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Zeitung: "Schande über das britische Tennis gebracht": Rüpel Rusedski entschuldigt sich für Fluch-Tiraden

zuletzt aktualisiert: 26.06.2003 - 12:38

London (rpo). Für seine Fluch-Tiraden und dummen Sprüche bei seiner Niederlage gegen Andy Roddick hat sich Greg Rusedski entschuldigt. Dennoch wird der in Kanada geborene Brite heftig von den Medien kritisiert. "Schande" über Wimbledon.

"Er hat Schande über das britische Tennis gebracht", schreibt der Daily Mirror, "Roh-Sedski", nennt ihn die Daily Mail. Die BBC, die den Ausbruch live zu besten Sendezeit übertrug, entschuldigte sich offiziell bei allen "Zuschauern, die sich durch die rohe Sprache belästigt gefühlt haben".

Das Publikum war "not amused", bei den Briten ist der seit jeher ungeliebte Sohn mit kanadischen und ukrainischen Wurzeln nun endgültig unten durch. Der 29-Jährige benutzte bei seinem Wutausbruch während der Zweitrunden-Niederlage gegen Andy Roddick Wörter aus der Gossensprache, die die meisten Zeitungen am Donnerstag pikiert mit Sternchen an Stelle von Buchstaben nur andeuteten.

Rusedski, dem die Herzen der Fans auf der Insel noch nie so zugeflogen sind wie "Everybody's Darling" Tim Henman, verlor bei 0:2- Satzrückstand und 5:2-Führung im dritten Durchgang die Beherrschung, weil ein Zuschauer ihn mit einem "Aus"-Zwischenruf irritiert hatte. Obwohl Rusedski eine Wiederholung forderte, gab der schwedische Schiedsrichter regelgerecht den Punkt an Roddick.

Was danach an vulgären Ausdrücken auf den "W***ser" aus dem Publikum und Schiedsrichter Lars Graff hernieder ging, wird mindestens eine Geldstrafe für Rusedski zur Folge haben, die höher ausfallen kann als das Preisgeld, dass er in Wimbledon verdient hat. Er war wie von Sinnen, gewann kein Spiel mehr und brach in Tränen aus, als er sich nach dem Match für seinen Ausbruch entschuldigte.

Auf 14 000 bis 28 000 Euro taxierte BBC-Kommentator John McEnroe die Strafe, die die gnadenlosen Ordnungshüter der All England Championships für Rusedski verhängen werden. Der Amerikaner kennt sich aus mit Bußgeldern, er zahlte sie während seiner Karriere zu Tausenden. "Das einzig Gute daran ist, dass das Geld für wohltätige Zwecke verwendet wird", sagte McEnroe.

Das legendäre Großmaul beleidigte 1981 bei seinem Erstrundenmatch gegen Tom Gullikson die Schiedsrichter und legte später sogar seine Mitgliedschaft im noblen All England Lawn Tennis & Croquet Club nieder. Im Skandaljahr 1995 wurde Tim Henman im Doppel disqualifiziert, weil er ein Ballmädchen am Kopf getroffen hatte.

Den Vogel schoss Jeff Tarango ab. 1995 beschimpfte der Amerikaner während des Spiels gegen den Kölner Alexander Mronz den französischen Schiedsrichter Bruno Rebeuh als "korruptesten Offiziellen im Tennis". Dafür erhielt er 17 500 Pfund Geldstrafe und für ein Jahr Wimbledon- Verbot. Ungesühnt blieb freilich der bemerkenswerte Racheakt seiner Frau: Benedicte Tarango verpasste Rebeuh eine schallende Ohrfeige.

Schlechtes Benehmen in Wimbledon.  Foto: RPO
Schlechtes Benehmen in Wimbledon. Foto: RPO

 
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