Schwimmstar beginnt mit Chemotherapie: Pietschs Kampf gegen den Krebs
zuletzt aktualisiert: 02.12.2008 - 14:17Frankfurt/Main (RPO). Am Wochenende saß Janine Pietsch bei den deutschen Kurzbahn-Meisterschaften der Schwimmer auf der Tribüne des Essener Stadtbades. "Ich wollte mich noch von meinen Freunden und Teamkameraden verabschieden", sagte Pietsch.
Am Mittwoch beginnt für die an Brustkrebs erkrankte 26-Jährige die Chemotherapie. "Wann ich das nächste Mal ein Schwimmbad sehen werde, weiß ich nicht", meinte die Doppel-Weltmeisterin und frühere Weltrekordlerin.
Doch wie sich Janine Pietsch im Wasser stets der Konkurrenz gestellt hat, so hat sie auch den Kampf gegen den Krebs aufgenommen - mit viel Mut und Hoffnung. "Ich habe viel Energie. Ich weiß, dass es nicht leicht wird. Aber ich hoffe, dass ich es schaffe", erklärte Pietsch.
Die Rückenspezialistin hat sich entschlossen, offen mit ihrer Erkrankung umzugehen. "Das soll auch ein Zeichen sein für alle Mädels und Frauen: Lasst euch frühzeitig und regelmäßig untersuchen. Und ich möchte versuchen, allen anderen jungen Frauen die Angst zu nehmen und Mut zu machen", sagt Pietsch, deren Chancen auf eine vollständige Heilung aufgrund der frühzeitigen Diagnose gut stehen.
Viel Kraft wird sie trotzdem brauchen. Nach erfolgreicher Operation vor einem Monat im Klinikum Ingolstadt, bei der der Tumor und ein Lymphknoten entfernt wurden, folgt eine langfristige Therapiephase mit Chemo, Bestrahlung und Hormonbehandlung.
"Die Chemo ist ja nicht allein das Problem. Die Hormontherapie hat bereits begonnen. Ich bin auf einen Schlag in die Wechseljahre versetzt worden, und dieser Zustand wird etwa sieben Jahre andauern", erklärte die gelernte Bürokauffrau.
Pietsch weiß genau, was auf sie zukommt: "Meine Mutter hatte auch Krebs. Das habe ich als sehr schlimm empfunden, weil man alles tatenlos miterleben musste."
Pietsch ist ohnehin leidgeprüft. Die Sprint-Spezialistin hatte sich gerade erst von einer Erkrankung an der Schilddrüse erholt, als sie die Diagnose Brustkrebs bekam. Bei einer Routineuntersuchung wurde ein Tumor in der Brust entdeckt, 1,5 Zentimeter im Durchmesser.
Ob Pietsch ihre Karriere fortsetzen wird, ist fraglich. "Ganz ehrlich - daran verschwende ich im Moment keinen Gedanken. Jetzt geht es nur darum, wieder gesund zu werden", sagt sie. So oder so hat sie einen weiteren Wunsch: "Ich kann mir vorstellen, mich als Botschafterin für die Brustkrebsvorsorge einzusetzen."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







