Niederlage gegen Nalbandian: Schüttler verpasst das Finale
zuletzt aktualisiert: 10.08.2003 - 10:25Montreal (rpo). Nach dem für Rainer Schüttler historischen Sieg gegen Andre Agassi ging dem Deutschen im Halbfinale des Tennis-Masters in Montreal die Puste aus.
Der 27-jährige Korbacher, an Nummer acht gesetzt, verlor gegen den Argentinier David Nalbandian mit 6:3, 2:6, 2:6 und scheiterte damit zum zweiten Mal in diesem Jahr im Halbfinale eines Masters-Turniers. Im März hatte er durch eine Niederlage gegen Gustavo Kuerten (Brasilien) das Finale von Indian Wells verpasst.
Nalbandian trifft im Endspiel von Montreal auf Andy Roddick (USA/Nr. 8), der Wimbledonsieger Roger Federer (Schweiz/Nr. 3) mit 6:4, 3:6, 7:6 (7:3) bezwang.
"Den Unterschied machte heute der Aufschlag. Sein erstes Service war echt gut und meine Returns waren es nicht. David war einfach der bessere Spieler", erkannte Schüttler fair an. Im ersten Satz habe er zwar noch gut gespielt, doch viele Spiele waren sehr eng und hätten schon zu Gunsten Nalbandians ausgehen können, gegen den er in sechs Vergleichen eine ausgeglichene Bilanz aufzuweisen hatte.
Zu viele Fehler von Schüttler
In den folgenden Sätzen leistete sich Schüttler dann zu viele Fehler, die sein 21 Jahre alter Gegner, der im Vorjahr im Wimbledon-Finale stand, eiskalt nutzte. Den Nerv zog er Schüttler endgültig, als dieser im fünften Spiel des dritten Satzes das Break zum 3:2 vergab und Nalbandian danach zwölf Punkte hintereinander machte. Zwei Matchbälle konnte Schüttler abwehren, den dritten returnierte er ins Netz.
Sein Schützling habe einfach zu passiv agiert, befand Schüttlers Trainer Dirk Hordorff, der dafür auch eine Erklärung hatte. Nach dem ersten Sieg gegen die "Legende Agassi" sei der Australian Open- Finalist, der schon beim Masters-Halbfinale im März in Indian Wells gescheitert war, mental noch nicht wieder auf Ballhöhe gewesen.
"Für Rainer kam das Match und der Sieg zur falschen Zeit. Für ihn war das Duell gegen Agassi wie ein Endspiel. Rainer fiel danach in ein psychisches Loch. Er wollte natürlich gegen Nalbandian gewinnen, doch geistig war er dazu offenbar nicht in der Lage", erklärte Hordorff die Niederlage gegen den Halbfinalisten des Hamburger Masters.
Platz sechs im Champions Race
Schüttler, der mit dem Viertelfinalsieg gegen Andre Agassi (USA) in Montreal einen der größten Erfolge seiner Laufbahn gefeiert hatte, verbesserte sich im Champions Race der ATP mit 402 Punkten vom siebten auf den sechsten Rang.
Die ersten Acht dieser Jahreswertung qualifizieren sich für den Masters-Cup im November in Houston/Texas. Letzter Deutscher beim Saisonfinale war Nicolas Kiefer, der 1999 in seiner Heimatstadt Hannover erst im Halbfinale an dem späteren Turniersieger Pete Sampras (USA) scheiterte.
In der kommenden Woche spielt Schüttler beim siebten Masters-Turnier der Saison in Cincinnati/Ohio. Er trifft dort in der ersten Runde auf einen Qualifikanten. Nicolas Kiefer und Wimbledon-Viertelfinalist Alexander Popp (Mannheim) kämpften in der Qualifikation um einen Platz im Hauptfeld.
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