Alexander Waske überraschend im Viertelfinale von München: Prestige-Gipfel: Schüttler trifft auf Tommy Haas
zuletzt aktualisiert: 28.04.2004 - 18:45München (rpo). Am Donnerstag treffen beim ATP-Turnier in München mit Tommy Haas und Rainer Schüttler die wohl besten deutschen Tennisspieler zum mit Spannung erwarteten Gipfel aufeinander. Am Mittwoch sorgte jedoch Qualifikant Alexander Waske für Schlagzeilen.
Waske nutzte in München die Gunst der Stunde und steht erstmals im Viertelfinale eines ATP-Turniers. Am Tag vor dem "deutschen Gipfel" zwischen Rainer Schüttler und Tommy Haas drehte der 29 Jahre alte Frankfurter ein schon verloren geglaubtes Match gegen den an Nummer fünf gesetzten Vincent Spadea (USA) noch um und setzte sich dank unermüdlichen Kampfgeistes noch mit 3:6, 7:5, 7:6 (7:4) durch.
Am Freitag spielt Waske gegen Olivier Rochus (Belgien) überraschend um den Einzug ins Halbfinale des mit 380.000 Euro dotierten Sandplatzturniers. Der kleine Rochus (1,65 m) hatte zuvor im Achtelfinale den jungen Lokalmatador Philipp Kohlschreiber mit 7:6 (7:4), 6:2 souverän ausgeschaltet.
Nach dem Überraschungssieg gegen den Kroaten Goran Ivanisevic setzte Waske gegen Spadea - in diesem Jahr schon Turniersieger in Scottsdale - noch einen drauf. 2:4 lag er im zweiten Satz schon zurück, doch er kämpfte - und verwandelte nach 2:19 Stunden den zweiten Matchball.
Für den Daviscup-"Doppelmann" war es das achte Spiel in neun Tagen. "Eigentlich war ich platt, aber ich wollte den Sieg unbedingt", sagte Waske strahlend.
"Die Luft raus"
Kohlschreiber blieb als Trostpflaster ein Preisgeld von 6150 Euro, dennoch überwog der Frust: "Ich bin sehr enttäuscht. Ich hatte Chancen über Chancen im ersten Satz, aber ich habe den Sack nicht zugemacht. Im zweiten war die Luft raus", gestand der 19-jährige Münchner.
Das Interesse in der Isar-Metropole aber gilt dem deutschen Gipfel im Achtelfinale am Donnerstag. Tommy Haas gegen Rainer Schüttler - nicht nur Turnierchef Rudi Berger sieht dem "Duell der zwei Freunde" freudig entgegen: "Wenn wir da nicht ausverkauft sind, verstehe ich die Welt nicht mehr." 4.200 Zuschauer passen auf den Centre Court.
Zum vierten Mal treffen die beiden Daviscup-Kollegen aufeinander, noch nicht einmal einen Satz hat Schüttler bislang gegen Haas abgegeben. Der letzte seiner drei Siege liegt allerdings schon mehr als drei Jahre zurück (7:6, 7:6 im Achtelfinale von Sydney 2001).
Völlig offen
Der Ausgang des Münchner Duells ist völlig offen. "Es geht ums Prestige", gesteht Schüttler, der sich zum Auftakt erfolgreich am Schweden Robin Söderling (6:4, 7:5) für die Erstenrunden-Pleite bei den Australian Open revanchierte. "Wir sind gut befreundet. Tommy hat in Houston ein sensationelles Comeback gezeigt. Es wird der gewinnen, der den besseren Tag erwischt."
Nach vier Monaten im Tief sieht sich Schüttler "wieder auf dem richtigen Weg", das Finale in Monte Carlo hat ihm trotz der klaren Niederlage gegen den Argeninier Guillermo Coria Mut gemacht. "Ich habe dort in Kuerten, Hewitt und Moya drei frühere Nummer-1-Spieler geschlagen. Ich war auch vorher mit meinem Tennis nicht unzufrieden, aber jetzt ist das Selbstvertrauen wieder da."
Haas mit Trend nach oben
Auch die Formkurve von Haas zeigt deutlich nach oben. Nach zwei Schulteroperationen und insgesamt 15 Monaten Pause meldete sich der 26-Jährige Mitte April in Houston mit seinem Finalsieg über Andy Roddick spektakulär zurück. In München, wo er derzeit eine Wohnung sucht, startete er mit einem souveränen 6:3, 6:2 gegen den Tschechen Bohdan Ulihrach ins Turnier. "Ich bin auf dem richtigen Weg", sagt auch Haas. "Ich spiele zur Zeit gutes Tennis, und auch die Schulter fühlt sich gut an."
Dass er sich gleich zu Beginn seiner "zweiten Karriere" mit Schüttler auseinandersetzen muss, findet Haas zwar schade, aber es stört ihn nicht. "Er ist mein Angstgegner", scherzte er in München angesichts der Negativ-Bilanz von 0:3. "Wir sind beide gut in Form. 'Shaker' gegen 'Hasi' - das gibt sicher ein schönes Match.
Elsner un d Popp in Barcelona draußen
Die Mannheimer Daniel Elsner und Alexander Popp haben beim mit einer Million Dollar dotierten ATP-Turnier in Barcelona das Achtelfinale verpasst. Elsner musste sich in der katalanischen Hauptstadt dem an Nummer zwei eingestuften Spanier Carlos Moya 4:6, 2:6 geschlagen geben. Popp verlor 0:6, 6:7 (4:7) gegen den an Nummer 13 gesetzten Argentinier Gaston Gaudio. Damit sind keine Deutschen mehr im Einzel dabei.
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