova (Slowakei/Nr. 15) - Nathalie Dechy (Frankreich/Nr. 21) 6: 3, 3:6, 10:8
Gisela Dulko (Argentinien/Nr. 32) - Shenay Perry (USA) 6:1, 6:1
Damit im Achtelfinale:
Amelie Mauresmo (Frankreich/Nr. 1) - Nicole Vaidisova (Tschechien/Nr. 16), Patty Schnyder (Schweiz/Nr. 7) - Venus Williams (USA), Maria Scharapowa (Russland/Nr. 4) - Dinara Safina (Russland/Nr. 14), Francesca Schiavone (Italien/Nr. 9) - Swetlana Kusnezowa (Russland/Nr. 8), Henin-Hardenne - Myskina, Grönefeld - Dulko, Hantuchova - Clijsters
Damendoppel, 2. Runde:
Anna Tschakwetadse/Jelena Wesnina (Russland) - Virginie Ruano Pascual/Paola Suarez (Spanien/Argentinien/TV/Nr. 8) 6:2, 2:6, 8:6
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