Schwimm-EM: Pietsch gewinnt Gold über 50 m Rücken
zuletzt aktualisiert: 05.08.2006 - 19:33Budapest (sid) Janine Pietsch hat den Goldrausch der deutschen Schwimmer bei der EM in Budapest fortgesetzt. Die Modellathletin erlangte auf ihrer Weltrekordstrecke über 50 m Rücken den ersten internationalen Titel auf der Langbahn. Zudem sorgte Liebs mit Silber über 200 m Freistil und Antje Buschschulte mit Bronze im Rückensprint für weitere Medaillen. Youngster Helge Meeuw verpasste über 200 m Rücken hingegen als Fünfter nicht nur einen Podestplatz, sondern verlor auch noch seinen Europarekord an den Russen Arkadi Wjatschanin.
Pietsch freute sich nach ihrem Triumph erst mit Verspätung. "Ich habe den Anschlag verpatzt, sonst hätte ich meinen eigenen Weltrekord verbessert", meinte die 24-Jährige aus Ingolstadt: "Erst habe ich gedacht: So ein Mist! Aber jetzt bin ich wirklich glücklich." In 28,36 Sekunden verwies Pietsch nach Bronze über die doppelte Distanz die Bulgarin Alexandra Herasimenia (28,72) und die 100-m-Zweite Buschschulte aus Magdeburg (28,73) auf die Plätze zwei und drei.
Beim mit Spannung erwarteten Duell über 200 m Freistil schlug Olympiasiegerin Otylia Jedrzejczak sowohl Liebs als auch Frankreichs Star Laure Manaudou ein Schnippchen. Die Polin setzte sich in 1:57,25 Minuten gegen Liebs (1:57,48) und Manadou (1:58,38) durch und feierte neun Monate nach ihrem schweren Autounfall ein grandioses Comeback.
Erstes internationales Edelmetall auf der Langbahn für Liebs
"Es war unglaublich hart. Aber ich bin mit dieser Medaille sehr zufrieden, zumal es für mich persönliche Bestzeit war", sagte Liebs. Die Würzburgerin konnte zwar nicht ganz an ihre Gala-Vorstellung vom Staffel-Weltrekord zwei Tage zuvor anknüpfen, sicherte sich aber ihr erstes internationales Edelmetall auf der Langbahn. Weiteres Gold hat Liebs ohnehin schon sicher - ihren Ehering. Am Donnerstag heiratet sie ihren Lebenspartner und Trainer Stefan Lurz.
Eine Gewinnerin des Rennens war Franziska van Almsick, die auf der Tribüne um ihren Weltrekord gezittert hatte. "Natürlich war sie nervös. Sie hält seit zwölf Jahren den Weltrekord über diese Strecke, da möchte man den nicht so einfach hergeben", sagte Managerin Regine Eichhorn und gab einen Einblick in das Gefühlsleben von "FvA".
Meeuw war nach seinem Gold über 50 m Rücken diesmal ohne Chance. "Ich habe mein Heil in der Flucht gesucht, war aber einfach nicht schnell genug", erklärte der 21-Jährige aus Wiesbaden, der in 1:59,70 Minuten unter den Erwartungen blieb. Wjatschanin triumphierte nach 100 m Rücken nicht nur über die doppelte Distanz, sondern verbesserte in 1:55,44 zugleich den fünf Wochen alten Europarekord von Meeuw um neun Zehntel.
Steffen wahrte ihre Chance auf einen Titel in Ungarn
Auch die deutsche 4x200m-Freistilstaffel blieb ohne Medaille. Beim Gold der Italiener in Europarekordzeit von 7:09,60 Minuten schwamm das Quartett mit Paul Biedermann (Halle), Benjamin Starke (Cottbus), Jan Wolfgarten (Frankfurt) und Stefan Herbst (Leipzig) in 7:18,61 auf Platz sieben.
Der neue deutsche Schwimm-Star Britta Steffen wahrte die Chance auf einen weiteren Titel in Ungarn. Die 22 Jahre alte Berlinerin, die bereits mit zwei Staffel-Weltrekorden und einer Einzel-Weltbestzeit für Furore gesorgt hat, zog über 50 m Freistil in 24,89 Sekunden als Schnellste ins Finale ein. "Alles, was jetzt kommt, ist eine Zugabe", sagte Steffen, die zum Abschluss auch noch mit der Lagenstaffel auf Gold hoffen darf.
