US Open: Scharapowa für Schruff zu stark
zuletzt aktualisiert: 02.09.2005 - 21:35New York (rpo). Julia Schruff ist im Top-Spiel gegen die russische Mitfavoritin Maria Scharapowa in der dritten Runde der US Open erwartungsgemäß ausgeschieden. Für die Deutsche erwies sich in New York nahezu alles als eine Nummer zu groß.
Dazu zählte das Arthur-Ashe-Stadion, die Anspannung und die Klasse ihrer Gegnerin. Erwartungsgemäß ist die 23 Jahre alte Augsburger im bislang größten Match ihrer Karriere mit 2:6, 4:6 an der topgesetzten Maria Scharapowa gescheitert, nahm der hohen Turnierfavoriten dabei aber immerhin mehr Spiele ab, als die beiden ersten Gegnerinnen der hoch gehandelten und hoch gepuschten russischen Tennis-Schönheit.
Auch für Björn Phau war in der zweiten Runde des vierten und letzten Grand-Slam-Turniers des Jahres Schluss. Der Münchner unterlag dem Finnen Jarkko Nieminen mit 2:6, 4:6, 7:5, 4:6 und verpasste damit das erstmalige Vordringen seiner Karriere in die dritte Runde eines Grand-Slam-Turniers. Dabei verspielte er im dritten Satz eine 4:1-Führung. Der 108. der Weltrangliste war als Lucky Loser der Qualifikation ins Hauptfeld der US-Open vorgedrungen, weil der Russe Marat Safin seine Teilnahme kurzfristig absagen musste. Phau hatte in seinem Auftaktmatch den Mannheimer Alexander Popp bezwungen.
Kiefer mit Chancen
Damit hatte am Freitagabend nur noch Nicolas Kiefer als zweiter der ursprünglich zehn gestarteten deutschen Herren die Chance, die dritte Runde in Flushing Meadows zu erreichen. Der Hannoveraner musste gegen den Tschechen Radek Stepanek antreten. Tommy Haas war bereits am Donnerstag gegen Rainer Schüttler weitergekommen.
Als Schruff bei strahlendem Sonnenschein und etwa 25 Grad in das mit rund 12.000 Zuschauern gut gefüllte Stadion geführt wurde, spielten die Organisatoren Stevie Wonders "Isn t she lovely". Alle Augen richteten sich auf Scharapowa, die am besten vermarktete Spielerin auf der WTA-Tour. "Ich will versuchen, ein bischen Spaß zu haben und sie etwas zu fordern", sagte Schruff vor dem Match. Mit dem Erreichen der dritten Runde hatte sie ihr Ziel schließlich bereits erreicht und damit gleichzeitig die wichtige Qualifikation für das Hauptfeld der Australian Open 2006.
Nervosität statt Spaß
Das mit dem Spaß gelang der Augsburgerin aber zunächst nicht. Sie wirkte angespannt, nervös, nicht frei. Sie machte zwar durch einen Fehler der Wimbledon-Siegerin von 2004 den ersten Punkt im Match, danach aber gelang der Deutschen zunächst mal fast gar nicht. Schnell war Scharapowa auf 3:0 davon gezogen und als Schruff zum 1:3 der erste Spielgewinn gelang, jubelten die Fans in einer Mischung aus Mitleid und Begeisterung.
Mit zunehmender Spielzeit aber konnte sich Schruff frei spielen. Auch eine Behandlungspause nach dem ersten Satz, als ihr linker Oberschenkel bandagiert werden musste, brachte eher ihre Gegnerin aus dem Konzept als die Weltranglisten-87. aus Schwaben. Den zweiten Satz hielt sie insgesamt offen, ihr gelangen jetzt auch mutige Gewinnschläge. Sie bewies, dass sie Tennis spielen kann und nahm Scharapowa sogar einmal den Aufschlag ab.
Am Ende aber setzte sich die größere Klasse von Scharapowa durch, die mit ihrem starken Aufschlag und den härteren Grundschlägen insgesamt das Match bestimmte und schließlich den ersten Matchball verwandeln konnte. Schruff aber konnte mit ihrem ersten Spiel im größten Tennisstadion der Welt insgesamt zufrieden sein. "Ich wollte nicht abgeschossen werden", hatte sie vorher gesagt. Das ist ihr gelungen.
STATISTIK:
125. US Open in New York (17,7 Millionen Dollar), 5. Spieltag:
Herreneinzel, 2. Runde: Jarkko Nieminen (Finnland) - Björn Phau (München) 6:2, 6:4, 5:7, 6:4, Lleyton Hewitt (Australien/Nr. 3) - Jose Acasuso (Argentinien) 7:6 (8:6), 7:6 (7:3), 6:2, Paradorn Srichaphan (Thailand) - Nikolaj Dawydenko (Russland/Nr. 6) 6:4, 7: 5, 6:3, David Ferrer (Spanien/Nr. 17) - Karol Kucera (Slowakei) 6: 3, 6:0, 6:2, Taylor Dent (USA/Nr. 25) - Nicolas Almagro (Spanien) 6: 3, 6:2, 4:6, 7:5, Max Mirnji (Weißrussland) - Florent Serra (Frankreich) 7:6 (7:5), 6:7 (4:7), 6:4, 7:6 (7:4), Davide Sanguinetti (Italien) - Carlos Moya (Spanien/Nr. 31) 3:6, 6:1, 6:2, 6:4, Fernando Verdasco (Spanien) - Paul Capdeville (Chile) 6:4, 6: 2, 7:5
Dameneinzel, 3. Runde: Maria Scharapowa (Russland/Nr. 1) - Julia Schruff (Augsburg) 2:6, 4:6, Nicole Vaidisova (Tschechien/Nr. 26) - Ivana Lisjak (Kroatien) 6:1, 7:6 (7:2), Sania Mirza (Indien) - Marion Bartoli (Frankreich) 7:6 (7:4), 6:4
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