Gewaltausbruch in Landesliga: Ringer weist Rassismusvorwürfe zurück
zuletzt aktualisiert: 29.11.2006 - 16:39Frankfurt/Main (RPO). Deutschlands Ringer des Jahres Stefan Kehrer hat die gegen ihn erhobenen Rassismus-Vorwürfe zurückgewiesen. "Diese Anschludigungen sind eine Frechheit und dummes Zeug", betonte der EM-Dritte vom KSV Ketsch, der in die Ausschreitungen nach dem Landesliga-Spiel der nordbadischen Fußballklubs TSV Viernheim und LSV Ladenburg (4:0) verwickelt war.
Für die Ursache des Gewaltausbruchs und den Verlauf der Schlägerei kursieren derzeit zwei Versionen. Nach Angaben der Ladenburger habe Kehrer den LSV-Spieler Hasan Gögercin während der Partie beleidigt. Nachdem Gögercin den Ringer im Anschluss an das Spiel zur Rede gestellt hatte, habe Kehrer zusammen mit 30 bis 40 Zuschauern auf Gögercin eingeschlagen.
Zudem habe der Ringer die Schlägerei in der Mannschaftskabine fortgesetzt. Eine Mitschuld an den Ausschreitungen gibt der LSV auch dem Schiedsrichter, der trotz Aufforderung nichts gegen die Anfeindungen in Richtung Gögercins während der Partie unternommen habe.
Dagegen erläutert Kehrer die Vorfälle völlig anders. Laut seiner Darstellung habe er sich lediglich über die Treffer seines Klubs gefreut. Noch während der Partie habe ihn Gögercin vor den Folgen seines Jubels gewarnt und nach dem Schlusspfiff sei er von dem LSV-Spieler, den er mittlerweile angezeigt habe, unvermittelt ins Gesicht geschlagen worden. Kehrer verwies zudem darauf, dass die Rassismus-Vorwürfe haltlos seien, weil er eine italienische Freundin und ausländische Freunde habe.
Der badische Fußball-Verband (BVV) hat in der Zwischenzeit Stellungnahmen von beiden Vereinen eingefordert. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte nach einer Reihe ähnlicher Vorfälle vor wenigen Wochen eine Arbeitsgruppe gegen Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus ins Leben gerufen.
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