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Nächste frühe Pleite: Schüttler blamiert sich - Federer stellt neuen Rekord auf

zuletzt aktualisiert: 27.06.2006 - 19:02

London (rpo). Der deutsche Daviscupspieler Rainer Schüttler hat sich bei den 120. All England Championships in Wimbledon bis auf die Knochen blamiert und muss bei einem Grand-Slam-Turnier zum wiederholten Male früh die Koffer packen. Der Korbacher unterlag in der ersten Runde dem kroatischen Qualifikanten Roko Karanusic mit 6:7 (7:9), 6:4, 2:6, 1:6.

Rainer Schüttler ist erneut in der ersten Runde ausgeschieden. Foto: AFP, AFP

Für den ehemaligen Weltranglisten-Sechsten war es die dritte Erstrundenniederlage bei einem der vier Grand-Slam-Turniere in Folge. Bei seinen letzten elf Auftritten bei einem der größten Turniere seit seinem Super-Jahr 2003 scheiterte er insgesamt achtmal im ersten Spiel.

Benjamin Becker zog durch einen 6:3, 3:6, 6:3, 6:4-Erfolg über den Argentinier Juan Ignacio Chela bei seiner Wimbledon-Premiere erstmals in die zweite Runde eines Grand-Slam-Turniers ein und feierte den größten Erfolg seiner Laufbahn. Fast gleichzeitig war auch Tommy Haas als zweiter der elf deutschen Herren im Hauptfeld erfolgreich. Der an 19 eingestufte Haas setzte sich 7:6 (7:2), 7:5, 6:2 gegen den Tschechen Jiri Vanek durch. Er trifft jetzt auf den Briten Richard Bloomfeld und hat damit eine weitere lösbare Aufgabe vor sich.

Alexander Waske aus Frankfurt verlor dagegen ein Marathonmatch. Der Daviscupspieler unterlag dem Italiener Stefano Galvani 6:4, 6:7 (2:7), 4:6, 6:3, 14:16.

Waske musste im fünften Satz beim Stand von 12:12 eine medizinische Behandlungspause in Anspruch nehmen und wirkte am Ende körperlich nicht mehr hundertprozentig fit. Seine größte Chance zum Sieg hatte er bei 13:13, als er beim Aufschlag des Italieners mit 40:15 führte und anschließend einen weiteren Breakball nicht nutzen konnte. Waske beendete die Partie schließlich mit einem Doppelfehler.

Kohlschreiber eine Runde weiter

Ebenfalls ausgeschieden ist Qualifikant Michael Berrer. der Stuttgarter unterlag ebenfalls in fünf Sätzen dem Briten Jamie Delgado 4:6, 2:6, 6:3, 6:3, 3:6. Philipp Kohlschreiber aus Bamberg erreichte dagegen als dritter Deutscher nach Benjamin Becker und Tommy Haas die zweite Runde. Der 22-Jährige setzte sich 6:3, 6:2, 6: 4 gegen den Rumänen Radvan Sabau durch.

Anna-Lena Grönefeld musste bei den All England Championships in Wimbledon indes erneut eine herbe Enttäuschung hinnehmen. Die an 13 gesetzte beste deutsche Tennisspielerin unterlag in ihrem Erstrundenmatch der 18 Jahre alten Bulgarin Zwetana Pironkowa 6:3, 3:6, 1:6 und scheiterte bei ihrer dritten Teilnahme zum dritten Mal in der ersten Runde des bedeutendsten Tennisturniers der Welt.

Der Weltranglisten-Erste Roger Federer stellte dagegen mit einem Tag Verspätung einen neuen Rekord für die Tennis-Geschichtsbücher auf. Mit seinem 6:3, 6:2, 6:2-Erfolg über den Franzosen Richard Gasquet in seinem Auftaktmatch gewann der Titelverteidiger sein 42. Spiel auf Rasen in Folge.

Er verbesserte damit die Bestleistung des fünfmaligen Wimbledon-Siegers Björn Borg, der seine Serie von 41 Erfolgen zwischen 1976 und '81 aufstellte. Federer hatte den Rekord des Schweden bei seinem Finalerfolg in Halle/Westfalen am 18. Juni bereits egalisiert.

Agassi gefeierter Held

Auf der ersten Station seiner Abschiedstournee in Wimbledon wurde Andre Agassi frenetisch gefeiert. Der 36-Jährige wurde schon vor seinem Match auf dem Centre Court mit minutenlangen Ovationen bedacht und auch nach dem 2:6, 6:2, 6:4, 6:3-Erfolg im Erstrundenmatch über Boris Pashanski aus Serbien verabschiedeten ihn die 13.800 Zuschauer stehend in einer Mischung aus Begeisterung über das Spiel und Anerkennung für seine sportliche Lebensleistung. Gattin Steffi Graf strahlte derweil glücklich auf der Tribüne, ihr Mann genoss sichtbar den Jubel. Der Wimbledonsieger von 1992 bestreitet seine letzten Partien an der Church Road, er hat sein Karriereende für nach den US-Open angekündigt.

