Tennis Turnier in Wimbledon: Rainer Schüttler im Achtelfinale
zuletzt aktualisiert: 27.06.2003 - 16:45London (rpo). Erstmals in seiner Karriere steht Tennisprofi Rainer Schüttler im Achtelfinale des Grand-Slam-Turniers von Wimbledon.
Auf dem "Friedhof der Champions" hat Tennisprofi Rainer Schüttler mit viel Glück überlebt und erstmals das Achtelfinale in Wimbledon erreicht. Dunkle Wolken hatten sich schon über dem Australian-Open-Finalisten im Drittrunden-Match gegen Todd Martin zusammengebraut. Doch weder der in Ehren ergraute Amerikaner noch der drohende Regen konnten den ehrgeizigen Korbacher beim 4:6, 7:5, 6:7 (1:7), 6:1, 7:5 stoppen.
"Mein Minimalziel ist erreicht", sagte der 27-Jährige und durfte sich trotz der wenig berauschenden Vorstellung in dem 3:29 Stunden dauernden Marathon-Match freuen. Im Achtelfinale, das er im Vorjahr auf dem selben Platz verpasst hatte, trifft er am Montag auf Sjeng Schalken. Gegen den Niederländer hat er im Daviscup 2000 verloren, im Vorjahr in Scottsdale auf Hartplatz aber ebenso klar gewonnen.
"Wenigstens die zweite Runde" wollte Schüttler erreichen. Das ist ihm in quälenden fünf Sätzen gelungen. Alexander Popp aus Mannheim kann es ihm als zweiter aus dem einst zehn Tennis-Profis starken deutschen Team an diesem Samstag mit einem Sieg über den Tschechen Jiri Novak gleich tun. In der vierten Runde steht auch Andy Roddick, der als einer der Topfavoriten gilt. Der Amerikaner spielt gegen Paradorn Srichaphan, der als erster Thailänder überhaupt ins Achtelfinale der All England Championships gekommen ist.
"Ich spiele hier einen Mist zusammen", schimpfte Schüttler ein ums andere Mal. Vor allem die reichlich vergebenen Breakchancen raubten ihm den Nerv. Fast in jedem Spiel des ersten Satzes hätte er den Aufschlag seines 32 Jahre alten Gegners durchbrechen können. "Aber er schafft das Break, weil ich zu doof bin", erkannte der Wahl-Schweizer und donnerte sein Racket mit hochrotem Kopf auf den Rasen.
Auch im zweiten Satz ging Martin, den britische Zeitungen in seinem 33. Sommer wähnen, mit 3:0 in Führung. Schüttler meckerte, kämpfte sich aber mit unbändigem Willen zurück und fragte im Zwiegespräch mit sich: "Ist das eigentlich alles nötig?" Die Antwort fiel ihm auch im dritten Durchgang schwer, den er nach wiederum unverständlich vielen Fehlern im Tiebreak verlor.
"Ich sollte irgendetwas anderes machen, nur nicht Tennis spielen", beschimpfte sich der Hesse weiter. "Nicht nur beim Aufschlag bin ich zu spät, sondern auch bei jedem anderen Schlag." Doch nach einem kurzen Blick zu Trainer Dirk Hordorff und dessen stereotyper Aufmunterung "Komm Rainer" startete er mit Wut im Bauch durch. Und "Tennis-Opa" Martin, der wegen seiner grauen Haare mehr wie ein amerikanischer Präsidentschafts-Kandidat denn ein professioneller Tennisspieler aussieht, rieb sich verwundert die Augen.
Nach fast drei Stunden war das Match wieder ausgeglichen, und Schüttler genehmigte sich erst einmal eine "Toilettenpause". Danach musste er allerdings wieder hinter Martin herlaufen, der bei eigenem Aufschlag immer in Führung gehen durfte. Dieser psychologische Vorteil nutzte ihm aber nur bis zum neunten beziehunsgweise elften Spiel, in dem Schüttler das entscheidende Break zu seinem ersten Wimbledon-Achtelfinale schaffte.Auf dem "Friedhof der Champions" hat Tennisprofi Rainer Schüttler mit viel Glück überlebt und erstmals das Achtelfinale in Wimbledon erreicht. Dunkle Wolken hatten sich schon über dem Australian-Open-Finalisten im Drittrunden-Match gegen Todd Martin zusammengebraut. Doch weder der in Ehren ergraute Amerikaner noch der drohende Regen konnten den ehrgeizigen Korbacher beim 4:6, 7:5, 6:7 (1:7), 6:1, 7:5 stoppen.
"Mein Minimalziel ist erreicht", sagte der 27-Jährige und durfte sich trotz der wenig berauschenden Vorstellung in dem 3:29 Stunden dauernden Marathon-Match freuen. Im Achtelfinale, das er im Vorjahr auf dem selben Platz verpasst hatte, trifft er am Montag auf Sjeng Schalken. Gegen den Niederländer hat er im Daviscup 2000 verloren, im Vorjahr in Scottsdale auf Hartplatz aber ebenso klar gewonnen.
"Wenigstens die zweite Runde" wollte Schüttler erreichen. Das ist ihm in quälenden fünf Sätzen gelungen. Alexander Popp aus Mannheim kann es ihm als zweiter aus dem einst zehn Tennis-Profis starken deutschen Team an diesem Samstag mit einem Sieg über den Tschechen Jiri Novak gleich tun. In der vierten Runde steht auch Andy Roddick, der als einer der Topfavoriten gilt. Der Amerikaner spielt gegen Paradorn Srichaphan, der als erster Thailänder überhaupt ins Achtelfinale der All England Championships gekommen ist.
"Ich spiele hier einen Mist zusammen", schimpfte Schüttler ein ums andere Mal. Vor allem die reichlich vergebenen Breakchancen raubten ihm den Nerv. Fast in jedem Spiel des ersten Satzes hätte er den Aufschlag seines 32 Jahre alten Gegners durchbrechen können. "Aber er schafft das Break, weil ich zu doof bin", erkannte der Wahl-Schweizer und donnerte sein Racket mit hochrotem Kopf auf den Rasen.
Auch im zweiten Satz ging Martin, den britische Zeitungen in seinem 33. Sommer wähnen, mit 3:0 in Führung. Schüttler meckerte, kämpfte sich aber mit unbändigem Willen zurück und fragte im Zwiegespräch mit sich: "Ist das eigentlich alles nötig?" Die Antwort fiel ihm auch im dritten Durchgang schwer, den er nach wiederum unverständlich vielen Fehlern im Tiebreak verlor.
"Ich sollte irgendetwas anderes machen, nur nicht Tennis spielen", beschimpfte sich der Hesse weiter. "Nicht nur beim Aufschlag bin ich zu spät, sondern auch bei jedem anderen Schlag." Doch nach einem kurzen Blick zu Trainer Dirk Hordorff und dessen stereotyper Aufmunterung "Komm Rainer" startete er mit Wut im Bauch durch. Und "Tennis-Opa" Martin, der wegen seiner grauen Haare mehr wie ein amerikanischer Präsidentschafts-Kandidat denn ein professioneller Tennisspieler aussieht, rieb sich verwundert die Augen.
Nach fast drei Stunden war das Match wieder ausgeglichen, und Schüttler genehmigte sich erst einmal eine "Toilettenpause". Danach musste er allerdings wieder hinter Martin herlaufen, der bei eigenem Aufschlag immer in Führung gehen durfte. Dieser psychologische Vorteil nutzte ihm aber nur bis zum neunten beziehunsgweise elften Spiel, in dem Schüttler das entscheidende Break zu seinem ersten Wimbledon-Achtelfinale schaffte.
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