Boxer gibt Karriere-Ende bekannt: Rocchigiani: Abkassieren und Abgang
zuletzt aktualisiert: 06.05.2003 - 15:19Stuttgart (rpo). Profi-Boxer Graciano Rocchigiani hat das Ende seiner Karriere bekannt gegeben - allerdings will er vorher noch einmal richtig abkassieren.
Das Comeback gegen Thomas Ulrich soll für den früheren Box-Weltmeister Graciano Rocchigiani zugleich das versöhnliche Ende seiner wechselhaften Karriere werden. "Ich habe mich nicht 12 Wochen lang gezielt vorbereitet, um mit Beulen aus dem Ring zu gehen", sagte "Rocky" auf einer Pressekonferenz am Dienstag in Stuttgart.
Der ehemalige Halbschwergewichts-Champ bekräftigte zudem, dass der "Fight" am 10. Mai in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle gegen Ex-Europameister Ulrich der letzte Auftritt sein wird. "Eine weitere Karriere gibt es nicht. Danach ist definitiv Schluss", erklärte der 39-Jährige. "Rocky" trat damit auch Spekulationen entgegen, wonach er einen dritten Kampf gegen Dariusz Michalczewski anstrebe.
"Rocky" geht es nach eigenem Bekunden im Kampf über 12 Runden um den Intercontinental-Titel des Weltverbands IBF in erster Linie noch einmal ums große Geld: "Der Titel interessiert mich nicht. Das ist sowieso nur eine Lachnummer. Ich will nochmal richtig Kasse machen." Für sein Comeback nach über zweijähriger Kampfpause streicht der Sohn eines sardischen Eisenbiegers 1,5 Millionen Euro ein.
"Rocky", der wegen Fahrens ohne Führerschein und der Prügelei mit einem Polizisten 279 Tage in Haft saß, kann das Geld gut gebrauchen. Laut Gerichtsbeschluss aus den USA stehen dem Berliner zwar 31 Millionen US-Dollar Schadenersatz vom Weltverband World Boxing Council (WBC) zu, nachdem dieser ihm 1998 den gewonnenen WM-Titel zu Unrecht aberkannt hatte. Doch ob er das Geld jemals erhalten wird, ist mehr als fraglich. Der WBC hat mittlerweile Konkurs angemeldet.
Für den letzten Showdown sieht Rocchigiani sich trotz der langen Ringpause gut gewappnet: "Ich habe sehr gut trainiert und bei der Vorbereitung alles gegeben. Die Pause ist kein Problem, das bin ich ja schon gewöhnt." Auf die Frage, ob sein Bruder und Ex-Weltmeister Ralf als Trainer die richtige Auswahl sei, reagierte "Rocky" ungehalten: "Der ist doch kein Rummelboxer."
Auch Ulrich sieht dem "Kampf der Generationen" gelassen entgegen. "Ich bin entspannt und fühle mich in Top-Form", erklärte der 27-Jährige. Für Ulrich ist es der erste Kampf in diesem Jahr. Anfang Februar konnte er seinen EM-Titel wegen eines Magen-Darm-Infekts nicht verteidigen. Bei seinen 24 Profikämpfen ging Ulrich nur einmal als Verlierer aus dem Ring.
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