Interview mit Isabell Werth: "Olympia 2012 ist noch weit weg"
VON MANFRED VAN TREEK - zuletzt aktualisiert: 04.09.2009 - 18:04Düsseldorf (RPO). Sechs Monate wurde Reiterin Isabell Werth wegen eines Dopingvergehens gesperrt. Nach den Regeln des Internationalen Olympischen Comitees (IOC) kann sie damit an den Olympischen Spielen 2012 in London wieder teilnehmen kann. Das Interview.
Wie haben Sie vom Urteil des Welt-Reiterverbandes erfahren?
Isabell Werth: Die Entscheidung ist gleichzeitig der Deutschen Reiterlichen Vereinigung in Warendorf und meinem Anwalt mitgeteilt worden, der mich natürlich sofort angerufen hat. Da kam ich gerade von einer Massage.
Entspricht die sechsmonatige Sperre Ihren Erwartungen?
Werth Viele Umstände, zum Beispiele andere Urteile aus der jüngsten Vergangenheit, sprachen dafür, dass es maximal sechs Monate werden. Trotzdem: Wenn man es nun endgültig weiß, ist man schon erleichtert.
Vor allem doch wohl deshalb, weil Sie nun aller Voraussicht nach in London starten können?
Geburtstags-Anhörung
Isabell Werth ist am 21. Juli 40 Jahre alt geworden. Ihre Geburtstagsfeier musste sie allerdings verschieben, weil am selben Tag ihre Anhörung vor dem Weltverband der Reiter (FEI) in Lausanne stattfand.
Wallach Whisper wurde 1999 geboren. Über den 1,75 Meter großen Fuchs sagt die Rheinbergerin: "Er ist ein spektakuläres Pferd mit ganz viel Präsenz. Manchmal ein wenig ängstlich, auf der anderen Seite aber auch recht temperamentvoll."
Werth: Nicht so schnell, bitte. Zuerst mal muss ich mich natürlich für die Olympischen Spiele qualifizieren. Die sind noch weit weg, und bis dahin kann noch viel passieren. Und dann wäre ich nach IOC-Regeln in der Tat startberechtigt, aber national gibt's eigene Regeln. Allerdings ist allgemein bekannt, dass sich der Deutsche Olympische Sportbund Einzelfallentscheidungen vorbehalten hat, und deshalb bin ich äußerst zuversichtlich. Andererseits beschäftige ich mich mit diesem Thema zurzeit noch nicht wirklich.
Wann werden wir Sie denn wieder bei Turnieren und Titelkämpfen im Dressurviereck sehen?
Werth: Das ist noch völlig offen. Nach der Geburt meines Kindes werde ich sicherlich noch eine Babypause einlegen, ehe ich wieder in den sportlichen Wettkampf eintrete. Aber ich denke schon, dass ich mich in der Szene spätestens zu Beginn der "Grünen Saison" im Frühjahr 2010 wieder zurück melden werde.
Und dann gibt's vermutlich auch gleich wieder hohe Zielsetzungen, oder?
Werth: Ohne die geht es nicht, wenn man Spitzensport betreibt. Auf jeden Fall will ich bei den Weltmeisterschaften im nächsten Jahr in Kentucky (USA) dabei sein.
Apropos WM. Wie kommentieren Sie das deutsche Abschneiden bei der EM in Windsor Castle?
Werth: Überhaupt nicht. Das ist Vergangenheit und habe ich für mich abgehakt.
Manfred van Treek führte das Gespräch.
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