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Burgsmüller zieht im deutschen Duell den Kürzeren: Schüttler im Achtelfinale von Hamburg

zuletzt aktualisiert: 14.05.2003 - 17:25

Hamburg (rpo). Beim Tennisturnier am Hamburger Rothenbaum hat Rainer Schüttler das Achtelfinale erreicht. Im deutschen Duell bezwang er Lars Burgsmüller.

Rainer Schüttler hat das Duell der Freunde gewonnen und ist zum zweiten Mal nach 1999 ins Achtelfinale der German Open eingezogen. Der Korbacher setzte sich in einem spannenden Tennismatch der Trainingspartner mit 6:4, 4:6, 6:4 gegen seinen besten Kumpel Lars Burgsmüller (Sundern) durch. Es war ein enges Spiel und am Ende atmete Chairman Boris Becker tief durch, dass die mit 2,45 Millionen Dollar dotierte Veranstaltung in Hamburg ihr größtes deutsches "Zugpferd" behalten hat.

In der dritten Runde trifft der 27-Jährige am Donnerstag entweder auf den französischen Qualifikanten Anthony Dupuis oder Wimbledon-Finalist David Nalbandian (Argentinien), deren Match auf einem Außenplatz wegen eines Regenschauers und heftiger Windböen unterbrochen werden musste. Nach dem Sieg gegen Burgsmüller wurde Schüttler auch noch als die deutsche Tennis-Persönlichkeit des Jahres geehrt.

Unter dem gespannten "Regenschirm" auf dem Centre Court erlebten die knapp 10.000 Zuschauer eine insgesamt ausgeglichene Partie zweier "Stallgefährten", die auch in die gleichen roten Tennishemden trugen. Die Fans freuten sich am Spiel, bejubelten die Aktionen beider Spieler und feuerten beide gleichermaßen an. Der gemeinsame Trainer Dirk Hordorff schaute sich das Match ruhig aus der Loge an, er konnte ja nur gewinnen. Auch Becker und Daviscup-Teamchef Patrik Kühnen waren dabei. Beim Arag World Team Cup in Düsseldorf nächste Woche treten beide wieder gemeinsam für Deutschland an. "Wir kennen uns in und auswendig", sagte Schüttler bereits vor der Partie, "ich denke, es wird ein gutes Spiel."

Burgsmüller verschenkte nichts

Der ebenfalls 27 Jahre alte Burgsmüller schenkte seinem als Vierter im Champions Race wesentlich erfolgreicheren Kumpel nichts. Offiziell standen sie sich bereits fünfmal auf Challenger-Turnieren gegenüber, bei einem ATP-Turnier allerdings noch nie. Doch im gemeinsamen Wohnsitz im schweizerischen Altstätten haben sie schon unzählige Male miteinander gespielt. Die bislang einzige offizielle Auseinandersetzung auf roter Asche hatte der Weltranglisten-98. aus Sundern in Braunschweig gewonnen.

So wogte die Partie hin und her, eine "Stallorder" war nicht auszumachen. "So etwas gibt es nicht im Tennis", sagte Schüttler, "so etwas habe ich noch nie erlebt." Um so überraschender war es, als Burgsmüller ausgerechnet beim Stand von 4:5 zum ersten Mal seinen Aufschlag verlor und damit gleich den ersten Satz. Vorher allerdings hatte er Breakball, den Schüttler mit einem Weltklasse-Passierschlag abwehrte. Das war einfach großes Tennis, selbst Burgsmüller applaudierte anerkennend. Den zweiten Durchgang entschied dann "Buggi" für sich. Dennoch wirkten die beiden "roten Blitze" wie zwei gleichschnelle Ferraris - da siegt nach ausgeglichenem Rennen auch fast immer Schumacher.

Am Ende setzte sich so einfach der etwas bessere Spieler durch, der durch seine Erfolge in diesem Jahr auch den Extra-Schub Selbstvertrauen hatte. Auch im dritten Satz schaffte er das entscheidende Break im letzten Spiel und verwandelte nach 2:16 Stunden seinen zweiten Matchball. "Ich will hier in Hamburg so weit wie möglich kommen", sagte Schüttler, "aber das Viertelfinale sollte es mindestens sein." Da würde am Freitag wahrscheinlich der Weltranglisten-Erste Lleyton Hewitt warten und eine Verschiebung der Live-Übertragung von N3 in die ARD wäre keine Illusion.

Becker und seine Mitstreiter in der Aktion "Rettet den Rothenbaum" würden es gerne sehen. Es wäre ein weiterer Push für das bislang äußerst erfolgreich angelaufene Turnier. Auch am dritten Tag rannten die Fans den Veranstaltern fast die Bude ein. Gespräche mit Sponsoren und Vermarktern fürs nächste Jahr laufen und Turnierdirektor Walter Knapper arbeitet bereits am Turnier 2004: "Ich bin optimistisch, dass es dann das Turnier noch gibt." Die positiven Signale sind auch bei ATP-Boss Mark Miles angekommen, der sich für Hamburg als Standort eines der geplanten "Mini-Slams" mit Damen und Herren aussprach: "Es wäre der logische Platz."


 
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