"Borg bleibt trotzdem für immer mein Held", sagte Federer nach seinem Auftaktsieg: "Fünf Wimbledon-Siege und ein Finale in Folge sind unglaublich." Er selbst greift bereits nach seinem vierten Titel hintereinander und präsentierte sich gegen Gasquet wieder im Meisterschaftsform. "Ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden, das war nahe an meiner Bestform", erklärte der 24-Jährige. Er hatte den Platz in einem weißen Sakko betreten, auf dem ein Fantasiewappen und sein Name aufgenäht sind. "Das hat doch Stil, mein Ausrüster hatte die Idee", erzählte der Baseler: "Es ist einzigartig, ich mag es."

Federers Match gegen den 20 Jahre alten Franzosen musste am Montag beim Stand von 6:3, 1:2 für den Schweizer wegen der andauernden Regenfälle abgebrochen werden. Die Partie wurde am Dienstag als zweites Einzel auf dem Centre Court fortgesetzt. Zuvor hatte French-Open-Siegerin Justine Henin-Hardenne (Belgien) ihr Auftaktspiel gegen Meng Yuan (China) 6:0, 6:1 gewonnen.

Hingis' Comeback erfolgreich

Die Schweizerin Martina Hingis feierte nach fünf Jahren ein erfolgreiches Comeback auf den Rasenplätzen in Londons Südwesten. Die 25-Jährige bezwang Olga Sawtschuk aus der Ukraine 6:2, 6:2. Die Engländer feierten unterdessen auch ihren langjährigen "Helden" Tim Henman, der sein Match gegen Robin Söderling (Schweden) 6:7 (8: 10), 6:3, 6:2, 1:6, 6:3 gewann und nun bereits in der zweiten Runde auf Federer trifft.

"Schwerer kann es in der zweiten Runde nicht sein, ihn wollte ich auf keinen Fall haben", meinte Federer angesichts der Erfolge des Briten bei seinem Heimturnier. Henman hat in den letzten zehn Jahren achtmal mindestens das Viertelfinale an der Church Road erreicht.

Rainer Schüttler schied als erster deutscher Tennisprofi aus; insgesamt sind elf Deutsche im Herren-Einzel im Hauptfeld angetreten. Anschließend unterlag auch Qualifikant Benedikt Dorsch (Burghausen) dem Belgier Xavier Malisse 2:6, 5:7, 2:6. Tommy Haas, Anna-Lena Grönefeld, Alexander Waske, Florian Mayer und sechs weitere Deutsche waren erst für den späten Nachmittag und frühen Abend angesetzt.

Schüttler vollauf bedient

Schüttler war nach der Niederlage so bedient, dass er fluchtartig und schweigend die Anlage verließ. Dem 30-Jährigen droht damit noch ein Strafgeld, weil er seinen Interview-Verpflichtungen nicht nachgekommen ist. Bei seinen letzten elf Auftritten bei einem der größten Turniere seit seinem Super-Jahr 2003 scheiterte er insgesamt achtmal im ersten Spiel.

Schüttler hatte Anfang des Jahres am Pfeifferschen Drüsenfieber gelitten, gilt aber seit einigen Wochen wieder als gesund. Dennoch wirkte er gegen den 23 Jahre alten Karanusic saft- und kraftlos und fand kein Mittel, dem 163. der Weltrangliste, der erst zum zweiten Mal in 14 Matches auf der Tour siegreich blieb, sein Spiel aufzuzwingen.


ERGEBNISSE:

