Doping-Vorwürfe gegen Topp-Sprinterin bleiben bestehen: Olympiasiegerin Jones am Lügendetektor
zuletzt aktualisiert: 17.06.2004 - 10:50San Francisco (rpo). Marion Jones, dreifache Olympiasiegerin von Sydney, hat sich freiwillig einem Lügendetektortest unterzogen. Die Ergebnisse ließen an der Unschuld der Sprinterin nicht zweifeln. Trotzdem hat die amerikanische Anti-Doping-Behörde USADA das letzte Wort und einige Vorwürfe haben weiterhin Bestand.
Im schwelenden Streit um ihre Verwicklung in den Skandal um die Designerdroge THG geriet Marion Jones unter Zugzwang. Die Ergebnisse des Lügendetektortests waren nach Aussage vom Rechtsanwalt der Olympiasiegerin, Joseph Burton, eindeutig: "Der Test hat unzweifelhaft bewiesen, dass Marion zu keinem Zeitpunkt leistungsfördernde Mittel eingenommen hat." Burton leitete die Ergebnisse am Donnerstag an die amerikanische Anti-Doping-Behörde USADA weiter.
Jones hat beim Test eine "grandiose Vorstellung" abgeliefert
Der kanadische USADA-Chef Dick Pound warf Jones unterdessen vor, mit der Forderung nach einer öffentlichen Anhörung eine "grandiose Vorstellung" abgeliefert zu haben. Er kritisierte zudem die Wortwahl der Dopingverdächtigten: "Es war sehr unglücklich, dass Marion Jones angeraten wurde, die USADA mit einem geheimen Gericht zu vergleichen." Zum Lügendetektortest wollte sich weder Pound noch USADA-Pressesprecher Rich Wanninger detailliert äussern. Letzterer bestätigte lediglich, dass "jegliche glaubwürdige Information begutachtet werde."
Auf einer Pressekoferenz in San Francisco am Mittwoch gab die Sprinterin zu, von dem im Dopingskandal verwickelten Balco-Labor Nahrungsergänzungsmittel bezogen zu haben. Einige Minuten zuvor bekräftigte Jones, Balco hätte sie nie beliefert. "Ich habe 1999 angefangen, ZMA von Balco zu beziehen. Anfang 2001 habe ich es jedoch gestoppt und erhalte das Produkt seitdem von GNC", sagte die Athletin. ZMA ist ein legales Nahrungsergänzungsmittel, das in der Vergangenheit von zahlreichen Top-Athleten aus den USA öffentlich gelobt wurde. Auch Jones tat dies einst in einem Fitness-Magazin.
Noch kein Test war bei der Olympiasiegerin positiv
"Ich habe in dem Artikel gesagt, dass ich ein Produkt namens ZMA befürworte. Ich habe damals zugegeben, ZMA zu nehmen, und tue es auch heute noch. Ich denke, es ist ein nützliches Produkt", meinte die Sprinterin. Vorwürfe, leistungsfördernde Mittel eingenommen zu haben, wies sie erneut strikt zurück: "Ich arbeite ausschließlich mit dem, was mir Gott gegeben hat: Talent, Körper und Wille." Jones' Dopingtests waren bislang alle negativ.
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