43. Super Bowl in Tampa: Obama steht auf die Pittsburgh Steelers
zuletzt aktualisiert: 30.01.2009 - 18:19Tampa (RPO). Auch der 43. Super Bowl zieht alle in seinen Bann. Wenn sich in der Nacht zum Montag (0.28 Uhr) die Pittsburgh Steelers und die Arizona Cardinals gegenüberstehen, kommt es in Tampa sogar zu einem Fernduell der derzeit wohl meistgefeierten Persönlichkeiten der USA.
Die einen haben den neuen US-Präsidenten Barack Obama auf ihrer Seite, die anderen hoffen auf einen weiteren Glanztag ihres eigentlich schon abgeschriebenen Quarterbacks Kurt Warner.
Die Sympathien fliegen Beiden zu, den Sieg im Endspiel der National Football League (NFL) darf am Ende nur einer bejubeln. "Abgesehen von den Chicago Bears sind die Steelers meinem Herzen am nächsten. Ich bin ein langjähriger Fan des Teams", meint Obama vor dem Spiel, das in rund 230 Ländern übertragen und weltweit rund eine Milliarde Zuschauer vor den Fernsehschirm ziehen wird: "Ich wünsche aber auch den Cardinals nur das Beste. Das Comeback von Kurt Warner ist eine großartige Geschichte."
Beim Außenseiter aus Arizona hofft man, dass diese Story einen krönenden Abschluss findet. Zumal Warners Werdegang alles beinhaltet, was gerade die Amerikaner so lieben. Vor seiner NFL-Karriere füllte der Spielmacher Supermarktregale auf, führte die St. Louis Rams dann zum Super-Bowl-Sieg 2000, verschwand anschließend wieder in der Versenkung, um nun in Phoenix wieder aus der Asche zu erstehen. Da werfen einen auch daumendrückende Präsidenten nicht mehr um.
"Wir haben Kurt Warner. Barack Obama wird den Ausgang der Partie nicht beeinflussen können. Vielleicht werden wir ihn am Ende davon überzeugen, künftig ein Fan der Cardinals zu sein", sagt Arizonas Passempfänger Larry Fitzgerald. Auch Warner selbst, der nach dem Spiel möglicherweise seine Karriere beenden wird, zeigt sich unbeeindruckt: "Wir können Teil der Geschichte werden. Das ist etwas ganz Besonderes."
Im Gegensatz zu den Cardinals, die zuletzt vor 61 Jahren und damit vor Einführung des Super Bowls um den NFL-Titel spielten, sind die Steelers meisterschaftserprobt. Zuletzt konnte man die rund 16.000 Dollar teure Vince-Lombardi-Trophy 2006 in die Höhe recken. Insgesamt hat Pittsburgh bereits fünf Super-Bowl-Triumphe auf dem Konto und könnte sich mit einem weiteren Erfolg zum alleinigen Rekordmeister aufschwingen.
Die ganz große Anziehungskraft der vergangenen Jahre versprüht das größte Einzelsportereignis der Welt aufgrund der Finanzkrise aber offenbar nicht mehr. So sollen durch Ausgaben der Fans nur noch 150 Millionen Dollar in die regionale Wirtschaft Tampas fließen. Im vergangenen Jahr in Glendale/Arizona waren es 33,5 Millionen mehr.
Auch der in den USA übertragende Fernsehsender NBC hatte wenige Tage vor dem Kickoff noch Werbeblöcke im Angebot. Drei Millionen Dollar für einen 30-Sekunden-Spot haben sogar namhafte Firmen zurückschrecken lassen. Selbst einige Tickets waren noch zu bekommen. Dabei hatte die NFL den Preis für die günstigste Karte im Vergleich zum Vorjahr von 700 auf 500 Dollar gesenkt. Zudem strich das Männermagazin Playboy seine glamouröse Party vor dem Finale wegen zu hoher Kosten ersatzlos.
Vor dem Fernseher hingegen werden jenseits des Atlantiks die Feiern wieder allerorts steigen. Insgesamt rund 14.500 Tonnen Kartoffelchips und vier Millionen Kilogramm Guacamole stehen auf dem Speiseplan. Erfahrungsgemäß melden sich am Montag nach dem Spiel sechs Prozent der amerikanischen Arbeitnehmer krank. Ein Wert, der Obama nicht erfreuen dürfte - egal, wie die Partie ausgeht.
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