Weingärtner kampflos weiter: Paris: "Laufwunder" Schüttler im Viertelfinale
zuletzt aktualisiert: 30.10.2003 - 21:12Paris (rpo). Mit einer beeindruckenden Energieleistung ist "Laufwunder" Rainer Schüttler ins Viertelfinale des Masters-Tennisturniers in Paris-Bercy gestürmt. Marlene Weingärtner hat in Philadelphia kampflos das Viertelfinale erreicht.
Trotz seiner streckenweise beängstigenden Aufschlagschwäche setzte sich der an Nummer fünf gesetzte Korbacher am Donnerstag im Palais Omnisports gegen den Chilenen Nicolas Massu mit 6:4, 7:5 durch. Bei einem Sieg in der Runde der letzten Acht gegen Andrei Pavel kann der 27-Jährige gut eine Woche vor Beginn seiner ersten WM-Teilnahme in Houston (10. bis 16. November) den pausierenden Amerikaner Andre Agassi sogar noch von Platz fünf im Champions Race verdrängen und sich damit für die Pleite im Australian-Open-Finale ein wenig schadlos halten.
Schüttler und Agassi sind wie Juan Carlos Ferrero (Spanien), Andy Roddick (USA), Roger Federer (Schweiz), Guillermo Coria (Argentinien) sowie Carlos Moya (Spanien) bereits für den Saison-Höhepunkt der besten acht Tennisprofis qualifiziert. Beste Aussichten auf den letzten noch freien Platz hat der in Paris wegen einer Handverletzung pausierende Argentinier David Nalbandian, nachdem sich die Konkurrenten Mark Philippoussis (Australien) und Sebastien Grosjean (Frankreich) in Runde zwei verabschiedet haben. Theoretische Chancen hat auch noch der Thailänder Paradorn Srichaphan, der das mit 2,45 Millionen Euro dotierte Turnier aber gewinnen müsste.
Im "Ball Paradox" gegen den an zehn gesetzten Massu startete Schüttler unsicher wie schon tags zuvor gegen James Blake aus den USA. Vor allem der Aufschlag ließ ihn ein ums andere Mal im Stich, was bei der Serviceschwäche seines Kontrahenten aber nicht sonderlich ins Gewicht fiel. So konnte er das 1:2 prompt ausgleichen und mit zwei weiteren Breaks den ersten Durchgang für sich entscheiden.
"Ich muss einfach nur gut spielen, dann kann ich auch gegen Massu gewinnen", hatte sich Schüttler bei allem Respekt vor dem Madrid- Finalisten vorgenommen. Doch dem Anspruch wurde der beste deutsche Tennisprofi vor fast leeren Rängen in der Mittagszeit nur teilweise gerecht. Dennoch gelang die Revanche für die Zweisatz-Niederlage im bislang einzigen Vergleich im vorigen Jahr in Stockholm.
Leichtfüßig und jederzeit topmotiviert kämpfte sich Schüttler auch im zweiten Satz zurück ins Match und schaffte zum 4:4 erstmals den Ausgleich. Und nun ließ sich der in seinem besten Tennis-Jahr vor Selbstbewusstsein strotzende Schüttler das Match nicht mehr aus der Hand nehmen.
Sein Viertelfinal-Gegner Andrei Pavel kann an diesem Freitag ausgeruht in den vierten Vergleich mit dem Lyon- und Tokio-Sieger gehen. Der in Ostwestfalen lebende Rumäne, der noch nicht einen Satz gegen den Wahl-Schweizer abgegeben hat, musste in der dritten Runde erst gar nicht auf dem blauen Teppichbelag des Palais Omnisports aufschlagen, weil sich der an Nummer vier gesetzte Coria wegen einer Magen-Darm-Grippe abmelden musste.
Weingärtner kampflos weiter - Aus für Barna
Marlene Weingärtner hat beim Tennisturner in Philadelphia kampflos das Viertelfinale erreicht. Die 23-Jährige aus Heidelberg profitierte am Donnerstag allerdings von einer Verletzung ihrer slowenischen Gegnerin Tina Pisnik, die zum Achtelfinale nicht mehr antreten konnte. Weingärtner trifft nun auf Nicole Pratt (USA) oder die Russin Anastasia Myskina.
Für Anca Barna war in Quebec das Achtelfinale dagegen Endstation. Die Nürnbergerin musste sich trotz eines starken Beginns der Russin Alina Jidkowa 6:1, 5:7, 1:6 geschlagen geben.
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