Tennis-Weltrangliste: Scharapowa ab Montag an der Spitze
zuletzt aktualisiert: 21.08.2005 - 10:44Düsseldorf (rpo). Maria Scharapowa ist am Ziel ihrer Träume angekommen. Das Glamour-Girl hat endgültig die Regentschaft im Tennis-Zirkus übernommen. Gut vier Jahre nach ihrem ersten Profimatch besteigt die 18-jährige Maria Scharapowa am Montag den Tennis-Thron und verdrängt die elf Jahre ältere und selten extravagante Lindsay Davenport im neuen Ranking von der Spitze der Weltrangliste.
Die neuesten Kreationen auf dem Platz, die meisten Fototermine nach dem Spiel, die besten Sponsoren an der Hand - die Schlagzeilen der Tennisszene gehören der letztjährigen Wimbledonsiegerin schon länger. Als erste Russin auf dem Platz an der Sonne hat Scharapowa nun auch sportlich Geschichte geschrieben. Nur 4 der insgesamt 15 Spielerinnen an der Weltranglistenspitze seit Einführung der Rankings im Jahr 1975 waren jünger, als sie an die Spitze kamen.
Scharapowa hatte in diesem Jahr schon mehrfach die Chance zum Sprung an die Spitze, doch jedes Mal verlor sie vorzeitig. Noch in der vergangenen Woche musste sie wegen einer Bauchmuskelzerrung in Los Angeles das entscheidende Viertelfinale absagen. Wegen der körperlichen Probleme konnte sie auch in Toronto nicht starten, doch dieses Mal arbeitete die Zeit für die Russin und gegen die ebenfalls verletzte Davenport.
Langer Weg an die Spitze
Scharapowa hat trotz ihrer Jugend einen langen Weg zur Nummer eins hinter sich. Längst gehört die Geschichte von der wunderbaren Wandlung des ehrgeizigen Tenniskindes aus dem sibirischen Nyagan zum internationalen Sportstar mit millionenschweren Verträgen zum Basiswissen der Tennisfans.
Als Siebenjährige reiste die 1,83 m große Blondine aus der russischen Kälte in den Sonnenstaat Florida, durfte in der Tennisakademie von Nick Bollettieri vorspielen und wurde akzeptiert. Mutter Jelena bekam zwei Jahre lang kein Visum, der Vater machte sich in den USA auf die Suche nach Arbeit, so dass Maria sich zunächst ganz allein durchquälen musste. "Das war eine verdammt harte Zeit", erzählt Scharapowa: "Und ich habe nie geweint. "
Als junge Frau ist sie mittlerweile ganz und gar im fernen Westen angekommen, ihr Englisch ist stark amerikanisch gefärbt, als Belohnung für sportliche Erfolge gönnt sie sich schon mal 500-Dollar-Schuhe bei ihrem Lieblingsdesigner in Beverly Hills. Von ihren russischen Kolleginnen hat Scharapowa für ihren "American way of Life" schon viel Kritik einstecken müssen, doch das ficht sie wenig an.
Mehr als vier Millionen Dollar eingespielt
Schließlich kann sie sich mit mehr als vier Millionen Dollar Preisgeld trösten. Zehn Titel hat Scharapowa in ihrer Karriere bereits geholt, die wichtigsten beim Masters und natürlich 2004 in Wimbledon. Nach dem Triumph beim wichtigsten Tennisturnier der Welt kündigte sie an: "Ich möchte Nummer eins der Welt werden und alle Grand Slams gewinnen." Teil eins hat sie nun geschafft.
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