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Super-Grand-Prix-Meeting in Athen: Powell läuft Weltrekord über 100 Meter

zuletzt aktualisiert: 14.06.2005 - 23:26

Athen (rpo). Der Sprinter Asafa Powell hat sich ausgerechnet am Ort seiner bittersten Niederlage einen Platz in den Annalen der Leichtathletik gesichert: Der Jamaikaner stürmte sieben Wochen vor Beginn der WM in Helsinki und zehn Monate nach dem enttäuschenden fünften Platz bei den Olympischen Spielen in Athen an selber Stelle beim Super-Grand-Prix-Meeting in 9,77 Sekunden zum 100-m-Weltrekord.

Damit entthronte der 22-Jährige den US-Amerikaner Tim Montgomery, der die bisherige Bestmarke von 9,78 Sekunden am 14. September 2002 in Paris aufgestellt hatte.

"Ich wusste, dass ich den Weltrekord brechen kann. Ich freue mich, dass ich bei meinem zweiten Gastspiel in Griechenland so eine Leistung bringen konnte", sagte der von Stephen Francis betreute 1, 88-Meter-Mann im Anschluss an seinen Sturmlauf.

Es war ein Rekord mit Ankündigung. Powell, bisher in 9,84 Sekunden drittschnellster Läufer aller Zeiten, hatte sich vor Ort eine Woche lang speziell auf das Rennen vorbereitet und im Vorfeld erklärt: "Ich werde um den Rekord kämpfen." Als es dann am Dienstag zum Showdown kam, herrschten optimale Bedingungen: sprinterfreundliche Temperaturen um die 20 Grad und 1,6 Meter pro Sekunde Rückenwind.

Erst am Dienstagvormittag hatte der Leichtathletik-Weltverband (IAAF) seine Disziplin unabhängige Weltrangliste neu herausgeben. In dieser steht der Jamaikaner erstmals an der Spitze, nachdem er 2005 schon mit zwei Super-Zeiten in Kingston (9,84) und in der vergangenen Woche in Ostrau (9,85) hatte aufhorchen lassen.

Die Bahn in Athen gilt seit jeher als extrem schnell. Schon Sydney-Olympiasieger Maurice Greene hatte hier am 16. Juni 1999 in 9,79 Sekunden einen Weltrekord aufgestellt. Das freute Powell besonders: "Unglaublich, dass ich auf der selben Bahn wie Maurice den Rekord gelaufen bin." Ins Rampenlicht war der nun schnellste Mann der Welt im Jahr 2004 mit neun Zeiten unter zehn Sekunden gerannt - bevor er im Olympiafinale scheiterte.

Der entthronte Weltrekordler Montgomery war dagegen sehr überrascht: "Was für ein Schock, und das zu Beginn der Saison. Das ist eine riesige Überraschung. Ich werde hart arbeiten müssen."

Ein Jahr zuvor war der 87 Kilogramm schwere Powell bei den Weltmeisterschaften in Paris im skandalträchtigen 100-m-Zwischenlauf zusammen mit US-Boy Jon Drummond disqualifiziert worden. Drummond hatte sich daraufhin zum Protest auf die Bahn gelegt, während Powell den Innenraum sofort verließ.

Für einen deutschen Erfolg sorgte in Athen kurz vor dem Rekordlauf von Powell die Speerwurf-Olympia-Zweite Steffi Nerius. Sie kam auf 65,08 Meter und setzte sich gegen die kubanische Olympiasiegerin Osleidys Menendez (65,01) durch. Für die Leverkusenerin war es im siebten Saisonwettkampf der siebte Sieg.


Leichtathletik, Super Grand Prix in Athen:

Männer:

100 m: (1,6 m Rückenwind/Sekunde):

1. Asafa Powell (Jamaika) 9, 77 Sekunden (Weltrekord, bisher Tim Montgomery/USA 9,78 seit 14. September 2002 in Paris),
2. Abdul Aziz Zakari (Ghana) 9,99,
3. Michael Frater (Jamaika) 10,03,
4. Francis Obikwelu (Portugal) 10, 04,
5. Patrick Jarrett (Jamaika) 10,15,
6. Aaron Egbele 10,16,
7. Uchenna Emedolu (Nigeria) 10,21,
8. Deji Aliu (beide Nigeria) 10, 24,
9. Jason Gardener (Großbritannien) 10,29

1500 m:

1. Ivan Heshko (Ukraine) 3:33,29 Minuten,
2. David Nyaga (Kathar) 3:33,62,
3. Rui Silva (Portugal) 3:33,87,
4. Belal Ali (Bahrain) 3:34,33,
5. Ali Saidi-Sief (Algerien) 3:34,48

110 m Hürden (+0,1 m/s):

1. Arend Watkins (USA) 13,23 Sekunden,
2. Sergej Demidjuk (Ukraine) 13,38,
3. Duane Ross (USA) 13,43

400 m Hürden:

1. Louis van Zyl (Südafrika) 48,16 Sekunden,
2. Periklis Iakovakis (Griechenland) 48,24,
3. Naman Keita (Frankreich) 48,32,
4. Marek Plawgo (Polen) 48,78

Hochsprung:

1. Dragutin Topic (Serbien und Montenegro) 2,27 m,
2. Svatoslav Ton und Jaroslav Baba (beide Tschechien) 2,24,
4. Stefan Holm (Schweden) 2,24 m

Frauen:

100 m (+0,5 m/s):

1. Sherone Simpson (Jamaika) 11,15 Sekunden,
2. Schanna Block (Ukraine) 11,19,
3. Yeoryia Kokloni (Griechenland) 11,33

800 m:

1. Hasna Benhassi (Marokko) 1:59,60 Minuten,
2. Maria Papadopoulou (Griechenland) 1:59,79,
3. Laetitia Valdonado (Frankreich) 1:59,96

1500 m:

1. Maryam Yusuf Jamal (Bahrain) 3:59,13 Minuten,
2. Bouchra Benthami (Frankreich) 4:01,90,
3. Alesja Turowa (Weißrussland) 4:02,21,
4. Nancy Jebet Lagat (Kenia) 4:02,31

400 m Hürden:

1. Jana Pittman (Australien) 53,44 Sekunden,
2. Anna Olichwierczuk (Polen) 54,27,
3. Surita Febbraio (Südafrika) 54,66

3000 m Hindernis:

1. Docus Inzikuru (Uganda) 9:15,04 Minuten,
2. Violetta Frankiewicz (Polen) 9:25,09,
3. Salome Chepchumba (Kenia) 9:31,44

Dreisprung:

1. Baya Rahouli (Algerien) 14,72 m,
2. Hrysopiyi Devetzi (Griechenland) 14,53,
3. Yamile Aldama (Sudan) 14, 43

Diskus:

1. Franka Dietzsch (Neubrandenburg) 64,92 m,
2. Vera Pospisilova (Tschechien) 63,11,
3. Natalja Sadowa (Russland) 62,69

Speerwurf:

1. Steffi Nerius (Leverkusen) 65, 08 m,
2. Osleidys Menendez 65,01,
3. Sonia Bisset (beide Kuba) 63, 27,
4. Aggeliki Tsiolakoudi (Griechenland) 62,72,
5. Christina Obergföll (Offenburg) 62,23 m

Quelle: sid

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