120. All England Championships in Wimbledon (15,2 Mio. Euro):

Herreneinzel, 1. Runde: Roko Karanusic (Kroatien) - Rainer Schüttler (Korbach) 7:6 (9:7), 4:6, 6:2, 6:1, Xavier Malisse (Belgien) - Benedikt Dorsch (Burghausen) 6:2, 7:5, 6:2, Roger Federer (Schweiz/Nr. 1) - Richard Gasquet (Frankreich) 6:3, 6:2, 6: 2, David Nalbandian (Argentinien/Nr. 4) - Wesley Moodie (Südafrika) 6:3, 6:4, 6:1, Mario Ancic (Kroatien/Nr. 7) - Nicolas Almagro (Spanien) 7:6 (7:2), 7:5, 7:6 (7:4), James Blake (USA/Nr. 8) - Kristian Pless (Dänemark) 6:3, 7:5, 5:7, 6:4, Jonas Björkman (Schweden) - Thomas Johansson (Schweden/Nr. 12) 3:6, 7:6 (7:4), 6: 1, 6:1, Tomas Berdych (Tschechien/Nr. 13) - Jan Hernych (Tschechien) 6:3, 6:4, 7:5, Radek Stepanek (Tschechien/Nr. 14) - Frank Dancevic (Kanada) 7:6 (7:4), 6:3, 6:4, Igor Kunizyn (Russland) - Gael Monfils (Frankreich/Nr. 21) 5:7, 7:6 (9:7), 6:3, 6:4, Juan Carlos Ferrero (Spanien/Nr. 24) - Fernando Vicente (Spanien) 6:1, 6:3, 6:2, Andre Agassi (USA/Nr. 25) - Boris Pashanski (Serbien) 2:6, 6:2, 6:4, 6:3, Agustin Calleri (Argentinien) - Paradorn Srichaphan (Thailand/Nr. 29) 6:7 (3:7), 7: 5, 6:3, 3:6, 6:3, Kristof Vliegen (Belgien/Nr. 30) - Jiri Novak (Tschechien) 6:4, 7:5, 6:2, Mark Philippoussis (Australien) - Paul-Henri Mathieu (Frankreich/Nr. 32) 5:7, 7:6 (7:5), 6:3, 7:6 (14: 12), Michail Juschni (Russland) - Potito Starace (Italien) 6:0, 6: 4, 6:1, Davide Sanguinetti (Italien) - Kevin Kim (USA) 6:3, 7:6 (12: 10), 6:1, Arnaud Clement (Frankreich) - Albert Portas (Spanien) 6: 3, 6:2, 6:4, Yeu-Tzuoo Wang (Taiwan) - Oliver Marach (Österreich) 6: 1, 7:6 (7:2), 6:0, Fabrice Santoro (Frankreich) - Wayne Arthurs (Australien) 7:6 (7:3), 6:3, 3:6, 6:1, Lukas Dlouhy (Tschechien) - Florent Serra (Frankreich) 4:6, 6:3, 6:4, 7:5, Nicolas Mahut (Frankreich) - Jürgen Melzer (Österreich) 6:7 (3:7), 7:5, 6:1, 6:4, Novak Djokovic (Serbien) - Paul Goldstein (USA) 6:3, 6:2, 7:6 (7: 3), Tim Henman (England) - Robin Söderling (Schweden) 6:7 (8:10), 6: 3, 6:2, 1:6, 6:3, Stanislas Wawrinka (Schweiz) - Ivo Karlovic (Kroatien) 7:6 (7:5), 3:6, 6:2, 6:7 (8:10), 11:9

Dameneinzel, 1. Runde: Kim Clijsters (Belgien/Nr. 2) - Wera Swonarewa (Russland) 7:5, 6:3, Justine Henin-Hardenne (Belgien/Nr. 3) - Yuan Meng (China) 6:0, 6:1, Swetlana Kusnezowa (Russland/Nr. 5) - Romine Oprandi (Italien) 6:3, 6:2, Martina Hingis (Schweiz/Nr. 12) - Olga Sawtschuk (Ukraine) 6:2, 6:2, Daniela Hantuchova (Slowakei/Nr. 15) - Maria Elena Camerin (Italien) 6:4, 4:6, 6:1, Ai Sugiyama (Japan/Nr. 18) - Naomi Cavaday (England) 6:4, 7:5, Katarina Srebotnik (Slowenien/Nr. 21) - Martina Sucha (Slowakei) 6: 4, 6:1, Gisela Dulko (Argentinien/Nr. 31) - Emma Laine (Finnland) 7: 6 (13:11), 6:1, Eva Birnerova (Tschechien) - Sofia Arvidsson (Schweden) 6:2, 6:4, Kveta Peschke (Tschechien) - Kristina Brandi (Puerto Rico) 6:3, 6:0, Tathiana Garbin (Italien) - Katie O'Brien (Großbritannien) 2:6, 7:6 (7:2), 6:2, Jie Zheng (China) - Iveta Benesova (Tschechien) 7:5, 6:2, Virginia Ruano Pascual - Hana Sromova (Tschechien) 6:4, 6:3, Wiktoria Kutusowa (Ukraine) - Lilia Osterloh (USA) 6:4, 3:3, Aufgabe Osterloh, Akiko Morigami (Japan) - Wera Duschewina (Russland) 1:6, 6:4, 6:2, Jamea Jackson (USA) - Kirsten Flipkens (Belgien) 4:6, 6:4, 6:1, Na Li (China) - Virginie Razzano (Frankreich) 6:2, 6:0, Meilen Tu (USA) - Wasilisa Bardina (Russland) 6:3, 6:0, Karolina Sprem (Kroatien) - Anne Keothavong (England) 6:0, 6:2, Jekaterina Bytschkowa (Russland) - Aiko Nakamura (Japan) 6:3, 1:6, 6:3, Alicia Molik (Australien) - Yung-Jan Chan (Taiwan) 7:5, 6:1, Tamarine Tanasugarn (Thailand) - Catalina Castano (Kolumbien) 6:7 (2:7), 6:1, 6:2

Quelle: sid

 
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