Über 50 Meter Rücken: Schwimm-DM: Janine Pietsch stellt Weltrekord auf
zuletzt aktualisiert: 25.05.2005 - 16:56Berlin (rpo). Die Deutschen Schwimm-Meisterschaften in Berlin erlebten am Mittwoch einen Paukenschlag. Janine Pietsch stellte einen Weltrekord auf. Die Ingolstädterin kam über 50 m Rücken in 28,19 Sekunden ins Ziel.
"Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Ich bin völlig überrascht", erklärte die 22-Jährigenach ihrem Traumrennen. Unmittelbar danach verbesserten Warnecke über 50 m Brust und Rupprath über 50 m Schmetterling ihre deutschen bestmarken und machten damit den "Tag der Rekorde" perfekt.
Weil die Anzeigetafel nicht funktionierte, musste Pietsch fünf Minuten warten, ehe ihr Weltrekord von 28,19 Sekunden bestätigt wurde. Dann riss sie die Arme in die Höhe und ließ sich von den Zuschauern feiern. "Ich hatte seit Januar ständig mit Krankheiten zu kämpfen, deshalb bin ich wirklich sprachlos", meinte Pietsch.
Sie unterbot die fünf Jahre alte Bestmarke von Sandra Völker (Berlin) um sechs Hundertstel und verwies Antje Buschschulte (28, 50) aus Magdeburg und die bisherge Weltrekordlerin (29,51) auf die Plätze. An den WM-Titel im Juli in Montreal denkt Pietsch trotzdem noch nicht: "Das wird ein ganz anderes Rennen unter völlig neuen Bedingungen."
Warnecke trotz Missgeschick mit Rekord
Warnecke verbesserte über 50 m Brust seinen deutschen Rekord von 2001 bei der WM in Fukuoka um 15 Hundertstel auf 27,44 Sekunden und sicherte sich über seine Paradestrecke den neunten Titel in Folge. "Dabei ist mir beim Start sogar die Schwimmbrille verrutscht, sonst wäre ich noch schneller gewesen", meinte der 35 Jahre alte Essener, der zuletzt 18 Kilo abgenommen hat. Für die WM ist der Olympia-Dritte von Atlanta 1996, der im Vorjahr die Qualifikation für die Sommerspiele in Athen verpasst hatte, nochmal top-motiviert: Ich denke, dass ich auch international mehr als konkurrenzfähig bin."
Rupprath (Hannover) betrieb durch die Verbesserung seines Rekordes über 50 m Schmetterling auf 23,59 Sekunden auch Wiedergutmachung für seine bitteren Niederlagen über 100 m Rücken und 100 m Schmetterling. "Das war die richtige Antwort", meinte der 28-Jährige mit Genugtuung. Rupprath 16 Hundertstel unter seiner Bestmarke von 2003 in Barcelona und sicherte sich das siebte DM-Gold über diese Strecke in Folge.
Die Gunst der Stunde über 200 m Freilstil durch die Abwesenheit von Titelverteidiger Jens Schreiber (Hannover) nutzte der dreifache Junioren-Europameister Paul Biedermann (Halle). Nach Bronze über 1500 m und Silber über 400 m sicherte sich der 18-Jährige in 1:48,73 Minuten sein erstes DM-Gold und das WM-Ticket. Schreiber hatte wegen eines Infekts auf einen Start verzichtet. Gold über 50 m Brust bei den Frauen gewann die Wolfsburgerin Janne Schäfer in 31,68 Sekunden, die Vorjahressiegerin Simone Weiler (32,06) aus Heidelberg auf Platz zwei verwies.
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