Costa gwinnt dritten Fünfsatz-Krimi: Schüttler vor Härtetest
zuletzt aktualisiert: 31.05.2003 - 16:35Paris (rpo). Rainer Schüttler geht voller Hoffnung ins Achtelfinale der French Open: "Ich weiß, dass ich gut drauf bin", sagte er vor dem Duelle gegen den baumlangen Holländer Martin Verkerk am Sonntag.
"Ich möchte unbedingt die nächste Runde gewinnen." Nach dem dramatischen Aufgabesieg gegen den Südafrikaner Wayne Ferreira (6:3, 1:6, 7:6, 2:3), der sich nach 2:50 Stunden in einem hochklassigen Match eine schwere Adduktoren-Zerrung im rechten Oberschenkel zuzog und auf der Trage vom Platz getragen werden musste, hat der letzte Deutsche in Roland Garros Blut geleckt. Zum ersten Mal in seiner langen Karriere hat der Australian Open-Finalist die reelle Chance, ins Viertelfinale der French Open einzuziehen.
Die Aufgabe ist nicht leicht, aber lösbar. "Ich weiß, dass ich gut drauf bin", sagt Rainer Schüttler vor dem Härtetest im Achtelfinale der French Open am Sonntag gegen den baumlangen Holländer Martin Verkerk und redet nicht lang um seine Ziele herum: "Ich möchte unbedingt die nächste Runde gewinnen."
Nach dem Aufgabesieg gegen den Südafrikaner Wayne Ferreira (6: 3, 1:6, 7:6, 2:3), der nach 2:50 Stunden in einem hochklassigen Match eine schwere Adduktoren-Zerrung im rechten Oberschenkel erlitt, hat der letzte Deutsche in Roland Garros Blut geleckt. Zum erstenmal in seiner langen Karriere hat der Australian Open-Finalist die Chance, ins Viertelfinale der French Open einzuziehen.
Die Schlagzeilen am sonnigen Samstag in Paris gehörten Titelverteidiger Albert Costa, der vor 10.000 Zuschauern auf dem Court Suzanne Lenglen den dritten Fünfsatz-Krimi hintereinander überlebte. Nach 4:38 Stunden bezwang der 28-jährige Spanier den am Ende von Krämpfen geschüttelten Nicolas Lapentti (Ekuador) 4:6, 4: 6, 6:3, 6:4, 6:4. Am Ende fiel ihm nur noch eines ein: "Ich weiß gar nicht, wie ich das durchgehalten habe."
Bei den Frauen hingegen ging alles seinen geregelten Gang. Als erste erreichte die an Nummer sieben gesetzte Amerikanerin Jennifer Capriati mit einem 6:1, 6:2 gegen Julia Vakulenko (Ukraine) das Achtelfinale. Kurze Zeit später folgte ihr die Weltranglisten-2. Kim Clijsters aus Belgien mit einem ebenso mühelosen 6:2, 6:1 gegen die Argentinierin Paola Suarez. Auch die Amerikanerinnen Venus Williams (6:1, 6:2 gegen Maria Sanchez Lorenzo/Spanien) und Lindsay Davenport (6:3, 7:5 gegen Nathalie Dechy/Frankreich) hatten keine Probleme.
Schüttler kam in bisher vier Anläufen auf der roten Asche am Bois de Boulogne nie über die zweite Runde hinaus, doch seit seinem Siegeszug von Melbourne, der erst im Finale gegen Andre Agassi endete, ist nichts mehr, wie es einmal war. Der 27-jährige Nordhesse aus Korbach spielt in einer höheren Liga, auch auf dem früher ungeliebten Sand. Auch er selbst kennt seine neuen Qualitäten, aber er umschreibt sie nur kokett: "Ich denke, ich habe mein Sand-Tennis ein bisschen verbessert."
"Länderspiele" zwischen Deutschland und Holland gelten nicht nur im Fußball als Klassiker. Schüttler aber hat mit aufgeheizter Stimmung auf den Rängen kein Problem, genauso wenig wie der 1,98 m lange Verkerk, der das Spielchen gerne mitspielt. "Grundregel Nummer 1: Verliere nie gegen einen Deutschen", scherzte der Holländer am Tag vor dem ersten Duell der Beiden.
Auch der 24-jährige Verkerk gilt als einer der Aufsteiger des Jahres. "Er ist ein sehr guter Aufschläger und spielt sehr aggressiv", sagt der an Nummer elf gesetzte Schüttler über den blonden Haudrauf, der in diesem Jahr schon das Turnier in Mailand gewann, dabei in einer Woche 109 Asse schlug und im alten Weltranglisten-System um 40 Plätze auf Position 46 kletterte.
Verkerk selbst nennt sich "einen Spätstarter": "Ich habe erst die letzten zwei Jahr unglaublich hart gearbeitet, aber zu Beginn meiner Karriere habe ich Tennis nicht so ernst genommen. Ich habe das Leben ein bisschen zu sehr genossen." Nicht nur deshalb ist der an Nummer elf gesetzte Schüttler leichter Favorit. Dann aber wird es richtig schwer. Im Viertelfinale wartet vermutlich der Spanier Carlos Moya, French Open-Champion von 1997 und an Nummer vier gesetzt, der zuvor allerdings noch den Tschechen Jiri Novak (Nr. 11) bezwingen muss.
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