Über 50 m Brust qualifizierte sich Janne Schäfer (Wolfsburg) als Vierte (32,01) für das Finale. Die deutsche Meisterin Simone Weiler aus Heidelberg (32,23) blieb als Neunte ebenso auf der Strecke wie Annika Mehlhorn über 200 m Schmetterling (2:11,12).
Bei den Springern holte Heiko Meyer (Riesa) zwei Jahre nach seinem zweiten Platz mit Partner Tony Adam auch mit seinem neuen Nebenmann Sascha Klein (Aachen) Synchron-Silber vom Turm. Mit 447, 96 Punkten musste sich das Duo nur den russischen Weltmeistern Dimitri Dobroskok und Gleb Galperin (469,38) geschlagen geben. Den Schlusspunkt unter einen erfolgreichen DSV-Tag setzte Ditte Kotzian (Berlin), die nach Platz zwei vom 1-m-Brett auch vom "Dreier" zu Silber sprang. Wie zum Auftakt musste sie sich nur der Schwedin Anna Lindberg geschlagen geben.
EM in Budapest/Ungarn, 50-m-Becken, 6. Wettkampftag
Männer:
200 m Rücken: 1. Arkady Wjatschanin (Russland) 1:55,44 Minuten (ER), 2. Laszlo Cseh (Ungarn) 1:56,69, 3. Razvan Florea (Rumänien) 1:57,83, 4. Markus Rogan (Österreich) 1:58,78, 5. Helge Meeuw (Wiesbaden) 1:59,70 und James Goddard (Großbritannien) 1:59,70, 7. Gordan Kozulj (Kroatien) 1:59,95, 8. Mattia Aversa (Italien) 2:01,05
100 m Schmetterling: 1. Andrij Serdinow (Ukraine) 51,95 Sekunden, 2. Amaury Leveaux (Frankreich) 52,76, 3. Nikolaj Skworzow (Russland) 52,96, 4. Sotirios Pastras (Griechenland) 53,16, 5. Sergij Breus (Ukraine) 53,18, 6. Todd Cooper (Großbritannien) 53, 24, 7. Rudy Goldin (Italien) 53,26, 8. Mattia Nalesso (Italien) 53, 32
50 m Brust: 1. Oleg Lisogor (Ukraine) und Alessandro Terrin (Italien) beide 27,48 Sekunden, 3. Matjaz Markic (Slowanien) 27,87, 4. Roman Sludnow (Russland) 27,98, 5. James Gibson (Großbritannien) 28,04, 6. Mihaly Flaskay (Ungarn) 28,07, 7. Darren Mew (Großbritannien) 28,20, 8. Martin Gustavsson (Schweden) 28,25
4x200 m Freistil: 1. Italien 7:09,60 Minuten (ER), 2. Großbritannien 7:11,63, 3. Griechenland 7:16,67, 4. Frankreich 7:18, 10, 5. Russland 7:18,44, 6. Polen 7:18,54, 7. Deutschland (Paul Biedermann/Halle/Saale, Benjamin Starke/Cottbus, Jan Wolfgarten/Frankfurt, Stefan Herbst/Leutzsch) 7:18,61, 8. Ungarn 7: 24,10
Frauen:
200 m Freistil: 1. Otylia Jedrzejczak (Polen) 1:57,25 Minuten, 2. Annika Liebs (Würzburg) 1:57,48, 3. Laure Manaudou (Frankreich) 1:58,38, 4. Melanie Marshall (Großbritannien) 1:58,95, 5. Joanne Jackson (Großbritannien) 1:59,30, 6. Camelia Potec (Rumänien) 1:59, 40, 7. Josefin Lillhage (Schweden) 1:59,47, 8. Sara Isakovic (Slowenien) 2:00,19
50 m Rücken: 1. Janine Pietsch (Ingolstadt) 28,36 Sekunden, 2. Aleksandra Herasimenia (Weißrussland) 28,72, 3. Antje Buschschulte (Magdeburg) 28,73, 4. Mercedes Peris Minguet (Spanien) 28,95, 5. Louise Örnstedt (Dänemark) 28,98, 6. Irina Amschennikowa (Ukraine) 29,11, 7. Nikolett Szepesi (Ungarn) 29,13, 8. Sanja Jovanovic (Kroatien)
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