11. Leichtathletik-WM in Osaka: Peinlicher Eklat beim 50-km-Gehen
zuletzt aktualisiert: 01.09.2007 - 10:13Osaka (RPO). Nathan Deakes holte zum Auftakt des vorletzten Tages der Leichtathletik-WM in Osaka das zweite Gold für Australien. In 3:43,54 Stunden siegte der 30 Jahre alte Weltrekordler (3:35:47) im 50-km-Gehen vor Europameister Johan Diniz, der in 3:44:22 die erste Osaka-Medaille für Frankreich gewann, und dem Italiener Alex Schwazer, der in 3:44:38 wie 2005 in Helsinki Bronze verbuchte.
Leer ging der russische Mitfavorit und Olympiazweite Dennis Nischegorodow als Vierter in 3:46:57 aus. Erneut gab es derweil eine Organisationspanne. Der Japaner Yuki Yamazaki kam zwar als Fünfter ins Ziel, taucht aber nicht im Ergebnis auf, weil er von den Kampfrichtern eine Runde zu früh von der Strecke ins Stadion geschickt worden war.
Sechs Tage zuvor war beim 20-km-Wettbewerb genau das Gegenteil passiert, als der Berliner Medaillenaspirant Andre Höhne erst nach einem Umweg in die Arena durfte.
Frauen-Staffel erreicht Finale
Nach Disqualifikation und erfolgreichem Protest des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), der mit sechs Medaillen bereits am drittletzten Tag sein selbstgesetztes Soll erfüllt hatte, zog die 4x100-m-Staffel der Frauen wie zuvor die Männer ins Finale ein. In 43,17 Sekunden lief das Quartett mit Katja Wakan (Wattenscheid), Cathleen Tschirch (LG Weserbergland), Johanna Kedzierski (Mannheim) und U23-Europameisterin Verena Sailer (Fürth/München) in 43,17 die siebtbeste Zeit, ließ aber keine Medaillenchance erkennen. In Jahres-Weltbestzeit von 42,24 zogen zogen die USA auch ohne 200-m-Weltmeisterin Allyson Felix vor Jamaika (42,70), das 100-m-Siegerin Veronica Campbell schonte, ins Finale am Sonntag ein.
Der Jamaikaner Maurice Smith steht unterdessen vor der Zehnkampf-Überraschung. Er liegt durch eine Steigerung auf 4,80 m auch nach dem Stabhochsprung mit 7280 Punkten noch klar in Front, während Weltrekordler Roman Sebrle (Tschechien) als Dritter (7059) seinen ersten WM-Titel aus den Augen verliert und wohl nur noch hoffen kann, den Olympiadritten Dimitri Karpow aus Kasachstan abzufangen (7169).
Zehnkämpfer Niklaus auf Platz sechs
Der Berliner Hallen-Weltmeister Andre Niklaus trumpfte in seiner Paradedisziplin mit der Bestleistung von 5,30 m auf und ist nun als Sechster 36 Zähler über seiner Zwischenmarke beim Hausrekord von 8340 Zählern. Dagegen platzte der Traum von der Bestleistung von Norman Müller (Halle/S.), bis dahin bei seiner WM-Premiere als Siebter bester Deutscher, durch einen Salto nullo. Das Missgeschick passierte ihm bei 4,60. Seine Bestmarke steht bei 5,00 m.
Der Ulmer Arthur Abele steigerte sich auf 4,70 m (6626/11.) und ist auf dem Weg, seine Siegespunktzahl von Ratingen im Juni (8269) zu wiederholen. Ausgestiegen ist Ex-Weltmeister Tom Pappas (USA).
Bereits am ersten Tag hatte es ein Favoritensterben gegeben, als Titelverteidiger Bryan Clay, Sohn einer japanischen Mutter, mit einer Oberschenkelzerrung aufgab. Der Weltranglistenzweite Andrej Krautschanka (Weißrussland) verspielte alle Chancen, weil er selbst über 100 m zwei Fehlstarts produzierte.
Auch 4x400-m-Staffel weiter
Mit der deutschen 4x400-m-Staffel der Männer findet am Sonntag das letzte Finale der WM statt. Das Quartett Ingo Schultz (Leverkusen), Kamghe Gaba (Frankfurt/Main), Simon Kirch (Saarbrücken) und Bastian Swillims (Wattenscheid) lief im zweiten Vorlauf in 3:02,21 Minuten hinter dem souveränen Topfavoriten USA (3:01,46) auf Platz zwei. Die US-Staffel konnte sich dabei den Luxus erlauben, auf Einzel-Weltmeister Jeremy Wariner zu verzichten.
"Ich hatte heute die Ruhe gepachtet", sagte Schlussläufer Bastian Swillims, der seinen guten Eindruck vom Einzelstart bestätigte. Dort war er trotz persönlicher Bestzeit von 45,44 Sekunden im Vorlauf gescheitert. Der Staffel sicherte er mit einem kontrollierten Rennen den Finalplatz. "Ich hatte keine Probleme, das gibt Selbstvertrauen für morgen", sagte Swillims.
Zittern mussten die Deutschen nach einem Fehlstart von Ex-Europameister Ingo Schultz nur beim ersten Wechsel auf Kamghe Gaba, der erst im letzten Moment glückte. "Mir ist das Herz ganz schön in die Hose gerutscht", bekannte Gaba.
Die beste Vorlaufzeit erzielten im ersten Rennen die Bahamas mit 3:00,37 Minuten beim Sieg vor Jamaika (3:00,99) und Russland (3: 01,07).
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