Schwimmen: Rupprath führt Mini-Team bei Kurzbahn-WM an
zuletzt aktualisiert: 06.10.2004 - 13:03Neuss/Indianapolis (rpo). Nur sieben Wochen nach den Olympischen Spielen beginnt am Donnerstag die WM der Kurzbahnschwimmer. Im deutschen Aufgebot zählt Thomas Rupprath zu den aussichtsreichsten Kandidaten. Topstar ist US-Schwimmer Michael Phelps.
Thomas Rupprath von den Wasserfreunden Hannover führt nach beigelegtem Olympiastreit das Mini-Aufgebot des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) bei den 7. Kurzbahn-Weltmeisterschaften (7. bis 11. Oktober) in Indianapolis/USA an. Rupprath hatte in Athen mit der Lagenstaffel Silber in Europarekordzeit gewonnen und nach seiner heftigen Kritik an der DSV-Führung gemeinsam mit der fünfmaligen Weltmeisterin Hannah Stockbauer zum Rapport bei Cheftrainer Ralf Beckmann antreten müssen.
In Indianapolis startet der 27-Jährige jeweils über 50 und 100 m Schmetterling und Rücken. Von den sechs deutschen Teilnehmern waren Mark Warnecke (SV Cannstatt), Stev Theloke (Schwimm-Team Chemnitz), Carsten Dehmlow (SGS Hamburg) und Simone Weiler (SV Nikar Heidelberg) in der Olympia-Qualifikation gescheitert und hatten eine Wildcard für Indianapolis erhalten, Stefan Herbst (SSV Leutzsch) und Thomas Rupprath starteten dagegen bei den Olympischen Spielen. Warnecke war 1995 Kurzbahn-Weltmeister über 100 m Brust und 2000 über 50 m Brust.
Kritik am Terminkalender
Die Terminierung der WM mit dem zeitlichen Abstand von nur sieben Wochen zu den Olympischen Spielen passte nicht nur Ralf Beckmann nicht ins Konzept: "Das ist unsinnig." Bei der letzten Kurzbahn-WM 2002 in Moskau war der DSV auch nur mit sieben Aktiven angetreten. Erster Höhepunkt in der nach-olympischen Saison wird für die deutschen Schwimmer Ende des Jahres die Kurzbahn-EM in Wien (9. bis 12. Dezember) sein.
Die australischen Olympiasieger Ian Thorpe, Grant Hackett, Jodie Henry und Petria Thomas sind in Indianapolis ebenfalls nicht dabei. Das stärkste Aufgebot stellen die USA, darunter der in Athen mit sechsmal Gold und zweimal Bronze dekorierte Superstar Michael Phelps, der dreifache Olympiasieger Aaron Peirsol und die 31-jährige Jenny Thompson, die ihre Karriere (12 Medaillen bei 4 Olympischen Spielen) in Indianapolis beenden wird.
Die letzte WM-Medaille für den DSV gewann vor zwei Jahren in Moskau überraschend der Potsdamer Toni Helbig mit Bronze über 50 m Rücken. Erfolgreichste DSV-Schwimmerin bei den bisherigen sechs Kurzbahn-Weltmeisterschaften seit 1993 war Sandra Völker (SC DHfK Leipzig) mit insgesamt acht WM-Medaillen (3/3/2). Die gebürtige Lübeckerin hatte ebenso wie Jens Kruppa (SC Riesa) kurzfristig wegen einer Erkältung die WM abgesagt.
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